Sonntag, 27. Mai 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 28.05.18 - 03.06.18



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

28.05. 

Jagd auf roter Oktober - 20:15, Kabeleins
(R: John McTiernan / USA 1990)

Mord mit kleinen Fehlern - 20:15, Arte
(R: Joseph L. Mankiewicz / USA, GB 1972) 
 

Inside Man - 22:15, ZDF
(R: Spike Lee / USA 2006)

Fahrraddiebe - 22:30, Arte
(R: Vittorio De Sica / I 1948)

Trockenschwimmen - 23:55, Arte
(R: Susanne Kim / D 2016) 

Luks Glück - 0:30, ZDF
(R: Ayse Polat / D 2010)

29.05. 

Das Waisenhaus - 20:15, Tele 5
(R: J.A. Bayona / SP 2007)

The Virgin Suicides - 22:05, ServusTV
(R: Sofia Coppola / USA 1999)

Herbert - 22:45, ARD
(R: Thomas Stuber / D 2015)

Fado - 0:45, ARD
(R: Jonas Rothlaender / D, POR 2016)

 30.05. 

Mammuth - 20:15, Arte
(R: Benoit Delépine, Gustave de Kervern / F 2010)

Die weißen Nächte des Postboten (OmU) - 21:40, Arte 
(R: Aleksey Tryapitsyn / RUS 2014)

Hot Shots! - 22:35, Kabeleins
(R: Jim Abrahams / USA 1991)

Berlin Rebel High School - 22:45, ARD
(R: Alexander Kleider / D 2016)

 31.05. 

The Wrestler - 20:15, ServusTV
(R: Darren Aronofsky / USA, F 2008)


Die Reise mit Vater - 23:15, Arte 
(R: Anca Miruna Lazarescu / D, RUM, UNG, S 2016)

01.06. 

Jurassic Park - 20:15, RTL II
(R: Steven Spielberg / USA 1993)

Henry & June - 22:25, 3sat
(R: Philip Kaufman / USA 1990)

Der weiße Hai - 22:50, RTL II
(R: Steven Spielberg / USA 1975)

X-Men 2 - 23:00, Prosieben
(R: Bryan Singer / KAN, USA 2003)

02.06. 

Unfriend - 20:15, Prosieben
(R: Simon Verhoeven / D 2015)

Vergessene Welt: Jurassic Park - 20:15, RTL II
(R: Steven Spielberg / USA 1997)

Wiedersehen in Howard´s End - 20:15, ServusTV
(R: James Ivory / GB, J, USA 1992)

Regression - 22:00, Prosieben
(R: Alejandro Amenábar / KAN, SP 2015)

The Fog - 23:50, RBB
(R: John Carpenter / USA 1980)

03.06. 

Star Trek Beyond - 20:15, Prosieben
(R: Justin Lin / USA 2016)

Jurassic Park 3 - 20:15, RTL II
(R: Joe Johnston / USA 2001)

Kramer gegen Kramer - 20:15, Arte
(R: Robert Benton / USA 1979) 

10 Cloverfield Lane - 22:40, Prosieben
(R: Dan Trachtenberg / USA 2016) 

Auf der Flucht - 22:50, Sat 1
(R: Andrew Davis / USA 1993)

Soul Kitchen - 23:30, 3sat
(R: Fatih Akin / D, F, I 2009) 

Phoenix - 23:35, ARD
(R: Christian Petzold / D, PL 2014)

 


 Autor: Hoffman

Freitag, 25. Mai 2018

Zwei Marias für ein Halleluja - Klassiker der Extraklasse: Viva Maria! (1965)




Louis Malles »Viva Maria!« ist vornehmlich natürlich erst einmal ein Film (dafür ist er heute schließlich noch eingermaßen bekannt), in dem die beiden Filmdiven Brigitte Bardot und Jeanne Morau aufeinandertreffen. Sie beide heißen Maria und sind Rivalinnen, die sich gegenseitig übertreffen wollen als auch Partnerinnen, die gemeinsam in den Kampf ziehen gegen komische Diktatoren und ihr Militär. Das sind bei Louis Malle natürlich wieder (es ist Moreaus dritte, Bardots zweite Hauptrolle in einem Werk von Malle) starke Protagonistinnen, Frauen, die auch zurückschlagen mit ihren eigenen Mitteln, die wissen ihre Reize auszuspielen und die Malle dann bei diesem Film liebend gern hinter ein Maschinengewehr klemmt und sie abdrücken lässt. Dabei wandeln er und Jean-Claude Carriére auf den Spuren der Geschichte von Maria (Magdalena) und wandeln sie für ihre Handlung ab (nicht nur, in dem sie die Maria duplizieren). Auch die Geschichte dieses Filmes ist die Erzählung von den Huren (in Malles Film arbeiten die beiden Protagonistinnen zunächst als leichte Varietemädchen, die in ihrer gegenseitigen Rivalität einen Striptease erfinden), die zu Heiligen werden, also in diesem Fall zu Freiheitskämpferinnen des fiktives San Miguels.


