Freitag, 11. November 2011

Kritik: Dark City

Aus der kleinen, feinen Rubrik: Geheimtipps (oder so was von dem Hoffman nie zuvor hörte und jetzt voller Begeisterung entdeckt, die Bezeichnung kann somit übertrieben sein).
Ja, das sind solche Filme, die man dank seiner Fernsehzeitung bzw. dank vieler Filmcommunitys entdeckt, woher man ja bekanntlich seine Tipps entdecken mag, wo die Zeitung dann doch versagt bzw. ich als der Leser selbst, da die feinen Perlen leider auf den hintergestapelten Seiten zu finden sind, bei weniger populären Sendern, im Vergleich zu den "Großmächten". So sei erstmal diesen Filmcommunitys gedankt dafür. Außerdem sollte an der Stelle auch mal das TV gelobt werden, denn wer richtig sucht wird die guten Filme finden, das kann ich eindeutig aus Erfahrung sagen, man muss halt nur genau hinschauen und so entdeckte ich dieses Mal für meinen Teil "Dark City" von Alex Proyas aus dem Jahre 1998.

Die Story wurde dabei sehr fein ausgeklügelt, intelligent gemacht, bietet eine interessante Masse an Verweisen auf andere Filme/Werke/was weiß ich noch. Von einer düsteren Zukunftsvision. Stellt Fragen, einmal die Frage nach der Erinnerung/dem Gedanken, nach Trauen und Misstrauen und somit auch nach der Realität, irgendwie, das mag zwar nicht besonders herausstechen, zum Thema gibts bis heute darüber mehr als genug, doch wie gesagt wird es hier in ein interessantes Paket verpackt und gut zugeschnürt: Eine Stadt voller Finsternis. Von ewiger Dunkelheit getrübt. Regiert von merkwürdigen Männern mit Melonen (das mag uns bekannt vorkommen, denken wir an graue Herren), die die Bewohner dieser Stadt öfters mal in den "langen" Schlaf der Ewigkeit versetzen, um so ihre Rasse zu erhalten und um ihnen ihre Gedächtnisse zu nehmen und ihnen eben anderen einzupflanzen, so trifft es auch John Murdoch, der plötzlich an Morde erinnert, die er eigentlich nicht begangen haben sollte. So geht er, mit Hilfe des seltsamen bzw. zwielichtigen Dr. Schreber, den Ereignissen nach...

Und dazu noch eine erstklassige bzw. ich ergänze vorzügliche Besetzung, in der Hauptrolle Rufus Sewell als John Murdoch, was soll ich sagen Sewell übernimmt seinen Part exzellent und weiß nun mal einfach zu überzeugen, halte ihn eh irgendwie für stark unterschätzt.  Neben ihnen wissen aber zudem glänzen einmal Kiefer Sutherland in der (für ihn doch mehr als ungewöhnlichen) Rolle des seltsamen bzw. zwielichtigen oder auch undurchsichtigen Dr. Schreber, war auch hier positiv überrascht von seinem großartigen Schauspiel. War sogar fast ein Highlight, jedenfalls irgendwie. Und dann gäbe es ja auch noch einerseits einen grandiosen William Hurt (wie eigentlich fast immer) als lakonisch angehauchter Inspektor Bumstead, ganz im Sinne des Film noir, und vergessen werde sollte selbstverständlich auch nicht Jennifer Connelly oder noch besser Richard O´Brien, auch hier wissen beide gut aufzuspielen.

Proyas Regie dazu noch hervorragend, wusste mich auf jeden Fall mit seiner spannenden und interessanten Erzählweise zu packen, zudem zitiert er auch fleißig große Meilensteine der Filmgeschichte, sehr fein gemacht, bietet uns einen Mix aus Thriller, Krimi, Sci-Fi, Fantasy und noch viel und für mich funktionierte dieser Mix tatsächlich. Auch wenn für mich am Ende etwas zu abrupt abschließend das Ganze war, also das Werk. Aber sonst sehr gut gehandhabt, da Proyas in seiner "dunklen Stadt" bzw. seinem Film auch eine gewisse Bedrohung und Angst erschafft, die mitreißt.
Auch in anderer Hinsicht ein echter Leckerbissen, denn die Optik setzt dem ganzen wirklich die Krone auf, sehr stilvoll kreierte Bilder, wirklich hübsch gemacht, auch die Umsetzung der Stadt, wo ich mich einerseits sofort an Filme Langs "Metropolis" bzw. fast dem ganzen Expressionismus an sich oder auch Scotts "Blade Runner" bzw. es kamen bei mir auch Gedanken an "Brazil", ich könnte insofern auch viele, weitere Beispiele nennen, sodass man das Werk in der Hinsicht fast als waschechte Hommage an diese Werke sehen könnte, andererseits spürt man auch den dunklen Schatten des Film noirs hinter sich, mit seinem eleganten und stilvollen Gewand, voll von Detektiven und Kriminalität, wie in einem alten Bogart-Film, wunderbar, besonders stark auch der gleichzeitig düstere Touch der Bilder bzw. die fantastische Atmosphäre. Opulent gemacht und die Spezialeffekte auch nur das Beste vom Besten, in der Hinsicht für mich fast unübertrefflich.

Des weiteren noch gut gestaltete Charaktere, mit kleinen Hintergründen, jedenfalls interessante Zeichnung und naja wer weiß schon welche Erinnerung wahr ist? Oder gar welche überhaupt existieren...auch hier mag man einige Versatzstücke bzw. irgendwie auch Anspielungen auf andere Filme finden.
Und zuletzt sollte ich wohl auch noch die irgendwie faszinierende, suggestiv wirkende bzw. dadurch geniale musikalische Untermalung von Tevor Jones erwähnen. Die wie gesagt auch noch eine gewisse Faszination mit sich brachte.

Abschließend bleibt mir dann einfach nur zu sagen, dass "Dark City" für mich auf jeden Fall einen exzellenten Beitrag des Genres darstellt, wurde über die ganze Laufzeit gefesselt, dazu noch eine erstklassige Inszenierung und eine überragende Optik und ich bin begeistert. Leider irgendwie viel zu unbekannt, doch der Film lohnt sich. Denn für mich ist er einfach ausgezeichnet, wenn nicht sogar noch mehr.



8,0 / 10

Autor: Hoffman

Keine Kommentare:

Kommentar posten