Samstag, 22. Oktober 2011

Hoffmans private (Film)-Geschichten bzw. Kritik: Das Ding aus einer anderen Welt



Ich erinnere mich noch genau an die erste Sichtung des Films, vor vielen, vielen, vielen und so weiter Jahren, als wäre es gestern gewesen, doch es war nicht gestern, es war ein paar wenige Monate nachdem das Megawerk "Alien" (für mich Nummer 1 meiner Lieblingsfilme) gesehen hatte, ich freute mich schon riesig auf den Film, da ich ihn oft und gerne vor der Sichtung mit ihm verglich (und das tue ich auch hier und jetzt noch), da die Grundstory ja in gewisser Weise irgendwie gleich war. Somit gigantische Erwartungen, die der Film eigentlich nicht erfüllen konnte, denn ja von der Story mögen sie durchaus recht vergleichbar sein, doch andererseits mehr als unterschiedlich ich weiß nicht woran es damals lag, dass mich John Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" aus dem Jahre 1982 damals nicht so ganz "perfekt" (was ist schon perfekt?) fesselte wie "Alien (ja, ich nehme hier viel Bezug auf den Film). Eine Möglichkeit wäre hierbei wohl der Aspekt, dass er mir damals mit 15 einfach zu ekelig war, musste da irgendwie wegschalten und sich so vielleicht das Ganze bei mir nicht richtig entfalten konnte, denn eindeutig zählen die Schockeffekte des Werkes zu den großen Stärken von "Das Ding aus einer anderen Welt". Trotzdem gut fand ich ihn damals schon irgendwie. Heute sieht das noch etwas anders aus, da sich bei mir anscheinend durch diese damalige, unspektakuläre Erfahrung eine gewisse Faszination und schön-nostalgische Erinnerung bei dem Film entwickelt, ich kann mir das selbst nicht erklären, toller Klassiker des Genres eben. Und das trotz des Status Remake. Neuverfilmung des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1951, es gibt halt auch gute und originelle Formen von so was.
Die Story wie bereits erwähnt nicht gerade sehr innovativ, spielt aber mit der Abgeschlossenheit in der Antarktis, der Einsamkeit und Hilflosigkeit der Protagonisten,
an sich also wesentlich vielschichtiger und hintergründiger als man zuerst denkt: (In der Antarktis hört dich niemand schreien (oder so): Ein paar US-Forscher, unter ihnen der Pilot MacReady, geraten in einen Schusswechsel mit ein paar norwegischen Kollegen, die einen anscheinend harmlosen Hund töten wollten. Bald stellt sich heraus, durch einen Besuch in deren Station, dass etwas im gGange ist, so erfahren sich schnell was da abläuft. Denn dort sehen sie Leichen und erst recht seltsame Mutationen, das heißt: Ein fremdes Wesen, dass anscheinend jede mögliche Gestalt annehmen kann bedroht nun die Wissenschaftler.



Und ja dabei ist Kurt Russell die männliche Version von Ellen Ripley (ja, es wird alles mit "Alien" verglichen, ist banal ich weiß, ich kann aber nicht anders), erstklassig, harter Kerl, ein echter Held nun mal, na gut dann doch eher Anti-Held, das kann Kurt Russell aber auch am besten, etwas unsympathisch, dann doch sympathisch für mich, einfach gesagt alles egal, mit Bart und unter Carpenters Regie saucool wie immer in der Rolle des Piloten und wie ich vermute Alkoholikers MacReady. Zudem wissen natürlich auch Wilford Brimley, Keith David und so gesagt eigentlich auch der gesamte Cast zu glänzen.


Des weiteren möchte ich Carpenters Regie hierbei nur als ausgezeichnet beschreiben. Interessanterweise fand Carpenter das damalige Original viel zu harmlos und tja so macht er sich hier ans Werk und zettelt eine ordentliche Schweinerei an. Damals wollte das noch keiner sehen, weshalb "Das Ding..." auch größtenteils verrissen wurde und schließlich ein Flop wurde. Die Schuld allein liegt da wohl bei E.T., könnte ich mir denken. Heute aber zurecht einer von Carpenters großen Werken, denn gerade der werte Herr Carpenter selbst sagte doch: "Das ist mein Lieblingsfilm, da habe ich Horror gezeigt." Und in er Hinsicht kann ich dem Mann nur zustimmen, denn es geht heftig her, mit brillanten Effekten wird ein Schocker der Extraklasse abgefeuert, ekelig bzw. blutig im höchsten Masse, aber ich finds dabei heute doch sauspannend, zudem noch ein klein wenig trashig angehaucht, was dem Werk dann heute noch so einen speziellen Charme verleiht, denn die Effekte bzw. die Maskeneffekte (von Rob Bottin) sind einfach erstaunlich für die Zeit bzw. brillant. Überzeugen immer wieder aufs neue. Dennoch möchte ich noch vermerken, dass es für mich hier auch immer kleine Längen bzw. Durchhänger gab.
Dazu noch eine sehr gute Kameraarbeit, mit der ein oder anderen exzellent gefilmten Sequenz, die Bilder selbst verspüren dabei einen irgendwie unheilvollen Charme und bauen so gleichzeitig auch eine grandiose Atmosphäre in der tollen Kulisse (ich liebe Schnee, in Filmen, mindestens genauso schönes Setting wie das Weltall) der Antarktis.




Weiterhin eigentlich recht solide bzw. ausreichend bzw. ich würde hinzufügen gut gezeichnete Charaktere, interessant der ein oder andere Aspekt, ihre Paranoia gegenüber den Anderen und die Einsamkeit, dieses Gefühl des Verlorenseins und die Angst vor dem Unbekannten, interessant gemacht auf jeden Fall. Vergessen werden sollte hierbei keinesfalls der fantastische Score von Ennio Morricone bzw. John Carpenter, der in der Hinsicht auch wieder einiges beisteuerte. Erstklassig komponiert, durchaus auch minimalistisch veranlagt, doch irgendwie entsteht gerade durch die einfachen Töne eine nervenzerrende und wirkungsvolle Stimmung, der ich mich keinesfalls entziehen konnte. Passt einfach perfekt.



Was bleibt mir dann am Ende noch zu sagen, außer dass "Das Ding aus einer anderen Welt" ein starker, spannender, ekeliger und (meiner Meinung nach) extrem heftiger Sci-Fi-Horror, in Bezug auf das unfassbar "schnuckelige" und "putzige" Ding, ist. Anders gesagt Carpenter in echter Hochform. Immer wieder gern gesehen. Schön saftiges Ding, also der Film.



                         8.0 / 10

Autor: Hoffman

Kommentare:

  1. Klasse Kritik :)
    Dein Satzbau ist einfach der Hammer Hoffi, braucht man bald ein eignes Wörtbuch für, wobei ich diesbezüglich auch schon andere Kommentare von dir gelesen hab ;)

    Wenn es irgendwie ginge, wäre ein gefällt mir-Button schon sehr geil auf der Seite (ohne facebook-Verknüpfung versteht sich) ;)

    Und das absolute Ultimum wäre eine Verknüpfung zum Moviepilot-Account, um zum Beispiel als dieser hier Kommentare zu hinterlassen :D Vielleicht könnt ihr euch ja mal an die Redaktion wenden...

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  2. Ein wunderbarer Film. Funktioniert auf so vielen Ebenen und gehört auf jeden Fall in meine Top 10 Horrorfilme.
    LG

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