In diesem Film steckt also auch der christliche Mythos begraben, den Louis Malle an einer Stelle auch deutlich an die Oberfläche bringt. Dieser Moment, zu Beginn der zweiten Hälfte des Films, in dem der Film dann auch sein nötiges Gewicht hält und die Motivation für seine Protagonistinnen vorgibt, stellt den Revolutionär Flores (George Hamilton) vor, dem ein Kreuz angebunden wurde und der in einen finsteren Kerker gehängt wird. Maria (Jeanne Moreau) verliebt sich in ihn, durchlebt eine heimlich Liebesnacht mit ihm. Dies stellt auch den zärtlichsten Moment des Films dar. Malle setzt diesen geschundenen Revolutionär in diesem Augenblick mit Jesus gleich. Bei der Flucht stirbt Flores, ermutigt durch seine Bitte, führt Maria seine Arbeit weiter und aus Louis Malles Werk wird dann endgültig auch ein Revolutionswestern, den er aber - wie beschrieben - überraschend ernst einleitet. Denn er lässt kurz und dezent Stille und Dunkelheit die Bilder einnehmen, scheinbar, um das Fundament für die weitere Geschichte zu bauen.


Denn vorher, wenn Maria und Maria mit der kleinen Varietetruppe auftreten, ziert den Film bei seinen Tänzen eine seichte Ausgelassenheit und eine lockere Leichtlebigkeit, zu der dieser Film aber auch schon wieder nach der Befreiung zurückfindet, auch wenn man dazu sagen muss, dass Malle diesen Film vielleicht gesetzter erzählt als man es von dem Regisseur von »Zazie« (diese visuelle Verspieltheit schimmert nur in eins bis zwei Sequenzen durch) erwarten würde. Dann ist er nämlich wieder die augenzwinkernde und fröhlich-freche Komödie, die man auch beinahe als Parodie auf gängige Revolutionswestern verstehen kann (denn von den Antagonisten geht hier gewiss kaum eine wirkliche Bedrohung aus, eher wirken sie wie aus einer Burleske entsprungen). Nur in wenigen Momenten verlagert sich der Ton des Films, dann aber auch nur fast unmerklich, denn sonst schreitet Malle, der es hier liebt Kurven zu fahren, heiter mit seinen Protagonistinnen voran und stürzt sich mit ihnen gewitzt in die Revolution, in der Tauben Handgranaten ins das Nest des Feindes fliegen und die Kirche ihre mitteralterlichen Folterinstrumente nicht reaktiviert bekommt.

6.5 / 10

Autor: Hoffman 

Sonntag, 20. Mai 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 21.05.18 - 27.05.18


Alle Angaben sind ohne Gewähr:

21.05. 

Sein Mädchen für besondere Fälle - 14:10, 3sat
(R: Howard Hawks / USA 1940) 

Meine Braut ist übersinnlich - 15:35, 3sat
(R: Richard Quine / USA 1958)


Die Farbe Lila - 20:15, Kabeleins
(R: Steven Spielberg / USA 1985)

Ricki - Wie Familie so ist - 20:15, Vox
(R: Jonathan Demme / USA 2015)

El Cid - 20:15, 3sat
(R: Anthony Mann / USA, I 1961)

Inside Llewyn Davis - 20:15, Arte
(R: Ethan & Joel Coen / USA, GB, F 2013)

Zwei Freunde - 21:55, Arte
(R: Louis Garrel / F 2015)

Denen man nicht vergibt - 22:00, ServusTV
(R: John Huston / 1960)

Hurricane - 23:35, Kabeleins
(R: Norman Jewison / USA 1999)

Die Geisha - 0:05, ZDF
(R: Rob Marshall / USA 2005) 

22.05. 

Seraphim Falls - 20:15, Tele 5
(R: David Von Ancken / USA 2006)

Before Midnight - 22:00, ServusTV
(R: Richard Linklater / USA 2013) 

Gesetzlos - 22:25, Tele 5
(R: Gregor Jordan / AUS, GB, USA, F 2003)

Bone Tomahawk - 0:35, Tele 5
(R: S. Craig Zahler / USA, GB 2015)

Feuchtgebiete - 1:05, ZDF
(R: David Wnendt / D 2013)

23.05. 

