Donnerstag, 2. Februar 2012

Kritik: Garden State


"Well, i sew. I made you something. It´s a shirt." -"That´s, That´s good. Thank you." - "Will you try it on now." - "Now?" - "Well, in case I have to fix it before you leave again, and we don´t see you for another nine years. I want to make sure it fits." -"Oh, OK." - "You´re gonna love the material. I used the leftovers from your mother´s design. Gorgeous."

Hoffmans ungewöhnliche filmische Erfahrungen:
Irgendwie seltsam. Jetzt mal ganz abgesehen, von meiner persönlichen Frage, warum ich verhäuft in letzter Zeit zu der Neurose neige meine filmischen Auseinandersetzungen mit skurrilen Titel zu benennen. Dieser Film hat mir hierbei meine Kraft zur Inspiration geraubt könnte man meinen und deshalb versuche ich einfach mal diese Auseinandersetzung hierbei mit dem Film zu beschreiben. Der Konflikt und die Erfahrung von "Garden State" aus dem Jahre 2004, irgendwie eine seltsame. Denn den wollt eigentlich zunächst nicht sehen, weckte in mir eine Antisympathie, allein das Cover. Doch auf Grund meiner herzlich menschlichen Art, welche überraschenderweise doch existent ist, sah ich ihn und kaufte ihn. Ironie? Vielleicht. Ein weiterer Aspekt, der mich vom Werk distanzieren ließ war jener, dass ich mich hier mit glattgebügelten Mainstream-Indie-Arthouse auseinandersetzen müsste, igitt! So mein Gedanke, aber zur weiteren Auseinandersetzung.



Was mir als erstes auffiel war die Handlung, die sollte bei jedem Film existent sein und so überlegte ich nach, vor und während des Films, ob es hierbei denn eine solche gäbe, denn ehrlich gesagt eine wirklich Handlung, die auf etwas hinausläuft fand ich hierbei nicht ganz, merkwürdig. Szenen fließen flüssig ineinander und am Ende hat alles einen Sinn. Irgendwie interessant, irgendwie faszinierend, ein Film über das Leben. Alles dreht sich um den »Garden State«, anders gesagt New Jersey. Und um einen jungen Mann (Andrew), der in seine Heimat zurückkehrt, zur Beerdigung seiner Mutter und dort seine Vergangenheit und deren Konflikte bewältigen muss, Hoffnung findet er dabei in der Liebe. Wunderbar.


Ein weiteres negatives Vorurteil, welches ich bereits vor dem Film äußerte und daher recht pessimistisch veranlagt war, war jene Tatsache, dass Zach Braff Regie führt und zudem gleichzeitig dazu noch die Hauptrolle übernimmt. Ich muss sagen irgendwie mag ich Braff nicht, in seiner Serie "Scrubs" mag er vielleicht ganz ertragbar sein, doch sonst hatte ich bei ihm immer ein schlechtes Gefühl, welches auch Bilder von ihm und dem Film hervorriefen. Doch  ich sollte mich irren, denn in Hinsicht des Schauspiels weiß er zu überzeugen, spielt seine Rolle einfühlsam, liebevoll und irgendwie dabei tiefsinnig, er als erfolgloser Schauspieler Andrew Largeman, ich bin überrascht. Hoffnungsvoll auch das Spiel von Natalie Portman, (mit Dauergrinsen) etwas übermütig, aber herzlich und voller Lebensfreude, sie als Sam - die Lügnerin, durch welche Andrew wieder echte Freude und Gefühle entwickelt. Nettes Paar. Ein weiterer interessant-seltsamer Aspekt am Ganzen war weiterhin, dass mir doch eher weniger die Hauptcharaktere ans Herz wuchsen, als die Nebencharaktere, welche ich letztlich echt gern hatte, ob nun Peter Sarsgaard (bei dem war ich echt überrascht) als Andrews alter Bekannter Mark, welcher mir mit zunehmender Laufzeit sogar am sympathischsten war, der wuchs mir echt ans Herz und überzeugend von ihm gespielt. Das heißt nun Sarsgaard demnächst mehr im Auge behalten, oder eben Film-Darling Ian Holm, mit analytischer Energie ausgestattet, als Andrews Vater, welcher auch sein Psychiater ist, seine Auftritte mögen kurz sein, wurden von mir aber faszinierend aufgenommen. Eine besondere Dynamik zwischen ihm und Braff existierte.


Noch skeptischer machte mich dann der Gedanke, dass Braff wie gesagt Regie führte. Das auch geschickt, denn seine Regie clever gehandhabt, lockt zunächst mit schmackhaften Surrealismus, immer gern gesehen bei mir, da vergisst man den sonst recht prävsionären Aufbau des Films sofort. Und fühlt sich in den Film rein, man will nicht stoppen, Minuten vergehen wie Sekunden und eigentlich wollte man den Film zunächst doch gar nicht erst starten, seltsam. Sein Charakter des Andrew anfangs gefangen in einer Spirale der Tiefen. Dieses Grundthema und Problem allseits bekannt und nur zu menschlich, jeder hat seine Tiefpunkte. Sein Film wirkt fast angereichert mit persönlichen Erlebnissen. Mit diesem Grundschema beginnt Braffs Film und entwickelt sich zum Ende hin zum leibhaftig warmherzig erzählten »Feel-Good-Movie«, sein Umgang dabei stets ehrlich, ob mit seinen schrullig-schrägen bzw. liebenswerten Figuren oder seiner Handlung. Viele Einfälle. Viele Ideen. Viel Stil. Allessamt ungewöhnlich. Man fühlt sich wohl, ich fühlte mich wohl, komisch. Gutes Tempo und guter Witz, ich lachte sogar. Ich hätte nie gedacht, dass ich lachen werde. Ich lache selten. Doch es geschah durch bizarre, skurrile und hinreißend gemachte Ereignisse, schon was feines. Des weiteren sehr sauber die Kameraarbeit, surreale Sequenzen interessant gestaltet, und so auch von dieser stark gefilmt, schillernd mit einer traumhaft-prävisionären, doch nicht weniger magisch wirkenden Atmosphäre. »How wonderful life is...«


Außerdem noch verziert mit einem recht passenden Soundtrack und mindestens genauso passend eingesetzten Songs, welche ideal die jeweilige Stimmung wiedergeben. Für mich etwas prävisionär, dennoch unter anderem findet man dort auch Simon & Garfunkel, welche meinerseits immer gern gesehen oder besser gesagt gehört sind.



"I heard some...you played a big football star? I didn´see it." - "Oh yeah, just this thing." -  "Fucking De Niro and Shit!" - "What?" - "He´s awesome." - "Yeah." -"Deer Hunter?" - "Yeah."

Letztendlich bleibt mir so also nur noch zu sagen, dass für mich "Garden State" ein seltsamer Film ist. Ich mag ihn, komisch. Ein interessantes Stück Filmkunst, mit durchaus originellen Ideen. Ein schöner Film, man möchte ihm fast sein Herz schenken, irgendwann. Man wird sehen, was sich ergibt. Seltsames Filmerlebnis.



 8 / 10

Autor: Hoffman

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