Samstag, 17. September 2011

Kritik: "Eine wahre Geschichte - The Straight Story"

Ein David Lynch? Nicht surreal, nicht hochkomplex, nicht verstrickt? Sondern eine einfache Geschichte, er wieder von seiner ruhigen und "menschlichen" Seite, liebevoll, eben eine wahre Geschichte...ja das ist "The Straight Story" vom großen David Lynch aus dem Jahre 1999.

Wie bereits erwähnt ist die Story vom Film einfach, dafür aber genauso Herzerwärmend oder auch liebevoll und am Wichtigsten sie ist wahr, wenn auch in gewisser Weise irgendwie traurig, aber auf jeden Fall unglaublich bewegend: Der 73- Jährige Alvin Straight möchte seinen Bruder Lyle nach einem Schlaganfall besuchen und fährt dazu mit einem Traktor zu ihm. Einfach, aber doch schön mit vielen Lebensweisheiten verziert. Obwohl nicht viel passiert, zu jeder Zeit mitreißend.

Und natürlich fehlt hier selbstverständlich der perfekte Hauptdarsteller, in Form von Richard Farnsworth in seiner letzten Rolle, brillant als alter Witwer Alvin Straight, einwandfrei gespielt, einfühlsam rübergebracht, man fühlt förmlich Farnsworth Kraft und Ruhe beim spielen, ganz groß anders kann ich es nicht beschreiben, eine würdige letzte Rolle für ihn, bei der er noch mal alles geben konnte. Aber auch Sissy Spacek weiß als seine geistig zurückgebliebene Tochter Rose zu glänzen.

Also nun zu Lynchs Regie höchstpersönlich, der Meister bei der Arbeit, wieder ein zweites Mal also nach "Der Elefantenmensch" unglaublich menschlich im Vergleich zu seinen anderen Werken, liebevoll und sehr ruhig präsentiert uns Lynch sein Werk, unfassbar faszinierend, für mich über die volle Laufzeit, dazu noch ein Stück Melancholie und auch Lynch hat hier ein Händchen für jedes noch so kleine Detail, der Mann hat es einfach drauf, wer hätte so was von ihm erwartet... genial...
Des weiteren eine mindestens genauso hervorragende Kamera, mit famos-strahlenden-schönen Bildern, wunderbare Naturaufnahmen, ich kann es eigentlich nur mit dem Wort wunderschön beschreiben...einfach nur klasse...

Und dann gäbe es natürlich noch recht skurrile oder auch man könnte fast sagen schrullige bzw. sympathische und liebvoll gezeichnete Charaktere, toll ausgedacht, da fühlt das Herz regelrecht mit und vergessen sollte ich auch nicht die tiefsinnigen und eindringlichen geschriebenen Dialoge. Das Ganze wird zudem noch perfekt abgerundet von dem großartigen und schönen Score von Angelo Badalamenti.

Nun also was bleibt mir zum Schluss anderes übrig als zu sagen, dass ich von "The Straight Story" mehr als begeistert bin, ganz große Klasse, ich kann mich nur wiederholen Lynch hat es einfach drauf als Regisseur, das nenne ich eine mitreißende, rührende, sanftmütige, filmische Meditation.

9 / 10

Autor: Hoffman


Isos Meinung:

Hoffi liebt den Lynch - das merkt man. Und ich schätze ihn ebenfalls als Regisseur, auch wenn ich noch längst nicht alle Werke von ihm gesehen habe. "The Straight Story" entfernt sich, wie Hoffman bereits sagte, stark vom sonstigen Schaffen des filmischen Surrealisten. Lynch entführt uns in eine warmherzige und ruhige Geschichte, reflektiert mit dem großartigen Richard Farnsworth über das Leben und all seine Facetten. Am Ende steht dann der schlussendliche und vor allem lohnende Weg zur Versöhnung und das Abschließen miteinander. Gefühlvoll, schön anzusehen, ein Geschenk für die Seele.

7 / 10

Keine Kommentare:

Kommentar posten