Der Staat gegen Fritz Bauer - 20:15, ARD
(R: Lars Kraume / D 2015)

Sophie Scholl - Die letzten Tage - 20:15, Arte 
(R: Marc Rothemund / D 2005)

Son of Saul (Omu) - 22:10, Arte
(R: Laszlo Nemes / UNG 2015) 
 

Manhunt - Blutmond - 0:50, Kabeleins
(R: Michael Mann / USA 1986)

24.05.

Ladykillers - 20:15, Kabeleins
(R: Ethan & Joel Coen / USA 2004)

Lone Ranger - 20:15, Vox
(R: Gore Verbinski / USA 2013) 

Wild Tales - 22:25, 3sat
(R: Damiaan Szifron / ARG, SP 2014) 

Road to Perdition - 22:30, Kabeleins
(R: Sam Mendes / USA 2002) 

Une Jeunesse Allemande - 23:15, Arte
(R: Jean-Gabriel Periot / F, D 2015)

Das Romeo-Prinzip - 23:30, NDR
(R: Eicke Bettinga / D 2015)



25.05. 

Star Trek  20:15, Prosieben
(R: J.J. Abrams / USA, D 2009)

Zeit des Aufbruchs - 20:15, Arte
(R: Virginie Sauveur / F 2017)

Vier im roten Kreis - 22:25, 3sat
(R: Jean-Pierre Melville / F, I 1970)

Der Chef - 0:40, 3sat
(R: Jean-Pierre Melville / F, I 1972) 

Im Rausch der Tiefe - 2:55, RTL II
(R: Luc Besson / F, USA, I 1988

Cotton Club - 2:55, ARD
(R: Francis Ford Coppola / USA 1984)

26.05. 

Die nackte Kanone - 20:15, SuperRTL
(R: David Zucker / USA 1988)  

One Hour Photo - 20:15, ServusTV
(R: Mark Romanek / USA 2002)

Am Sonntag bist du tot - 22:00, ServusTV
(R: John Michael McDonagh / IRL, GB 2014)  

Die neun Pforten - 22:50, RTL II
(R: Roman Polanski / F, SP, USA 1999)

Die Unsichtbare - 23:30, 3sat
(R: Christian Schwochow / D, F 2011) 

Spider-Man - 0:40, ARD
(R: Sam Raimi / USA 2002)


27.05. 

Das fünfte Element - 20:15, Sat 1
(R: Luc Besson / F 1997)

Johnny Guitar - 20:15, Arte
(R: Nicholas Ray / USA 1954) 

Stirb Langsam 2 - 22:55, Sat 1
(R: Renny Harlin / USA 1990)

Ein letzter Tango - 22:55, Arte
(R: German Kral / ARG, D, I 2015)


Uns geht es gut - 0:05, ARD
(R: Henri Steinmetz / D 2016)

Autor: Hoffman




 

 

Mittwoch, 16. Mai 2018

Am Rande der Gesellschaft - Klassiker der Extraklasse: Xiao Wu (1997)



Xiao Wu, Jia Zhangkes erster Langfilm, ist eine Charakterstudie, die ihren Protagonisten gleichzeitig als Sinnbild für die trost- und perspektivenlose Situation des Landes nimmt. Ein Film wie er seither wohl oft an Festivals zu sehen ist; Menschen am Rande der Gesellschaft, denen es unmöglich ist, mit dieser ins Reine zu kommen, wie es der zutiefst pessimistische Schluss von Xiao Wu (so auch der Name des Protagonisten) verdeutlicht.


