Donnerstag, 29. Dezember 2011

Hoffmans langweilige (Film)-Lebens bzw. noch ödere private Geschichten: Alien

"Im Weltall hört dich niemand schreien"

 Nun ist es so weit. Der Tag des Alien. Es war wieder Zeit für diesen Film. Das Ereignis jährte sich. Und wieder wurde eine Sichtung abverlangt. Die Zeit ist gekommen. Um es endlich zu erfahren, was das Geheimnis ist. Das Geheimnis, streng verschlossen und überwacht, hinter Hoffmans absoluten (das wird vermutet) Lieblingsfilm. Hoffmans Geschichte zu "Alien", denn was könnte aus einem alten zynischen und vielleicht hasserfüllten Mann plötzlich einen fast schon irren und wahnsinnigen wie auch aggressiven Film-Psychopathen, der nicht anders zu lässt als Genialität, passiert sein? Diesen Zustand könnte man somit fast als Stalking oder psychische Belästigung sehen, denn was aus dem "Zustand" dieser Person profitiert ist Hass, Paranoia und Intoleranz. Was könnte einen Menschen zu so etwas treiben? Was könnte ein solcher Mensch mit diesem Film verbinden? Was könnte passiert sein? Hat dieser Film ihm vielleicht das Leben gerettet? Aus einer tiefen Depression herausgeholfen? Vor einen schweren Fall bewahrt? Nach einen Nervenzusammenbruch aufgeholfen? Was ist passiert, dass ein dieser Mensch bzw. Hoffman zu einen solch fanatischen Hang neigt?

Denn was macht nun "Alien" gerade zu diesem Gotteswerk? Was passierte?! - eigentlich nicht viel, es gibt sie nicht diese einzigartige Story. Wer weiß vielleicht werde ich sie noch erleben, doch gerade die einfachsten Geschichten haben doch den größten Wert, hat mal irgendjemand gesagt, schlauer Mann, weiß bloß nicht wer.

(Achtung ab dem folgenden Abschnitt sind sie nicht mehr versichert, wir haften für nichts, auch nicht, falls sie vor Langeweile sterben, daher entschuldigen sie unsere Geschäftsführung): Ich weiß es noch wie gestern, es war aber nicht gestern. Es war der 28. 12. (seltsam das ich das so exakt weiß und es war doch irgendwie gestern), vor langer, langer Zeit. Ich müsste noch jung gewesen sein. Ich hatte mich schon gespannt vorbereitet, ich wollte "Alien" schauen, von der Werbung absolut fasziniert, war es also so weit, ich war unsicher, da andere Filme mit der Thematik (Wesen dezimiert Menschencrew) gefielen, aber bei mir nie richtig eingeschlugen hatten und ich teilweise wegschalten musste. Ich weiß noch es schneite an dem Abend (das ist unwichtig, aber ich mochte Schnee). Ich hoffte auf das Beste, die Fernsehzeitung versprach viel "nervenzerrender Sci-Fi-Meilenstein der Filmgeschichte"(oder so) stand dort geschrieben. Das hatte damals noch wenig Bedeutung für mich. Der Film begann und tatsächlich war ich von Anfang fasziniert bzw. gefesselt, von allem... vom Setting und auch von diesen virtuosen Kamerafahrten, so präzise und für mich doch nahezu perfekt, das ich mich ab diesem Zeitpunkt dem Film nicht entziehen konnte.

