Montag, 17. Oktober 2011

Kritik: Der Dialog

Eins ist sicher: Regisseur Francis Ford Coppola hat in seiner langen Karriere viel Großes geschaffen, er hat mitunter mit einigen seiner Werke doch die Filmlandschaft revolutioniert bzw. stark vorangetrieben. Sofort mag man da an seine legendäre "Der Pate"-Triologie denken, mit dem er selbst ein echtes filmisches Monument erschuf oder auch an "Apocalypse now", einer der wichtigsten Antikriegsfilme zum Thema Vietnam. Leider etwas relativ unbekannt steht dann ein anderer Film von Coppola da, der von der Qualität selbstverständlich auch herausragend ist, es mag sich hierbei um "Der Dialog"" aus dem Jahre 1974 handeln.

Ein Film angesiedelt zwischen Thriller und intensiven Psychodrama, die Handlung an sich eigentlich recht schlicht, einfach gesehen, doch im weiteren ein unglaubliches Stück Zelluloid, eine Story um das Hören um das präzise Hinhören und über Töne bzw. auch Schuld und ihre Wirkung, anderweitig thematisch ähnlich des Antonioni Films "Blow Up" bzw. so auch zum wesentlich später erschienen Werk "Blow Out" von De Palma, so auch perfekt in den Film eingeflochten. Es ist die Geschichte von Harry Caul, einem Abhörspezialisten, eines Mannes, der seinen Job in vollsten Zügen auslebt, Caul selbst paranoid und misstrauisch, abseits des Lebens, ein weiterer Abhörauftrag, bei der durch eine Dialog erfährt, dass anscheinend ein junges Paar umgebracht werden soll und tatsächlich kurz darauf geschieht ein Mord, doch nicht so wie erwartet...

In der Hauptrolle als Harry Caul, ein Mann ast schon besessenen von seinem Beruf, bleibt stets im Verbogenen, Gene Hackman. Famos, wahrscheinlich einer seiner besten Leistungen seiner ganzen Karriere und ja das ist Tatsache mein Ernst. Er spielt seine Rolle dabei unheimlich präzise und intensiv. Phänomenal wie Hackman die innere Zerrissenheit seiner Rolle wiederspiegelt und dabei aber hingegen äußerlich unauffällig bleibt, ohne große Worte, aber Hackman vermag es gerade diese tiefen, inneren Gefühle seines Protagonisten rüberzubringen, dass es mir leibhaftig fast den Atem verschlug.
In neben Rolle gäbe es zudem noch als heutige kleine Verzierung zu bewundern, einmal Harrison Ford oder auch Robert Duvall, beide wissen dabei natürlich zu überzeugen.

Und Coppolas Inszenierung mindestens genauso genial, faszinierend und zugleich unglaublich ernüchtern präsentiert, es geht nicht weniger um denn Mord als um die Hauptfigur des Caul, eine sichere Regie in dem er sein Werk zwar recht gemächlich und ruhig erzählen mag, aber unglaublich eindringlich und präzise bzw. detailliert. Coppola zeigt mit den Themen der Überwachung und Obssession, äußert bzw. bietet fast wie bei Hitchcock einen voyeuristischer Blickwinkel. Aber es bleibt im Mittelpunkt die Charakterstudie, die hätte für mich interessanter nicht sein können. Letztenendes doch wieder sehr tragisch. (Doch muss ich hier noch zugeben, dass es dann doch für mich minimale Längen gab, was meiner Faszination aber keinen Abbruch tat)
Dazu noch eine brillante Kameraarbeit, die auch mit diesen Elementen der Überwachung und Paranoia spielt, erstklassige Sequenzen, besonders hervorheben möchte ich die ein oder andere albtraumhafte Sequenz, die so gesehen die innere Zerrissenheit des Hauptcharakters zeigen, triste Bilder. Und dann noch interessante Stilmittel Zooms und so weiter um das Gefühl der Überwachung noch zu verstärken und eine unfassbar intensive Atmosphäre.

Und die Charaktere wurden wie bereits erwähnt hervorragend gestaltet, mit hintergründigen Aspekten nur so angefüllt, Harry Caul keinesfalls ein Held, doch man fühlt mit ihm, jedenfalls galt dies für mich, ein isolierter Mensch, eingenommen von seinem Beruf. Aber ich will ja nichts alles tausendfach wiederholen (was ich eh bereits getan habe). Und der/die anderen Dialog(e) auch sehr gut. Aber das nur am Rande, denn einen weitere Stärke bildet noch die großartige Untertonung des Werkes, der Soundtrack natürlich ein interessanter Mix aus elektronischen Tönen und Stimmen und so weiter,  ein Score perfekt passend zum Film selbst.

Was ich dann schließlich nur noch sagen möchte ist dies, dass "Der Dialog" ein echtes und verkanntes Meisterstück vom großen Francis Ford Coppola ist, das inszenatorisch mindestens genauso zu seinen Höhepunkten zählt wie viele seiner anderen, großen Werke. Von meiner Seite aus eine glasklare Empfehlung. Eine abhörsichere Leitung.



 9 / 10

Autor: Hoffman

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