Xiao Wu ist ein Taschendieb, und der Film ist in mehrere (aber nicht klar abgetrennte) Episoden aufgeteilt, die alle mehr oder weniger übel enden. Nach der Rückkehr in seinen Heimatort (nach welchem Zeitraum ist völlig unklar) erlangt ihn die Nachricht von einem bevorstehenden, grossangelegten Heiratsfest eines ehemals guten Freundes / Komparsen; Xiao Wu ist allerdings nicht eingeladen. Denn sein Freund hat es zu einem angesehenen Händler gebracht; dessen Vergangenheit, der Xiao Wu angehört, soll möglichst vergessen werden, die Gäste nicht daran erinnert. Gleichzeitig mit dem Freund hat sich auch die Stadt und das gesellschaftliche Leben verändert, Fortschritt hält Einzug; schärfere Gesetze gegen Kriminelle werden in den Strassen verkündet; alte Geschäfte müssen umziehen, Häuser und Quartiere werden zerstört um Neuem, Besserem Platz zu machen. Auf dieses Neue warte man dann aber vergeblich, sagt einmal eine Figur. Xiao Wus Umfeld rät ihm, mit der Veränderung Schritt zu halten, ebenfalls Händler oder Kaufmann zu werden, wie Xiao Yong, der ehemalige Freund. „Ich habe nicht seinen Kopf“, meint Xiao Wu nur.
Die zweite, besonders gelungene Episode handelt von seiner Beziehung zu einer Prostiuierten, Meimei, die er irgendwie lieb gewinnt (trotz grosser Unterschiede), die er während einer Krankheit pflegt, die ihn dann aber wortlos verlässt und mit anderen Klienten zusammen verschwindet. In der dritten Episode besucht er seine Eltern, Bauern ausserhalb der Stadt. Auch eine Schwester und zwei Brüder finden sich dort ein, eine davon heiratet eine vermögendere Frau aus Peking; der Vater verlangt von allen Kindern 5000 Yen als Mitgift; es kommt zum Zerwürfnis, Xiao Wu verlässt seine Familie, und soll sich ja nie mehr blicken lassen, ruft ihm der Vater nach. In der abschliessenden Episode wird Xiao Wu schliesslich bei einem kleinen Diebstahl gefangengenommen und von einem Polizisten scheinbar unvorsichtigerweise auf der Strasse, an einen Pfahl gekettet, „vergessen“ – woraufhin sich alle Passanten um ihn versammeln, voll Hass in ihren Augen.


Eine wichtige Rolle durch den ganzen Film hindurch spielt das Lokalfernsehen (die Anzahl der Fernsehgeräte wuchs in China ab den 80er-Jahren rasant an, ein Zeichen des Wandels). Xiao Yong wird interviewt, Meimei singt zu einem gezeigten Musikvideo, Xiao Wu lernt später ebenfalls dadurch, mitzusingen, und gegen Ende sehen wir einen News-Flash über seine Verhaftung mit Interviews der darüber frohen Bürger der Stadt. Repräsentation ist dauerhaft präsent, verstärkt aber nur das Gefühl von Verlorenheit, Unangepasstheit, Un-Zugehörigkeit; Xiao Wu wird verstossen von Freund, Liebe und Familie, und am Ende vom Recht und der Gesellschaft im Allgemeinen. Er kommt mit dem Umschwung des Landes nicht mit; mit der Modernisation, der Oeffnung gegenüber dem Ausland etc; wer sich nicht sofort, wie sein ehemaliger Freund, der veränderten Lage anpasst, ist automatisch ein Verlierer.


Im Vergleich zu Jias nächstem Film (und breakthrough) Platform wirkt Xiao Wu weniger "elaboriert", spontaner. Was in Platform auffällt kommt allerdings schon hier etwas zum Tragen: wie Jia jede der z.T. langen Einstellungen bis ins letzte ausnützt, um Informationen auf verschiedenen Ebenen zu vermitteln; einerseits als kleine narrative Sketches (allerdings immer ohne Drama, was, wie Jia in einem Interview erklärt, auf die chinesische Art und Weise zurückgeht, mit Konflikt umzugehen), andererseits als historisch-soziologisches Setting (hier packt er unglaublich viel in den Hintergrund oder die Ecken des Bildes, und besonders auch auf die Tonspur, durch Radio oder Fernsehen, durch Ansagen über Lautsprecher, und durch nicht im Bild zu sehende Personen), sowie als rein dem Charakter gewidmete kleine Studien / Beobachtungen.


+
Autor: Cameron

Sonntag, 13. Mai 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 14.05.18 - 20.05.18


Alle Angaben sind ohne Gewähr:

14.05. 

Kirschblüten und rote Bohnen - 20:15, Arte
(R: Naomi Kawase / J, F, D 2015)

Blau ist eine warme Farbe - 22:05, Arte
(R: Abdellatif Kechine / F, B, SP 2013)

Lore - 23:15, NDR
(R: Cate Shortland / D, AUS, GB 2012)

Mission - 0:35, MDR
(R: Roland Joffé / GB, F 1986)

15.05. 

Sideways - 20:15, ServusTV
(R: Alexander Payne / USA 2004)


The Beach - 20:15, SuperRTL
(R: Danny Boyle / USA, GB 2000)


Exit Marrakech - 22:10, WDR
(R: Caroline Link / D 2013)

Requiem for A Dream - 22:35, Tele 5
(R: Darren Aronofsky / USA 2000) 

Tollkühne Flieger - 0:20, ARD
(R: George Roy Hill / USA 1975)

Barneys Version - 0:50, ZDF
(R: Richard J. Lewis / USA 2011)

 16.05. 

