Montag, 10. Oktober 2011

Heute: Special- Ausgabe: Hoffmans private Geschichten und Filmkritik: Die Nacht der Creeps

Nun gut, vor ein paar Tagen kam ich aus dem Urlaub, war erschöpft und wollte mich mal wieder ausruhen und was gibt da schöneres als Filme. Als Filmsüchtiger muss logischerweise Filme schauen, so suchte ich schon im leicht müden und angetrunkenen Zustand in meiner kleinen Fernsehzeitung nach dem passenden Film, ich entdeckte merkwürdigerweise, spät in der Nacht. Im Nacht Nachtprogramm, sehr tief. "Night on Earth" von Jim Jarmusch, ich freute mich diesen Jarmusch endlich mal wieder bewundern zu können. Doch es sollte anders kommen, denn statt Frieden(oder eine Nacht) auf Erden gab es etwas anderes....Zombies, Untote, Aliens. Im Vergleich ist das aber letztendlich genauso gut oder nicht?  Es handelte sich nämlich nicht um "Night on Earth" sondern um "Night of the Creeps"("Die Nacht der Creeps", immerhin so was kann man schnell verwechseln) aus dem Jahre 1986 von Fred Dekker. Naja gegen Horror Am Abend ist auch nichts einzuwenden.

Was kann man da also zur Story sagen, so typisch Zombiefilm-mäßig, mit deren Elementen aber das noch nicht ganz, denn hier wird einen wohl einer der interessantesten und wahrscheinlich wahnsinnigstes Genre-Cocktails, die es in den 80er Jahren gab serviert, bunt gemischt zwischen Zombiefilm und Teeniefilm, dann hier noch ein bisschen Science-Fiction mit Aliens und so, eine Prise Vorstadt Thriller, dann da noch ein Hauch Komödie bzw. gleichzeitig auch noch eine Parodie auf verwandte Filme als Beispiel aus den 50er Jahren, dass das Ganze dabei nicht nicht zum überladenen Schrott wird ist wohl fast schon ein Wunder oder der Regie von Dekker geschuldet bzw. dessen Darsteller, dazu aber später, erstmal: Es geht eben um außerirdische Organismen, die auf die Erde kommen um genau zu sein im Jahre 1959 und da infizieren die einfach den jungen Herren Johnny. Weiter springen wir dann 27 Jahre in die Zukunft in der zwei Jugendliche entdecken die tiefgefrorene Leiche und naja jeder Filmfan kann sich jetzt denken was dann passiert. Richtig: Viel Unheil wird verbreitet und mit den Zombies oder sind das Infizierte(?), gehts los.

Die Besetzung wurde dazu eigentlich sogar recht fein ausgewählt, mit relativ unbekannten Namen geschmückt wie man so schön sagt No-Brainern(ich hab keine Ahnung ob das so stimmt), unsere Hauptrolle darf Jason Lively übernehmen als Chris (Nachname Romero), überzeugt in seiner interessant angelegten Rolle, möchte dazu nicht allzu viel sagen, auf jeden Fall wird dieser ganze Kreis von recht jungen und wie gesagt recht unbekannten Namen abgerundet, durch einen Namen und zwar Tom Atkins als Detective Ray Cameron mit viel Kraft gespielt, wusste er es bei mir die meisten Sympathiepunkte zu sammeln, herrlich. Ich liebe ihn. Halt so ein echter Stern am Himmel der 80er Jahre Horrorfilm-Helden. Und dann gäbe es dann noch eine genauso solide agierende Jill Whitlow als (aufgepasst) Cynthia Cronenberg. Insgesamt alle recht sympathisch gespielt, mochte sie alle. Komm war gleich zu den Charakteren mit Klischees beladen, zum Glück wird hier aber grandios mit den Klischees gespielt, so das es eine Freude ist, auch wenn sie dann weiterhin insgesamt nicht so dolle sind. Immerhin die Zombies oder Infizierte oder Untote oder Menschen, in denen sich so komische Organismen eingerichtet haben waren super süß bzw. ekelig, ich liebe sie, absolut die 80er Jahre in ihrer Blüte. Zu den normalen Menschen waren immerhin sympathisch, das reicht beim Genre. Einen weiteren anderen interessanten Aspekt, ich hatte es bereits angedeutet denn auch hier bei den Namen der Charaktere gibt es genug Stoff für wahre Fans des Genres, denn die Figuren alle benannt nach etwa Sam Raimi oder Jim Cameron(glaub ich), Tobe Hooper oder David Cronenberg, wenn das nicht schön ist, dann weiß ich auch nicht.

Noch was zu zur Regie, gute Arbeit wird doch geleistet, schön selbstironisch, spielt mit den Klischees, absolut überdreht, völlig abstrus, aber irgendwie dabei doch mehr als unterhaltsam. Klar natürlich etwas geschmacklos, stellenweise etwas billig, aber somit herrlich altmodisch. In gewisser Weise sogar ein Stück trashig, gibt dem Ganzen dann noch einen besonderen Kick oder Elan. Selbstredend existieren hier auch genug Schwächen, denn man könnte dem Werk vieles vorwerfen, etwa dass das Werk abstoßende nekrophile Züge enthält, oder billig, widerlich. etc. Man kennt das ja Geschmackssache. Als negativen Aspekt möchte ich dann doch noch bemerken, dass einige Stelle für mich dann doch etwas spröde daherkamen bzw. das mich der Anfang nicht ganz in seinen Bann ziehen konnte. Und die Kamera auch typisch 80er Jahre, aber auch hier bemerkt man das geringe Budget diesen Films, aber naja dafür aber heute noch relativ gut erhalten. Wunderbar atmosphärische, klassisch wirkende 80er Jahre Bilder mit einer netten Optik verziert.

Unterm Strich möchte ich dann nur noch sagen, dass "Die Nacht der Creeps" wahrscheinlich ein echtes Fest für Fans des Genres ist. Für mich war es ein  durchaus spaßiger und unterhaltsamer bzw. etwas geschmackloser Zombiefilm mit hübschen Leichen oder Creeps. Von mir gibt es also an der Stelle die Empfehlung mit dem Wort "sehenswert".


7,5  / 10

Autor: Hoffman

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen