Sonntag, 16. September 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 17.09.18. - 23.09.18



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

17.09.

Eine einfache Geschichte - 20:15, Arte
(R: Claude Sautet / F, D, I 1978)


Gruppenbild mit Dame - 22:00, Arte
(R: Aleksandar Petrovic / D, F 1977)


Predator 2 - 23:15, Kabeleins
(R: Stephen Hopkins / USA 1990)


Wach - 0:05, ZDF
(R: Kim Frank / D 2018)



18.09. 

True Lies - 22:30, Kabeleins
(R: James Cameron / USA 1994)


Inglorious Basterds - 0:20, ZDF
(R: Quentin Tarantino / USA, D 2009)

19.09. 

Das Leben gehört uns - 20:15, Arte
(R: Valerie Donzelli / F 2011)

Mercuaries (OmU) - 22:45, Arte
(R: Virgil Vernier / F 2014)


20.09. 

Man nennt mich Hondo - 20:15, Tele 5
(R: John Farrow / USA 1953)


Haftbefehl - 22:25, 3sat
(R: Vincent Garenq / F, B 2011)


Blackhat - 23:00, Vox
(R: Michael Mann / USA 2015)

Die Frau die singt - Incendies - 23:30, RBB
(R: Denis Villeneuve / KAN, F 2010)

Zwischen den Jahren - 23:30, Arte
(R: Lars Henning / D 2017)

21.09.  

Der Swimmingpool - 22:25, 3sat
(R: Jacques Deray / F, I 1969)

Die Bankiersfrau - 23:50, BR
(R: Francis Girod / F 1980)

Denk ich an Deutschland in der Nacht - 0:45, Arte
(R: Romuald Karmakar / D 2016)

22.09. 

Harry Potter und der Gefangene von Askaban - 20:15, Sat 1
(R: Alfonso Cuarón / GB, USA 2004)

Die Unglaublichen - 20:15, Vox
(R: Brad Bird / USA 2004)

Lady Vegas - 23:40, ARD
(R: Stephen Frears / USA, GB, F 2012)

Sleepers - 23:55, ZDFNeo
(R: Barry Levinson / USA 1996)

23.09. 

Top Secret - 20:15, Tele 5
(R: Jerry Zucker / USA, GB 1984)
 
Amityville Horror - 22:00, Tele 5
(R: Stuart Rosenberg / USA 1979)

28 Weeks Later - 23:55, RTL II
(R: Juan Carlos Fresnadillo / GB, SP, USA 2007)



Autor: Hoffman   



Donnerstag, 13. September 2018

Burning Down the House - Kritik: So was von da (2018)



Mit der Verfilmung von Tino Hanekamps Roman »So was von da« widmet sich German-Mumblecore-Vertreter Jakob Lass erstmals einer Romanverfilmung, die er im Sinne seines FOGMA-Manifests als »erste improvisierte Romanverfilmung« umschreibt, in der die Darsteller folglich ohne Textzwang vor der Kamera standen und ihre Rolle interpretierten. Es ist dabei, wie schon »Tiger Girl«, ein Film geworden, der sehr viel mit der aktuellen Generation zu tun hat und der sich vor allem auch mit seinen Mitteln genau an diese schnelllebige Party-Generation wendet. Es ist ein Film, der mehr noch als sein Vorgängerfilm im Hier und Jetzt existiert. Eine Geschichte besteht dabei nur skizzenhaft: Im Zentrum steht der Clubbesitzer Oskar (Niklas Bruhn), dessen Club auf der Hamburger Reeperbahn vor der Schließung steht. Mit der Silvesternacht ist auch die letzte Nacht seines Clubs angebrochen. Der Abriss steht bevor. Doch das ist eigentlich nicht das Problem. Denn das Chaos nimmt seinen Verlauf, als Kiezkalle in seiner Wohnung steht (die Tür steht zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr), und 10 000 Euro bis Mitternacht von ihm fordert. Dies gibt Lass den Anlass in eine Partywelt einzutauchen, in der es kein Morgen gibt, nur den Moment, den der Film ausgiebig in seinen feieraffinen Bildern zelebriert. Der neue Film von Jakob Lass ist ein durchtriebener Exzess, ein wildes Delirium, das seine Figuren wie auch den Zuschauer in einen Rauschzustand versetzt, ihn in einen sogartigen Partystrudel zieht, in dem Lass vor allem verspielt und ungestüm die filmischen Mittel nutzt, um uns in diese dauerberauschte und grelle Welt der Strobolichter und Nebelmaschinen zu ziehen. Der Film ist in sich geschlossen, funktioniert innerhalb dessen, was er ist: Eine einzige Party, die einen hedonistischen Zeitgeist feiert. Der Film reflektiert nicht, er nimmt auf. Er ist ein lauter Stimmungsfilm, der den Zeitgeist aufsaugt und ihn wieder ausspuckt. Demnach handelt es sich um ein eigentlich sehr schlichtes, beinahe fast vordergründiges Werk, das eine große Lust am exaltierten Exzess und neckischen Spaß hat.