Mustang - 20:15, Arte
(R: Denis Gamze Ergüven / TRK, F, D, KAT 2015)

Amnesia - 22:40, Arte
(R: Barbet Schroeder / CH, F 2015)

17.05. 

Cliffhanger - 20:15, Tele 5
(R: Renny Harlin / USA, I, F 1993)

Il Divo - 22:25, 3sat
(R: Paolo Sorrentino / I, F 2008) 

Die Liebe der Kinder - 23:25, WDR
(R: Franz Müller / D 2009)

Renoir - 23:45, RBB
(R: Gilles Bourdos / F 2012) 

18.05. 

Der Hund begraben - 20:15, Arte
(R: Sebastian Stern / D 2016)

22 Jump Street - 20:15, RTL II
(R: Phil Lord, Chris Miller / USA 2014)

Der Spion, der aus der Kälte kam - 22:25, 3sat
(R: Martin Ritt / GB 1965)

Vinyan - 0:15, 3sat
(R: Fabrice Du Welz / F, B, GB, AUS 2008) 

Snatch - 0:35, RTL II
(R: Guy Ritchie / GB, USA 2000) 

19.05.  

Doktor Schiwago - 20:15, ServusTV
(R: David Lean / GB, D, USA 2002)

Kill the Messenger - 23:00, ZDF
(R: Michael Cuesta / USA 2014) 

Reise nach Indien - 0:40, ServusTV
(R: David Lean / GB, USA 1984) 

20.05. 

Die Reifeprüfung - 17:15, 3sat
(R: Mike Nichols / USA 1967)


Man lernt nie aus - 20:15, Sat 1
(R: Nancy Meyers / USA 2015)

Der Glöckner von Notre Dame - 20:15, Arte
(R: Jean Delannoy / F, I 1956)

Peeping Tom - 20:15, Tele 5
(R: Michael Powell / GB 1960)

Jud Süß - Film ohne Gewissen - 22:30, Tele 5
(R: Oskar Roehler / D, Ö 2010) 

Wild - 23:35, ARD
(R: Ncolette Krebnitz / D 2016)



Autor: Hoffman  

Donnerstag, 10. Mai 2018

Zuletzt geschaut: April (2018)





Hoffman

Im Labyrinth des Schweigens - 6.0
(R: Giulio Ricciarelli / D 2014)

Alles steht Kopf - 5.5
(R: Pete Docter, Ronnie Del Carmen / USA 2015)

Unsane - 6.5
(R: Steven Soderbergh / USA 2018)

Das siebente Siegel - 9.0 (konstant)
(R: Ingmar Bergman / S 1957)

Das Böse - 6.5 (aufgewertet)
(R: Don Coscarelli / USA 1979)

Die irre Heldentour des Billy Lynn - 7.5
(R: Ang Lee / TWN, GB, USA, CHINA 2016)

Vollmondnächte - 7.0
(R: Eric Rohmer / F 1984)

Mein wunderbarer Waschsalon - 7.0
(R: Stephen Frearss / USA 1985)

Pasolini - 6.0
(R: Abel Ferrara / B, I, F 2014)

Persona - 8.5 (konstant)
(R: Ingmar Bergman / S 1966)

LenaLove - 4.5
(R: Florian Gaag / D 2016)

The Insider - 8.0 (konstant)
(R: Michael Mann / USA 1999)

Das Leben ist ein Roman - 7.5
(R: Alain Resnais / F 1983)

Faust - 6.0
(R: Peter Gorski / D 1960)

A World Beyond - 4.5
(R: Brad Bird / USA, SP 2014)

Ready Player One - 6.5
(R: Steven Spielberg / USA 2018)

Muriel oder die Zeit der Wiederkehr - 7.0
(R: Alain Resnais / F 1963)

Macht euch keine Sorgen! - 5.0
(R: Emily Atef / D 2018)

Shahada - 5.0
(R: Burhan Qurbani / D 2010)

Die phantastische Reise - 6.0
(R: Richard Fleischer / USA 1966)

Auf einmal - 6.0
(R: Asil Özge / D, F, N 2016)

Invasion vom Mars - 6.0 
(R: Tobe Hooper / USA 1986)

A Quiet Place - 6.5
(R: John Krasinski / USA 2018)

Transit - 7.0
(R: Christian Petzold / D 2018)

Rocker - 7.0
(R: Klaus Lemke / D 1972)

Chronicle of a Boy Alone - 7.0
(R: Leonardo Favio / ARG 1965)

Der Feuerwehrball - 6.5
(R: Milos Forman / CZE 1967)

Electric Boogaloo - 6.0
(R: Mark Hartley / GB, USA, ISR, AUS 2014)

Fantastic 4 - 4.5
(R: Josh Trank / USA 2015)