In all ihrer Simplizität bleibt doch gerade die Story zeitlos, das unheimliche Wesen (aus einer fremden Welt) welches den Menschen und seine Existenz bedroht, was stets für mich spürbar blieb war die Bedrohung, die Angst und die Faszination, durch die Entdeckung diesen unbekannten Organismus. Der Mensch muss versuchen zu überleben, der Gegner scheinbar übermächtig. Gefragt ist Zusammenhalt. Der wird geschaffen, jedenfalls versucht. Jeder Charakter menschlich und interessant gestaltet keinesfalls keine Überhelden, nein einfache und teilweise frustrierte Arbeiter die nur ihren Job tun, um Geld zu verdienen um zu Überleben in der Welt. Jeder hat seine Arbeit und die muss getan werden. Natürlich großartig vom Cast verkörpert von Captain Dallas der Nostromo (souverän: Tom Skerritt) bis zu Bordingenieuren. Alles mit dabei, mal mehr mal weniger sympathisch, aber an sich erstklassig gestaltet und dazu perfekt besetzt, ob nun John Hurt als tragischer Kane, Ian Holm oder Harry Dean Stanton, Yaphet Kotto, und so weiter, für mich alle überzeugend so wie auch grandios. Herausstechen tut aus heutiger Sicht dabei natürlich besonders Sigourney Weaver in ihrer heute legendären Rolle der Ripley (später erst Ellen genannt), der ihr zum Durchbruch verhalf und gleichzeitig dadurch Filmgeschichte schrieb, als eine der ersten Filmheldinnen in einen noch unbekannten Terrain, sie als eine der ersten starken und entschlossenen Frauen, somit fast schon revolutionär. Und sie bringt ihre Angst und ihre Entschlossenheit doch perfekt rüber, man nehme hier als Beispiel das wortlose und hochspannende Finale des Films, sie bestimmt durch Mimik und Gestik, das nenne ich brillant. Ironisch bleibt dabei, dass die Rolle der Ripley zunächst männlich sein sollte undmit Paul Newman besetzt werden sollte und was wäre dann?

Das und noch viel, mehr möge es nun die hypnotische Wirkung der einmaligen Kamera sein, die zudem noch eine fantastische wie auch unheimliche, vielleicht sogar verstörende Atmosphäre hüllt oder allein das Gewand der düsteren Bilder, meiner Meinung nach kaum ein Stück gealtert, immer noch wird diese Angst in diesen engen (aber wunderschönen) Schächten deutlich, die Abgeschnittenheit der Protagonisten, wie der Wahlspruch sagte. Wie gesagt alles vielschichtiger als ich es je anfangs gedacht hätte, denn nach der ersten Sichtung (das muss ich zugeben) hätte ich dieses Werk kaum zu meinen absoluten Liebling erklärt, weit gefehlt, ich fand ihn klasse, aber es war nicht dieser bestimmte Film, doch über die Jahre forschte ich immer weiter, fand immer neue Hintergründe zu "Alien", brachte immer mehr in Erfahrung als Beispiel über H.G Gigers mysteriösen Gestalt und ihren doch vorhandenen sexuellen Anspielungen bzw. Untertöne, besonders angesichts Gigers "Wesen". So gesagt wollte ich alles wissen, es folgten Jahr für Jahr immer wieder neue Sichtungen, ich entdeckte immer mehr Details (lernte außerdem den minimalistisch angehauchten und großartigen Score von Jerry Goldsmith lieben), war stets fasziniert und das macht ihn für mich so besonders. Nie konnte ich mich seinen Bann entziehen und auch brillant gehandhabt das Prinzip des Autors im eigenen Kopf, denn dieser ist der Grausamste.

Einfach umwerfend und doch hoffe ich habe dabei nichts vergessen, denn dieses Werk zu erfassen ist mir im Grunde genommen nicht möglich, einer dieser unbeschreiblichen persönlichen Meilensteine. Es fehlt zu viel, es ist kaum möglich, dies hier nur kurz und unbedeutend zusammengefasst. Falls doch, folgt neben dieser kleinen Zusammenfassung in folgenden Jahren die ca. 50-Seitige Analyse dazu, bis dahin muss man wohl damit auskommen.

Das wollte ich nunmal doch noch einmal gesagt haben und ich hoffe man kann mir insofern verzeihen, für all das, denn ich versuche doch nur "Alien" manchen Personen näherzubringen damit sie genauso fasziniert sein können wie ich (oh Gott du bist so widerlich, glorifizierst dich selbst und dabei bist du nur ein alter grantiger Mann, der keine andere Meinung akzeptieren kann). Es ist nun keine besonders bewegende Geschichte, die mich mit Ridley Scotts "Alien" aus dem Jahre 1979 verbindet, weit gefehlt, doch wurde ich immer wieder aufs neue fasziniert und immer wieder gefesselt, ein Gefühl, das ich nur bei wenigen Filmen empfinde, etwas bindet, mehr als nur: für mich stimmt hier alles, ich kann mich nicht losreißen. Es wäre als würde ich stets für diese geschätzten zwei Stunden eine andere Welt betreten und ist das nicht das was großes Kino ausmacht?


10 / 10

Autor: Hoffman

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