Der Film ist dabei in einzelne Kapitel geteilt, deren Überschriften kurz den Kern der folgenden Ereignisse zusammenfasst, und nutzt auch phasenweise das Voice-Over seines Protagonisten, um auftauchende Figuren und Geschehnisse – der Postmoderne entsprechend – zu kommentieren. Das Werk schüttelt den Zuschauer durch und möchte ihn mit seiner lustvollen und performativen Form verführen. Es bietet dabei auch  genau die Bilder, mit denen sie sich (zumindest das junge/jugendliche Publikum) identifizieren kann. Der Film ist insofern amüsant anzuschauen, durchweg unterhaltsam und bildet eine pulsierende Clubodyssee ab, die keinen klaren Faden besitzt, sondern die seine Figuren wahnhaft von einem Ort zum nächsten driften lässt. Aber es ist auch ein schablonenhaftes Werk, das schwimmt, das seine Figuren skizzenhaft, aber inbrünstig und durchaus eigensinnig erarbeitet. Kleinere Risse tun sich auf, aber auch nicht wirklich. Wirklich tief dringt der Film aber nicht in sie vor. Wir können nur erahnen, was vielleicht so manche eine Figur in ihrem Inneren quält. Ein Hauch von leiser Wehmut schwingt aber immer ein bisschen mit, wenn zum Beispiel die Verflossene von Oskar wieder auf der Bildfläche erscheint. Nicht immer ganz sichtbar. Aber doch liegt sie irgendwo zwischen den Zeilen. Es sind viele kleine Geschichten, die hier ineinandergreifen, die übereinander fallen, die sich vermischen, nicht mehr zu trennen sind. In diesem Sprudel verschwimmt alles zunehmend. Der Film begibt sich mehr und mehr auf eine beinahe surreale Ebene, wo Realität und Rausch ineinander fallen. Es geht diffus zu, es gibt keine Übersicht, man befindet sich Mittendrin, in den grell-roten und grünen Räumen, in der Musik und den Tänzen, dem Rausch des Alkohols und der Drogen. Dieser Film ist die Geschichte einer Nacht, die immer wieder in das Wahnwitzige, oft auch ins absurd Ulkige kippt, wenn in den unter Wasser stehenden Toiletten Klobürsten-Kämpfe betrieben werden oder Corinna Harfouch als überkorrekte Innensenatorin in einem Fahrstuhl feststeckt.


Es ist also ein anarchistisches Werk, dass das Haus zum Niederbrennen bringen möchte. Und der Film hört nicht auf. Er bewegt sich. Er taumelt und dreht sich, pulsiert, atmet, knallt. Er denkt nicht an das Morgen. Er eröffnet schließlich auch keinen Diskurs, der über ihn selbst hinausreicht. Der Film will zwar immer mehr. Aber an das Mehr denkt er trotzdem nicht. Der Film ist komplett in seiner Gegenwart verankert.Der Film hört nicht auf. Erst am Beginn des neuen Tages, wenn das Alte ausgelöscht, dann kann der Film sein Kapitel schließen. Denn es ist ein Momentaufnahme, die man sich festhalten muss, da sie sonst rasch wieder verfliegt und sich im Sonnenlicht eines neues Tages auszulösen beginnt.


6.5 / 10

Autor: Hoffman  

Montag, 10. September 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 10.09.18. - 16.09.18.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

10.09. 