Später Frühling - 7.5
(R: Yasujiro Ozu / J 1949)

Ich liebe dich, ich liebe dich - 6.5
(R: Alain Resnais / F 1968)

Black Out - 7.0
(R: Nicolas Roeg / GB 1980)

Rewind - Die zweite Chance - 7.0
(R: Johannes Sievert / D 2017)

Safari - 6.5
(R: Ulrich Seidl / Ö 2016) 

 

Cameron

++
Smorgasbord / Cracking Up
(R: Jerry Lewis / USA 1983)

Mein langsames Leben
(R: Angela Schanelec / D 2001)


+
Sao Bernardo
(R: Léon Hirszman / Br 1972)

The Lodger
(R: Alfred Hitchcock / GB 1927) 

+/-
Titanic
(R: James Cameron / USA 1997)

Sonntag, 6. Mai 2018

Fern-Sehen / TV-Tipps: 07.05.18. - 13.05.18.



Alle Angaben sind ohne Gewähr:

07.05. 

Gefundene Jahre - 14:00, Arte
(R: Melynv Leroy / USA 1942) 

Blue Jasmine - 20:15, Arte
(R: Woody Allen / USA 2013) 

La Grande Bellezza - 21:50, Arte
(R: Paolo Sorrentino / I, F 2013)

Warlock - Satans Sohn - 22:20, Tele 5
(R: Steve Miner / USA 1989)

Die Brücke - 23:10, MDR
(R: Bernhard Wicki / D 1959)

Wolfskinder - 23:15, NDR
(R: Rick Ostermann / D 2013)

Schwerkraft - 23:50, ZDF
(R: Maximilian Erlenwein / D 2009)

08.05. 

Irreversibel - 0:15, Tele 5
(R: Gaspar Noé / F 2002)

09.05. 

Der Effekt des Wassers - 20:15, Arte
(R: Sólveig Ansbach, Jean-Luc Gaget / F, ISL 2016)

Der Schatz (OmU) - 22:30, Arte
(R: Corneliu Porumboiu / RUM, F 2015)


Eine Geschichte von Liebe und Finsternis - 22:45, BR
(R: Natalie Portman / ISR, USA 2015)

Freund Fritz (OmU) - 23:55, Arte  
(R: Jacques de Baroncelli / F 1933)



Hannas Reise - 0:35, BR
(R: Julia von Heinz / D, ISR 2013)

10.05. 

Im Juli - 20:15, Tele 5
(R: Fatih Akin / D, TÜR 2000)

Garden State - 20:15, ServusTV
(R: Zach Braff / USA 2004) 

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand - 22:05, ARD
(R: Felix Herngren / S 2013)

Ein Platz im Herzen - 22:05, ServusTV
(R: Robert Benton / USA 1984)

Fucking Berlin - 22:20, Tele 5
(R: Florian Gottschick / D 2016)

Happy Hour - 22:55, Arte
(R: Franz Müller / D, IRL 2015) 

The Interview - 23:45, RTL
(R: Seth Rogen, Evan Goldberg / USA 2014)  


 
 11.05. 

21 Jump Street - 20:15, RTL II
(R: Phil Lord, Chris Miller / USA 2012)

Die Blechtrommel - Director´s Cut - 23:00, 3sat
(R: Volker Schlöndorff / D, F, PL, JUG 2010)

The Guest - 0:00, RTL II
(R: Adam Wingard / USA, GB 2014)


12.05. 

Die Firma - 20:15, RTL II
(R: Sydney Pollack / USA 1992)

Am Rande des Rollfelds - 1:20, Arte
(R: Chris Marker / F 1962)


Das Ding aus einer anderen Welt - 1:20, ZDF 
(R: John Carpenter / USA 1984)

13.05. 

The Wind That Shakes the Barley - 20:15, Arte
(R: Ken Loach / IRL, GB 2001)


Scream - 0:05, RTL II
(R: Wes Craven / USA 1997)

Agnes  - 0:20, ARD
(R: Johannes Schmid / D, B 2016)
 

Die barfüßige Gräfin - 0:40, 3sat
(R: Joseph Mankiewicz / USA 1954)

Autor: Hoffman

Donnerstag, 3. Mai 2018

Alles eine Frage der Zeit - Kritik: Rewind - Die zweite Chance (2017)



