Sonntag, 2. Oktober 2011

Kurzkritik: "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?"

Offensichtlich führungslos lässt „Burn After Reading“ seine allesamt etwas dusseligen Puppen durch eine Geschichte preschen, die sich nie wirklich ihrer Logik entbehrt, ja, geradezu planlos vollendet ist.

Mit Deppenfrisur und überschüssigen Fettlappen vereinen Chad (Brad Pitt) und Linda (Frances McDormand) die ausgewachsene Blödheit. Jedoch wollen sie etwas: nämlich mehr Geld. Der Grund: Sie haben eine geheime „Geheimscheiß-CD“ (für alle Unwissenden: viele Zahlen, viele Codes, wenig Sinn) gefunden. Hineingezogen in diesen einwandfrei beknackten, nicht durchdachten Plan werden auch der von allen Seiten gehasste, erfolglose, angeblich saufende, Memoiren schreibende Ex-CIA-Analyst Ozzie (John Malkovich) und der nagelnde Holzstuhl-Dildo-Bauende Harry (George Clooney).
Mit schwarzem Witz, kurzweiligen Dialogen, schrägen, aber glänzenden schauspielerischen Leistungen und einigen kritischen Untertönen, natürlich herrlich überspitzt, entfaltet sich eine nette Satire aufs Agentendasein und vielleicht gar auf die herrschende Verblendung im Gesellschaftssystem. Dabei ist im besonderen Maße die Entwicklung der Protagonisten beachtlich, sie schreitet voran und entlädt sich gegen Ende mehr und mehr in Taten, die nicht immer bequem und sauber sind oder den Gesetzbüchern entsprechen, aber das innere Brodeln eines jeden Einzelnen gnadenlos gut einfangen. Letztlich dennoch (besonders durch die anfänglich mauen Minuten) kein Muss, allerdings auch zu keinem Zeitpunkt ein Reinfall, vielmehr ein Werk, das leicht zu verdauen ist, gut funktioniert, für die Coens aber zu wenig ist.


  6,5 / 10


 Autor: Iso

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