La dolce Vita - 20:15, Arte
(R: Federico Fellini / I, F 1960)

X-Men 2 - 20:15, Kabeleins
(R: Bryan Singer / KAN, USA 2003)

Musketier mit Hieb und Stich - 23:00, Arte
(R: Jean-Paul Rappeneau / F, I, RUM 1970) 

Bis dass der Tod euch entscheidet - 23:05, MDR
(R: Heiner Carow / DDR 1979)

Neruda - 23:25, WDR
(R: Pablo Larrain / CHILE, ARG, F, SP, USA 2016)

 11.09,

Erin Brockovich - 20:15, SuperRTL
(R: Steven Soderbergh / USA 2000)

Radio Rock Revolution - 20:15, Tele 5
(R: Richard Curtis / GB, D, F 2009)

Dinky Sinky - 23:00, BR
(R: Mareille Klein / D 2016)

11.09. 

Toulouse - 20:15, ARD
(R: Michael Sturminger / D 2018)

Gran Torino - 20:15, Kabeleins
(R: Clint Eastwood / USA, D 2008)

Angst (OmU) - 22:55, Arte
(R: Damien Odoul / F, KAN 2005) 

American Mary - 23:40, Tele 5
(R: Sylvia Soska und Jen Soska / KAN 2012)

12.09. 

Die Lügen der Sieger - 22:00, Arte
(R: Christoph Hochhäusler / D 2015)

Blau ist eine warme Farbe - 23:30, BR
(R: Abdellatif Kechiche / F, B, SP 2013)

13.09. 

James Bond 007 - Casino Royale - 20:15, RTL II
(R: Martin Campbell / GB, BHA, CZ, D, USA 2006)

Assault - 22:25, Tele 5
(R: John Carpenter / USA 1976)     

13.09. 

Erschütternde Wahrheit - 20:15, Vox
(R: Peter Landesman / USA, GB, AUS 2015)

Zeit der Zärtlichkeit - 20:15, ServusTV
(R: James L. Brooks / USA 1983)

Collateral - 22:45, ServusTV
(R: Michael Mann / USA 2004)

14.09. 

Batman v Superman: Dawn of Justice - 20:15, Prosieben
(R: Zack Snyder / USA 2016)

César und Rosaline - 20:15, Arte
(R: Claude Sautet / F, I, D 1972)

Die Körperfresser kommen - 22:00, Tele 5
(R: Philip Kaufman / USA 1978)


Autor: Hoffman

 

Donnerstag, 6. September 2018

Zuletzt geschaut: August (2018)



Hoffman

Hitlerjunge Salomon - 6.0
(R: Agnieszka Holland / D, F, PL 1990)

Rufmord - Jenseits der Moral - 5.5
(R: Rod Lurie / USA, F 2001)

Sie tötete in Ekstase - 5.0
(R: Jesus Franco / D, SP 1971)

Tatort: Musik stirbt zuletzt - 5.5
(R: Dani Levy / CH 2018)

Wie in einem Spiegel - 7.0 (konstant)
(R: Ingmar Bergman / S 1961)

Die Sonne Satans - 6.0
(R: Maurice Pialat / F 1987)

Lerchen am Pfaden - 7.0
(R: Jiri Menzel / CZE 1968)

Der Tag, an dem die Erde Feuer fing - 6.0
(R: Val Guest / GB 1961)

Der weiße Hai - 8.5 (konstant)
(R: Steven Spielberg / USA 1975)

Rachels Hochzeit - 6.0
(R: Jonathan Demme / USA 2008)

Mängelexemplar - 5.5
(R: Laura Lackmann Popescu / D 2016)

Keep the Lights on - 6.5
(R: Ira Sachs / USA 2012)

It Comes at Night - 6.5
(R: Trey Edward Shults / USA 2017)

Der China-Legionär - 7.0
(R: Samuel Fuller / USA 1957)

Treibende Wolken - 7.0
(R: Mikio Naruse / J 1955)

Das System - Alles versteht heißt alles verzeihen - 4.0
(R: Marc Bauder / D 2011)

Lockende Versuchung - 7.5 (konstant)
(R: William Wyler / USA 1956)

Die große Illusion - 8.5 (aufgewertet)
(R: Jean Renoir / F 1937)

Schiff nach Indialand - 7.0
(R: Ingmar Bergman / S 1947)


Body & Soul - 7.0
(R: Robert Rossen / USA 1947)

Bestie Mensch - 7.5 (aufgewertet)
(R: Jean Renoir / F 1938)

Die goldene Karosse - 7.5
(R: Jean Renoir / I, F 1953)

