Freitag, 24. Februar 2012

Kritik: Halloween - Die Nacht des Grauens




Ein Tag wie ein Film. Ein Film wie ein Tag. Ein Tag wie ein Fest. Der Film zum Fest. Halloween, die Nacht des Grauens. Das Gruseln wird gelehrt. Es heißt "Süßes, sonst gibts saures" - Massenkonsum und nichts mehr mit Geistervertreibung. Schluss mit Spuk und Grusel. Vom Fest zum Film. Ich weiß es noch, die Nacht war dunkel, sie ist immer dunkel. Es war spät Nachts - hier wird mein Hang für eingestaubte Langweilergeschichten wach - und es kam Halloween im TV. Es war kurz vor dem Tage des 31. Oktobers. Meine Erstsichtung des Werkes. Es war alles perfekt angerichtet und bis heute folge ich jener Tradition des Films "Halloween" vom großen John Carpenter aus dem Jahre 1978 und was ich vorfinde ist stets Spannung im höchsten Maße.


 Jeder kennt ihn, nicht jeder liebt ihn, doch Carpenter erschuf mit der Figur des Michael Myers einen eindeutigen Kultcharakter des Genres (Slahers), rational ausgenommen, ob man mit jener Reihe (welche an sich doch recht umfassend) etwas anfangen kann oder eben nicht. Und den Beginn einer scheinbar endlosen Reihe an Fortsetzungen (etc.). Es ist die Geschichte des Michaels Myers. Meinerseits stets faszinierend aufgenommen und verfolgt. Myers, der seine Schwester als 6. Jähriger Junge seine Schwester tötete und so baldauf seine Zukunft in einer psychiatrischen Anstalt verbringen muss, doch nach 15 Jahren, bietet sich ihm die Gelegenheit und er flieht. Zurück in seine Heimatstadt Haddonfield um das Töten vom neuen zu beginnen. Die Ur-Geschichte, noch nicht vollständig entschlüsselt, aber doch spannend gehandhabt, wenn auch recht simpel gehalten.



 Und auch die Besetzung ist stimmig. Damals noch recht unbekannt, nach Carpenters Film legendär als Ur-Mutter der "Scream-Queens" (welch widerlicher Begriff) und Laurie, die vom bösen Michael Myers verfolgt, die einzigartige Jamie Lee Curtis. Und auch hier strahlt ein wenig meiner Verehrung für diese Frau durch. Süße Jugend, wo bist du hin. Curtis eroberte natürlich heute wie damals mein Herz, welches kaum existent, und überzeugt meiner Meinung nach auf ganzer Linie. Meistert ihren Charakter eigentlich ideal. Ihre Schreie und Fürchte bleiben doch immer noch die Schönsten. Neben ihr mindestens genauso legendär Donald Pleasence als Dr. Loomis, eine seiner Lebensrollen und Pleasence spielt mit vollem Einsatz und doch noch recht behutsam und gekonnt den Dr. Loomis, Myers Psychiater, der seinen jahrelangen Patienten genau kennt und doch scheint Myers ihm immer einen Schritt vorraus, in Hinsicht seiner Geschwindigkeit. Beide geben ein schönes Duo ab und durch ihre Rollen sind bis heute eh nahezu Kultstars des Genres.



Carpenter macht was er am besten kann, er erzeugt das Grauen und grenzenlose bzw. gnadenlose (so gehts mir immer) Spannung, wunderbare Spannung. So etwas gibt es heute in solchen Horrorfilmen einfach nur noch wenig, da kommen Tränen der Erinnerung in einem hoch. Und Carpenter definiert dabei, er definiert das Genre. Das Genre des Slahers, falls das vor ihm schon einer gemacht hat ist mir das egal, Carpenter ist insofern mein Held. Genreelemente und Definitionen werden erschaffen. Nach gewissen Regeln, welche später nochmal in Cravens "Scream" aufgezählt werden. Dabei beginnt Carpenter eigentlich recht gemächlich, mal die grandiose und mörderische Exposition ausgelassen, welche uns ins Innere des Bösen führt und uns durch seine Augen sehen lässt. Und dann beginnt Carpenter wieder langsam, baut gekonnt Spannung auf, führt seine etwas klischeebeladenen Charaktere (auch die definierten das Genre!) ein und führt sie uns nahe. Mit unheilvollen Andeutungen und einem recht subtilen Grundton, bis das Morden von neuen los geht und bis sich die Spannung wieder bis zum krönenden Finale zum Limit begibt. So stelle ich mir einen Horrorfilm vor. Besonders beachtlich ist hierbei selbstredend auch Carpenters Minimalismus und der Gedanke, dass es sich bei "Halloween" grundlegend um eine Low-Budget-Produktion handelte, Carpenter machte das beste daraus würde ich meinen. Klar ist aber auch, dass wohl gerade in heutiger Zeit, wo es heißt mehr Blut, mehr Gewalt, weniger Sinn. Mehr Gewalt und mehr Effekthascherei gerade auf viel Ablehnung stoßen sollte, so schade es auch ist. So könnte man vielleicht insofern Carpenters Werk nicht als zeitgemäß sehen, das nur am Rande. Ich sehe das ganz anders, denn man solle erstmal mit denen Mitteln, die Carpenter nutze ein solches Werk kreieren und dann reden wir weiter, somit gilt ihm mein Respekt. Aber zugegeben gerade durch den Minimalismus mag "Halloween" doch auch seine Schwächen besitzen, besonders inhaltlich. Aber ehrlich wenn interessiert das (mich nicht) bei solch effektvoller Inszenierung Carpenters. Die Kamera tut dazu ihr übriges, ordentlich gefilmt und mit einer unheimlich wie auch (ich verwende jenes Wort bei diesem Film recht gern) effektvollen Atmosphäre verziert.



Verfeinert, perfektioniert oder was auch immer, wird das Ganze dann noch von dem einzigartigen und wieder auch minimalistischen (bzw. jener wird auch effektvoll verwendet) Score vom großen John Carpenter selbst komponiert, bei aller Einfachheit doch noch so famos, sehr einprägsam und damals (bei meiner Erstsichtung) der Grund dafür, dass ich den Film überhaupt schaute. Seltsam, aber wahr. Und man bedenke zudem einfach nochmal den Einfluss den Carpenters Film auf das Genre wie auch die Filmgeschichte auswirkte, das kann man bei aller Kritik nicht leugnen, wenn man es wagt welche zu äußern.



Schlussendlich bleibt mir dann also nur noch zu sagen, dass für mich "Halloween" ein eindeutig wichtiger Vertreter des Horrorfilms ist, ohne ihn wäre das Genre heute wahrscheinlich nicht dasselbe, effektvoll und fesselnd von Carpenter inszeniert und in der Hauptrolle erstklassig von Jamie Lee Curtis verkörpert. Zudem eine wertvolle Erinnerung einer dunklen Nacht. Einer doch wundervollen Nacht des Grauens, so sollte Halloween sein. So wird er seinem Titel immerhin voll und ganz gerecht und noch vielem mehr, denn glasklar scheint, ein meisterhaft gemachtes Stück Zelluloid.



                                             8.0 / 10

Autor: Hoffman



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