Nach seinen beiden essayistisch-dokumentarischen Reisen durch die deutsche Genrelandschaft der 60er und 70er Jahre, die er mit Dominik Graf zusammen verwirklichte, liefert Johannes Sievert mit seinem Spielfilmdebüt "Rewind" nun seinen ersten eigenen Beitrag zum deutschen Genrefilm ab. Der Film dürfte dabei einen der ersten deutschen Genrefilme darstellen, der sich dem Thema Zeitreisen verschrieben hat und den der Film mit einem konventionellen Kriminalplot verzahnt. So treffen sich hier Science-Fiction und Kriminalfilm. Zunächst behält aber der Kriminalfilm die Oberhand, die Suche nach einem mysteriösen Mörder, dessen Identität von Anfang an bewusst verschleiert wird. Der Film erzählt von Kommissar Lenders (Alex Brendemühl), der seine Frau bei einem Banküberfall verliert und sich auf die Suche nach einem Serienmörder begeben muss. Eines von dessen Opfern behauptet in einer Videoaufnahme von sich, es wäre in die Vergangenheit gereist. Sieverts Film ist auf den ersten Blick schwer zu fassen, denn der Plot bildet zwar einen traditionellen Topoi des Genrekrimis ab, aber Sievert erzählt diese Geschichte verstrickt, voller Nebentüren, in die sich der Film stürzt. Doch das schöne an diesem Genrefilm ist damit unter anderem auch, dass sich Sievert versucht auf seine Figuren einzulassen, dass er sich Zeit für sie nimmt, um ihr alltägliches Leben zu skizzieren, dem Zuschauer eine Ahnung von ihren Träumen und ihren Plänen für die Zukunft zu geben. Der Film ist also bemüht seinen Figuren eine Geschichte zu geben.


So leidet der Kommissar auch unter dem Verlust seiner Frau, was der Film auch bewusst intensiv schildert und am Ende zu seiner Motivation werden lässt. Es ist eine Figur, die schließlich niemanden mehr verlieren möchte. Aber auch den Nebenfiguren versucht Sievert eine Geschichte aufzudrücken. So gibt es natürlich einen jungen Kollegen (Max von Pufendorf), dessen Freundin ein Kind erwartet, sich nach ihrem Mann sehnt, der immer nur spät nach Hause kommt und gar nicht so recht weiß, was er da eigentlich für ein Glück hat. Sein Freund Lenders weiß es. Folglich schildert das Werk eigentlich banales, was vielleicht sogar vom linearen Kriminalplot wegführt, aber am Ende für das dramatische Potenzial der Geschichte tragend wird, um die Gefühle der Figuren und ihre Seelenleben zu verstehen. Der Verlust seiner Figuren bedeutet Sievert etwas. Auf der anderen Seite könnte man dahingehend auch kritisieren, dass der Film dadurch sehr überfrachtet erscheint, denn er versucht jede zentrale Figur wirklich in dieser Hinsicht unter Dach und Fach zu bringen. Das betrifft auch die antagonistische Kraft im Film. Diese Figur ist eine zunächst schattenhafte Figur, die in Genretradition als eine Art Übermensch inszeniert wird, die keine Skrupel hat, ihre Ziele zu verfolgen, aber nur vage im Bild erscheint. Diese Figur ist eine diffuse Energie im Film, weil Sievert zwar im Verlauf der Geschichte auch ihre Beweggründe darlegt, aber sie als Figur trotzdem nie wirklich greifbar, sondern undefiniert bleibt. Man glaubt diese Figur irgendwie nicht in diesem Film. Es ist eine Figur, die irritiert, weil sie innerhalb des Films irgendwie widersprüchlich erscheint. Es ist eine funktionale Figur, die ihren Zweck erfüllt und die Sievert auch versucht markant darzustellen, aber dieser Bösewicht bleibt eine Kinofigur, anders als die meisten anderen Figuren in dem Film kann man sie sich nicht in einer Wirklichkeit beziehungsweise der Wirklichkeit des Films vorstellen, denn es ist eine Figur, die nur der Phantasie eines Autors entspringen kann und so ist sie doch ein bisschen befremdlich innerhalb dieses Films, der vor allem seine Figuren über ihre zwischenmenschlichen Beziehungen beiläufig skizziert, wenngleich sie theoretisch als ein antagonistischer Stereotyp des Genrefilm durchaus Sinn macht. Sie gehört somit eher zu den ulkigen Phantastereien dieses Films, der sonst - klammert man mal das Thema der Zeitreise als zentrales Element aus - oft überraschend bodenständig erscheint.