Wenn die Nacht anbricht - 7.0
(R: Jacques Tourneur / USA 1956)

So was von da - 6.5
(R: Jakob Lass / D 2018)

Der Mann vom großenn Fluss - 6.5
(R: Andrew V. McLaglen / USA 1965)

Zwei Mütter - 6.5
(R: Anne Zohra Berrached / D 2013)

Licht im Winter - 8.0 (konstant)
(R: Ingmar Bergman / S 1963)

Die Hörige - 7.0 (aufgewertet)
(R: Alf Sjöberg / S 1944)

Sehnsucht der Frauen - 7.0
(R: Ingmar Bergman / S 1952)

Stadt der Illusionen - 8.0
(R: Vincente Minnelli / USA 1952)

Gundermann - 7.0
(R: Andreas Dresen / D 2018)

Familie Lotzmann auf den Barrikaden - 6.0
(R: Axel Ranisch / D 2016)

Bad Girl Avenue - 5.0
(R: Klaus Lemke / D 2018)

Hafenstadt - 6.5
(R: Ingmar Bergman / S 1948)

Gefühlt Mitte Zwanzig - 6.5
(R: Noah Baumbach / USA 2014)

Dance Fight Love Die - 7.0 (aufgewertet)
(R: Asteris Kutulas / GR, D 2017)

An die Freude - 7.0
(R: Ingmar Bergman / S 1950)

The Look of Love - 5.5
(R: Michael Winterbottom / GB 2013)
 

Cameron

++
Esther Kahn
(R:Arnaud Desplechin / F, GB 2000)

Ordet
(R: Carl Th. Dreyer / Dä 1955)

Carrie
(R: Brian dePalma / USA 1976)


+
Poppy - Mohnblumen
(R: Kenji Mizoguchi / Jp 1935)

Oyuki the Virgin
(R: Kenji Mizoguchi / Jp 1935)

Memoires of an Invisible Man
(R: John Carpenter / USA 1992)

Still Life
(R: Jia Zhang-ke / Ch 2006)

Do the Right Thing
(R: Spike Lee / USA 1989)

Sisters
(R: Brian dePalma / USA 1972)

Domino
(R: Tony Scott / USA 2005)

Sud
(R: Chantal Akerman / F, USA 1999)

Baara
(R: Souleymane Cissé / Mali 1978)

Death Duel
(R: Chor Yuen / Ch 1977)

Breezy
(R: Clint Eastwood / USA 1973)


+/-
Someone's Watching Me 
(R: John Carpenter / USA 1978)

The Spiritual Boxer
(R: Lau Kar-leung / Ch 1975)


?
His Girl Friday
(R: Howard Hawks / USA 1941)

La-bas
(R: Chantal Akerman / F, Is 2006)

Barravento
(R: Glauber Rocha / Bra 1962)


  

Sonntag, 2. September 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 03.09.18. - 09.09.18.




Alle Angaben sind ohne Gewähr:

03.09.

Die sieben Samurai - 20:15, Arte
(R: Akira Kurosawa / J 1954)

Gone Girl - 22:15, ZDF
(R: David Fincher / USA 2014) 

Einsteins Nichten - 22:25, 3sat
(R: Friedemann Fromm / D 2017) 

The Cut - 23:15, NDR
(R: Fatih Akin / D, F, PL, TRK, RUS, I, JOR 2014) 

Yakuza - 23:30, Arte
(R: Sydney Pollack / USA, J 1974)


04.09. 

Die Brücke - 20:15, 3sat
(R: Bernhard Wicki / D 1959)

Stonehearst Asylum - 20:15, Tele 5
(R: Brad Anderson / USA 2014)

Haus aus Sand und Nebel - 22:10, ServusTV
(R: Vadim Perelman / USA 2003) 

Die vier im Jeep - 22:35, 3sat
(R: Leopold Lindtberg / CH 1951)

 05.09. 

Seefeuer (OmU) - 22:00, Arte
(R: Gianfranco Rosi / I, F 2016)

Der letzte Akt - 22:25, 3sat
(R: Georg Wilhelm Pabst / D, Ö 1955)


Manila (OmU) - 23:55, Arte
(R: Lino Brocka / PHIL 1975)


06.09. 

