Samstag, 5. November 2011

Alte Schinken Edition bzw. Klassiker der Extraklasse: Kritik: Die Katze

Es gibt vieles was man mit Katzen verbinden kann, so einmal ein Tier, ein Musical, aber eben auch eine Vielzahl an Filmen,. ob dies nun Katzen auf heißen Blechdächern sein mögen, nach Theaterstücken, oder Götz George als die Katze oder eben um es anders zu sagen Michelle Pfeiffer als Herrin der Katzen Catwoman, mit Sätzen wie: "Man nennt mich die Katze, hörst du mich brüllen?!" Das diese Tatsachen völlig irrelevant sind, ist mir bewusst und so verzichte ich an dieser Stelle verzichte ich in all meiner Güte auf die Begriffserklärung, was denn die Katze genau für ein Tier wäre, mit symbolischen Interpretionen und "fabelhaften" Ideen. Denn es geht nun um den Film "Die Katze" von Pierre Granier-Deferre aus dem Jahre 1971, der auf dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon basiert.

Eine Geschichte um eine zerbrochene und zerfallenen Ehe, dabei im Mittelpunkt steht eine Katze, Eifersucht, Hass und Abscheu beherrschen die Ehe, das alles natürlich an sich recht bekannt, aber trotzdem hier aufs neue interessant gemacht: Es war die große Liebe als Julien und Clemence sich fanden. Doch jetzt....nach 20 Ehejahren beherrscht der Hass ihre Ehe. Das geht sogar so weit, dass Julien seiner geliebten Katze mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung schenkt als seiner eigenen Frau, die hingegen kocht nur so vor Wut und Eifersucht gegenüber der Katze.

Nun lebt das Werk natürlich von seinen Hauptdarstellern, das sollte ja fast schon mehr als offensichtlich sein, auf der einen Seite des Ehebettes ein famos aufspielender Jean Gabin als Julien, der Ehemann, der seine Katze zutiefst liebt. Gabin weiß in jeder Minute seines Schauspiels zu faszinieren und natürlich auch zu überzeugen. Auf der anderen Seite, der Bettkante sehr nahe, da in der Mitte die Katze thront, Simone Signoret als Ehefrau Clemence einfach nur grandios. Man spürt ihn, den Hass. Den tiefen, inneren Hass ihrer Figur und das macht die ganze Sache so interessant und fesselt einen. Dasselbe gilt selbstredend auch für Gabin. Beide zusammen bilden ein fantastisches Duo, so intensiv, das es einen wirklich mitnimmt, gerade da durch wird das Werk angetrieben. Zwei große französische Stars im kleinen Duell.

Die Regiearbeit dazu noch wirklich stark, mit einer gemächlichen Erzählweise, trotzdem unheimlich packend, das Dank einer bestimmten Intensität, die hier aufgebaut wird, ein bestimmtes Gefühl, eine gewisse Spannung zwischen dem Ehepaar, das nimmt mit und wird irgendwie auf eine ernüchternde Weise dargestellt. Hier und da noch ein wenig/ viel Symbolik, den ich stets zu schätzen weiß, das Unheil kommt langsam, doch irgendwann schlägt es ein, wie eine Abrissbirne. Die Welt zerbricht langsam. Dennoch muss ich sagen, dass mir das Werk letztendlich dann doch zu emotional bleibt, zu viel Sympathie für die Beide bzw. eine(n) der Beiden, was dann schlussendlich ein wenig den dramatischen Aspekt des Films etwas verringerte, so ging es mir jedenfalls.
Die Kamera kann wohl noch als ausgezeichnet betiteln, schön sauber gefilmt, die Bilder an sich tragen ein tristes und irgendwie auch kühles Gewand, wie gesagt mit Symbolik angereichert, ein Stück weit bedrückend, aber so auch auf realistisch.

Weiterhin wurden die Charaktere sehr gut gestaltet, ihre Haltung gegen-und miteinander, ihre Beziehung und ihre kühle Umgangsweise, natürlich leisten auch die Akteure wie gesagt ihren Teil dazu. Um den Figuren etwas Faszinierendes und Interessantes zu geben und das gelingt. Und auch die Wortduelle bzw. Aufeinandertreffen der Hauptcharaktere sind nicht zu verachten.

Zuletzt sollte dann nur noch gesagt werden, dass "Die Katze" eine subtile, aber auch gleichzeitig quälende und bedrückende Charakterstudie ist, über die Ehehölle, mit zwei fantastischen, franszösischen Megastars. Eine Ehetragödie.



8 / 10

Autor: Hoffman

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