Daneben gleitet der Film dann Schritt für Schritt vorsichtig in das Science-Fiction-Genre über, das der Film dann mit großer Überzeugung versucht zu verkaufen, ist sich aber dabei der Absurdität seines Szenarios der Zeitreise stets bewusst, wenn er seinen Kommissar Lenders kommentieren lässt, dass sie diesen Irrsinn erstmal für sich behalten sollten, als sie eine Festplatte mit dem Video des Mannes finden, der anscheinend mithilfe eines Chips durch die Zeit reisen kann. Der Weg des Kommissares führt schließlich an eine Universität, wo ihm ein junges Team an Teilchen-Physikern helfen soll, der Erkenntnis einen Schritt näher zu kommen und ihm vielleicht sogar die Chance gibt Vergangenes neu zu konstruieren. Dazu ist der Film bis zum Ende verschlungen erzählt. Er ist atemlos und vor allem sehr zeichendicht, was sich besonders in einer raffinierten Montage zu Beginn zeigt, in der das Werk sein erstes Highlight liefert und Sievert den Schmetterlingseffekt eindringlich über die Montage dem Zuschauer nahebringt (überhaupt zählt die einfallsreiche Montage des Films, die komplexen Science-Fiction-Themen zu performativen Sequenzen gestaltet, zu einem der großen Kunststücke dieses Films). Überhaupt setzt setzt sich der gesamte Film Stück für Stück zusammen. Man hat ein bisschen den Eindruck, als würde Sievert innerhalb dieser oft noirartig erscheinenden Versuchsanordnung zum Thema Zeit eine Art Puzzle für den Zuschauer kreieren, in dem der Zuschauer seinen eigenen Weg durch den Film finden muss. Das macht auch einen großen Reiz des Films aus.


Sievert macht dabei, trotz bedächtig beobachteter Momente des Stillstandes seines Protagonisten, der in der Einsamkeit seiner Wohnung um seine Frau trauert, oder wenn Sievert, fast wie in einem Michael Mann Film, seinen Helden durch die nächtlichen Straßen von Köln fahren lässt, keinen Halt. Der Film traut seinem Zuschauer viel zu, denn, auch wenn die Geschichte geradlinig auf ein Ziel hinsteuert, wechselt Sievert immer wieder zwischen den persönlichen Dramen seiner Figuren, dem Science-Fiction-Bruchstücken (deren zentrale Blade-Runner-2049-Darstellerin Sylvia Hoeks als nach Antworten suchende Physikstudentin ist) und den beinahe schon standardisiert aufgesagten Elementen des Kriminalfilms, die der Film etwas unmotiviert routiniert abspult. Die Szenen, die der Film innerhalb des Polizeiapparates baut, sind die schwächeren, denn dort bewegt sich der innerhalb eines allzu redlichen Tatort-Kosmos, dem der Film aber auch oft genug eine Abfuhr erteilt, in dem der Film auch eine große Lust am kraftvollen, visuellen Erzählen zeigt. Dahingehend kann man dann auch eine Nähe zum Kino der 70er Jahre erkennen, wenn Sievert versucht das Stilmittel der Splitscreen wieder aufgreift (was bei einem Film, der von der Möglichkeit von mehreren Realitäten erzählt, durchaus Sinn macht). Ein bisschen wirkt der Film damit also auch so, als würde er uns auf eine Zeitreise in der Filmgeschichte nehmen, denn trotz der Tatsache, dass der Film in der Gegenwart spielt, hat der Film auch irgendwie einen unscheinbaren, aber trotzdem fühlbaren Retrolook inne.


Der Film hat dazu natürlich auch - wenig überraschend -  die Schwingungen eines Dominik Graf Films in sich, wenn er einen kurzen Panoramablick über die Stadt Köln liefert oder er versucht aus der visuellen Energie des Mediums Films eigenwilliges oder irritierendes zu kreieren. Überhaupt ist der Film immer dann am besten, wenn er nur über das Visuelle erzählt, wenn er nicht wie eine öffentlich-rechtliche Produktion wirkt, in der man in mancher Sequenz mit reichlich unmotiviert aufgesagten Texten konfrontiert wird. Denn das Visuelle gelingt Sievert virtuos. Seine düster-unterkühlten Bilder sind eindrücklich. Sie fesseln an diesen Film. Gleichzeitig durchzieht den Film durch sie aber auch stets eine gewisse Wehmut und andererseits kommen die Bilder so dem eigentlichen Kern des Films näher, der zwar Genrefilm ist, aber dabei auch stets ein Gedankenspiel über das Thema Zeitreise und die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Vergangenheit zu verändern, bleibt. Ein Blick wert ist dieser stilvoll inszenierte Kinofilm also auf jeden Fall, denn er bietet nicht nur viel Reibungsfläche innerhalb des Films, sondern zeigt auch, wie man auch schon in den letzten Jahren zunehmend feststellen konnte, dass sich das deutsche Genrekino endlich wieder bewegt.


7.0 / 10

Autor: Hoffman