Der Weg ins Verderben - 14:10, Arte
(R: Henri Verneuil / F 1956)

Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel - 21:40, Arte
(R: Florian Schnell / D 2016) 

Schwarzer Kies - 22:25, 3sat
(R: Helmut Käutner / D 1961)


Stadt Land Fluss - 23:30, BR
(R: Benjamin Cantu / D 2012)


07.09. 

Sieben Stunden - 20:15, Arte
(R: Christian Görlitz / D 2018)

Batman Begins - 22:10, Prosieben
(R: Christopher Nolan / USA, GB 2005) 

Nachts, wenn der Teufel kam - 22:25, 3sat
(R: Robert Siodmak / D 1957)


The Italian Job - 22:55, RTL II
(R: F. Gary Gray / USA, F, GB 2003)

08.09. 

No Country for Old Men - 22:05, ServusTV
(R: Ethan & Joel Coen / USA 2007)

09.09. 

Le Magnifique - 20:15, Arte
(R: Philippe de Broca / F, I 1973)

Snowpiercer - 22:50, Prosieben
(R: Joon-ho Bong / KOR, CZ 2013)   

Happy Hour - 23:35, ARD
(R: Franz Müller / D, IRL 2015)

Dark Star - 0:00, Tele 5
(R: John Carpenter / USA 1974) 

Ruhm - 1:10, ARD
(R: Isabel Kleefeld / Ö, CH, D 2012)

  
Autor: Hoffman 

Donnerstag, 30. August 2018

Der Feind im eigenen Heim - Kritik: Vertrauter Feind (1997)


Wenn man ehrlich zu sich ist, dann müsste man viel an diesem letzten Werk von Alan J. Pakula kritisieren, angefangen wohl damit, dass der Film sich kaum für seinen eigentlichen politischen Konflikt seiner Geschichte, dem Nordirlandkonflikt, interessiert, ihn kaum näher beleuchtet oder eben damit nur auf das einfachste für seine Geschichte herunter bricht. Es handelt sich wohl demnach mehr um eine moralische Geschichte, um die es Pakula hier geht. Es geht um das IRA-Mitglied Frankie (Brad Pitt), ein gesuchter Terrorist, der untertauchen muss, weil er vom britischen Geheimdienst verfolgt und folglich nach Amerika verschifft wird, von wo er mit einem rustikalen Kahn nach Irland mit einer Schiffsladung Raketen segeln soll, um seine Leute mit ihnen für den Kampf zu stärken. Dabei kommt er - unter dem Namen Rory - bei einer irisch-stämmigen amerikanischen Familie von dem gutmütigen Cop Tom O’Meara (Harrison Ford, der den Neuankömmling mit einem warmen Lächeln begrüßt) in New York unter, die von alledem aber nichts weiß.


Pakulas Film ist solides Handwerk, ein Film, den man seine Routine, die Routine seines Regisseurs (Pakula) und seines Kameramannes (Gordon Willis) ansieht, dem aber auch die kraftvollen Impulse fehlt. Es ist so, als würden sie mit diesem Film schlichtweg Dienst nach Vorschrift machen, mag sich der Film dabei  auch noch einigermaßen in das (vor allem politisch motivierte) Schaffen von Pakula eingliedern. Es ist ein Film über das Private und das Politische, die hier aufeinander treffen. Mit der Gestalt von Rory tritt das Politische in das Private, den Alltag der Familie O’Meara, ein. Es ist demnach auch ein Film über die Familie. Frankie´s Vater, selbst IRA-Mitglied, wurde vor seinen Augen als Kind von einem Unbekannten ermordet (was der Film mit der anfechtbaren These weiterdenkt, dass dies die Begründung wäre, dass Frankie durch diesen Einbruch der Gewalt in der Familienidylle selbst zu einem Mann der Gewalt wird). Zumindest legt der Film damit aber auch den Fokus bei seinen Beginn auf das Thema Familie, das er noch mehrmals aufgreifen wird.

Insbesondere, weil man bisweilen das Gefühl hat, dass der Film weniger von der langsam entwickelnden (und später aufspaltenden) Freundschaft zwischen Rory und Tom erzählt, als denn, dass er von - im übertragenen Sinne zu verstehen - Vater und Sohn erzählt, von dem verlorenen Vater und dem abwesenden Sohn (Tom hat nur drei Töchter, aber keinen Sohn). Pakula erzählt seine sich um Geradlinigkeit bemühende Geschichte bedachtsam, mithilfe einer von James Horner sanftmütigen komponierten und der traditionell-irischen Folklore nahen Filmmusik. Er schaut mit einem ruhigen Auge über das Geschehen, beobachtet unter anderem das familiäre Leben, das sich nur in kleinen Dingen oder Momenten widerspiegelt (das ins Bettbringen der einen Tochter, das zu lange Telefonieren der anderen Tochter, fehlende Milch, die noch besorgt werden muss oder ein chaotischer Morgen, in dem die Bäder versperrt werden), was gewiss nicht ohne Klischees auskommt. Sehen wir darin nun Klischees, so muss man aber zugeben, dass ihre Präsentation hier etwas heimeliges, etwas behutsames hat, mit der man mitgeht. Ebenso beobachtet er Tom bei seiner alltäglichen Arbeit, dem Streifenwagendienst, der aber auch immer etwas Außergewöhnliches mit sich bringt, ihn stets als guten Helden präsentiert, womit auch die Figur von Harrison Ford mehr in den Fokus des Zuschauers rückt, der vorher noch Brad Pitts Figur vorbehalten war.


Pakula versucht die Waage zwischen den beiden Figuren zu halten. Es wird aber recht bald klar, dass Ford, das Gesetz, als Protagonist und Pitt, der Gesetzlose, als Antagonist zu verstehen sind. Dies mündet am Ende noch kurz in einem Katz-und-Mausspiel zwischen den beiden Figuren. Der Film verhandelt Aspekte des Feindes im eigenen Haus, die Frage nach Vertrauen, die Frage nach dem, was richtig und was falsch ist und er könnte wahrscheinlich auch noch ein Film über Identitäten sein (schließlich gibt sich Rory unter falscher Identität aus und Tom ist ein Mann von irischer Abstammung, der aber im Herzen Amerikaner geworden ist). Würde er also all diese Themen nicht nur anskizzieren, sondern mehr aus ihnen machen, so würden sie diesem Film etwas geben, womit man als Zuschauer arbeiten kann. Aber das ist vergebens. Die Konflikte, die dieser Film aufwirft, tippt er meist nur an, wirkt unentschlossen, gibt sich mit Kompromissen und Verzögerungen zufrieden, vergisst sich in konventionellen Drehbuchausflüchten (Treat Williams als ein schmieriger Waffenhändler, der um jeden Preis sein Geld will und kein Nein akzeptiert) und das lässt dieses Werk letztlich recht schlicht erscheinen. Der Film erscheint einfach nicht rund, nicht geschliffen, sondern oft grob zusammengeschustert. Womit er sich auch nicht wie eine Einheit anfühlt, sondern wie zersprungen, in gewiss manchmal nicht uninteressante Einzelteile.


5.5 / 10

Autor: Hoffman 



Sonntag, 26. August 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 27.08.18 - 02.09.18



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

27.08. 

Der Diener - 20:15, Arte
(R: Joseph Losey / GB 1963)

Das Leben und nichts anderes - 22:05, Arte
(R: Bertrand Tavernier / F 1989) 

Unter Beobachtung - 22:15, ZDF
(R: John Crowley / GB, USA 2013) 

Bad Girl Avenue - 0:00, ZDF
(R: Klaus Lemke / D 2018)

28.08. 

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - 20:15, Kabeleins
(R: Steven Spielberg / USA 2008)

In the Cut - 22:00, ServusTV
(R: Jane Campion / AUS, USA, GB 2003) 

Familie Lotzmann auf den Barrikaden - 22:45, ARD
(R: Axel Ranisch / D 2016)


29.08. 

Wild Tales - 20:15, Arte
(R: Damian Szifron / ARG, SP 2014)

Das Salz der Erde - 22:10, Arte
(R: Wim Wenders / F, I BRA 2014)

Junction 48 - 0:00, Arte
(R: Udi Aloni / ISR, D, USA 2016) 

30.08. 

Punch Drunk Love - 20:15, ServusTV
(R: Paul Thomas Anderson / USA 2002)


The Boss - 20:15, Vox
(R: Ben Falcone / USA 2016)

Gefühlt Mitte Zwanzig - 22:25, 3sat
(R: Noah Baumbach / USA 2014)

Die Mitte der Welt - 22:25, Arte
(R: Jakob M. Erwa / Ö, D 2016)

The Duke of Burgundy (OmU) - 23:45, RBB
(R: Peter Strickland / GB, UNG 2014) 

Kahle Köter (OmU) - 0:10, Arte
(R: György Szomjas / UNG 1981)

Der Andere - 2:10, ARD
(R: Richard Eyre / GB, USA 2008)


31.08. 

Schöne heile Welt - 20:15, Arte
(R: Gerot Krää / / D 2018)

James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug - 20:15, RTL II
(R: Michael Apted / GB, USA 1999)

The Look of Love - 22:25, 3sat
(R: Michael Winterbottom / GB, USA 2013)

01.09. 

State of Play - 20:15, ServusTV
(R: Kevin Macdonald / USA 2009)  

Twelve - 23:55, ARD
(R: Joel Schumacher / USA, F 2010)

02.09. 

Die Insel der besonderen Kinder - 20:15, Prosieben
(R: Tim Burton / USA, GB, B 2016)

Straight Outta Compton - 20:15, RTL II
(R: F. Gary Gray / USA 2015)

African Queen - 20:15, Arte
(R: John Huston / USA, GB 1951)

All is Lost - 23:15, 3sat
(R: J.C. Chandor / USA 2013)

Die Geschwister - 0:05, ARD
(R: Jan Krüger / D 2016)


 Autor: Hoffman  

 

Sonntag, 19. August 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 20.08.18 - 26.08.18



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

20.08.

James Bond 007 - Ein Quantum Trost - 22:15, ZDF
(R: Marc Forster / GB, USA 2008)

Der Mann vom großen Fluss - 20:15, Arte
(R: Andrew V. McLaglen / USA 1965)

Wir sind alle Astronauten - 21:55, Arte
(R: Samuel Benchetrit / F 2015)

Polizeiruf 110: Wölfe - 22:45, BR
(R: Christian Petzold / D 2015) 
 

Zwei Mütter - 0:05, ZDF
(R: Anne Zohra Berrached / D 2013)


21.08. 

Alfie - 20:15, ServusTV
(R: Charles Shyer / GB, USA 2004)


Atemlos - 22:10, ServusTV
(R: Jim McBride / USA 1983)

Carol - 22:45, ARD
(R: Todd Haynes / GB, USA 2017)


Odd Thomas - 0:50, ZDF
(R: Stephen Sommers / USA 2013)

22.08. 

In ihren Augen - 20:15, Arte
(R: Juan José Campanella / ARG, SP 2009)

Rain Man - 20:15, Tele 5
(R: Barry Levinson / USA 1988) 

El Clan - 22:15, Arte
(R: Pablo Trapero / ARG, SP 2015)

George Harrison - Living in the Material World - 23:35, BR
(R: Martin Scorsese / USA 2011)

23.08. 

Polizeiruf 110: Smoke on the Water - 20:15, WDR
(R: Dominik Graf / D 2014)

Jongens (OmU) - 22:45, RBB
(R: Mischa Kamp / NL 2014)

Am Strang - 23:50, Arte
(R: Boo Junfeng / SING, D, F, HK, KAT 2016)

24.08.  

James Bond 007: Der Morgen stirbt nie - 20:15, RTL II
(R: Roger Spottiswoode / GB, USA 1997)

From Dusk Till Dawn - 23:10, Prosieben
(R: Robert Rodriguez / USA 1996)

Side Effects - 23:30, ZDFNeo
(R: Steven Soderbergh / USA 2013)

25.08. 

West Side Story - 20:15, 3sat
(R: Robert Wise / USA 1961)

Himmlische Kreaturen - 22:05, ServusTV
(R: Peter Jackson / NEUS, GB, D 1994)

The Bang Bang Club - 23:55, ARD
(R: Steven Silver / KAN, SAFR 2010)

Roter Drache - 0:30, ZDF
(R: Brett Ratner / USA 2002)

26.08. 

Gods of Egypt - 20:15, Prosieben
(R: Alex Proyas / USA, AUS 2016)

Aviator - 20:15, Arte
(R: Martin Scorsese / USA, D 2004)

Der seltsame Fall des Benjamin Button - 20:15, RTL II
(R: Daid Fincher / USA 2008)

Carrie - 22:30, Tele 5
(R: Brian De Palma / USA 1976) 

Sin Nombre - 23:35, ARD
(R: Cari Fukanaga / MEX, USA 2009)




Autor: Hoffman