Samstag, 29. Oktober 2011

Kritik: Shadow of the Vampire



"Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" von Friedrich Wilhelm Murnau ist wohl einer der bedeutendsten Stumm-bzw. Horrorfilme, die es wahrscheinlich gibt, bis heute ein wertvolles Stück Filmkulturgut, mitunter einer der ersten Horrorfilme bzw. sodass das Werk von Murnau so gesagt die Filmwelt und das Genre revolutionierte. Ich liebe diesen Streifen, da kommen gleich wieder wunderbare Erinnerungen hoch, wenn Max Shreck uns in "Nosferatu" einen Riesenschreck einjagt. Nun geht es hier in erster Linie aber weniger um den Film, sondern eher um die Entstehungsgeschichte des Werkes und ja dazu machte man auch einen Film mit dem schönen Titel "Shadow of the Vampire" von E. Elias Merhige aus dem Jahre 2000.

Die Geschichte eigentlich an sich nicht besonders dolle, reicht aber bei mir aber so für eine gerade so ausreichend, immerhin die Grundidee des Ganzen ist doch recht interessant geraten, so eine eigentlich fiktive Geschichte, aber dann doch wahr, jedenfalls so gesehen werden Wahrheit und Fiktion wunderbar miteinander vermischt, denn wer weiß denn was wahr bzw. real ist und nicht? Haupt-und Angelpunkt der Geschichte: Die Figur des Max Shreck. 1922 will Friedrich Wilhelm Murnau den "Dracula"-Stoff verfilmen. Und dazu ist ihm wirklich jedes Mittel recht. So engagiert er auch den Charakterdarsteller Max Shreck und der identifiziert sich mit der Rolle des Nosferatu und das auch aus gutem Grund...wie gesagt nicht großes, aber irgendwie weckte diese Story bei mir ein gewisses Interesse.

Ein wichtiger Bestand mag zudem die tolle Besetzung sein, angeführt von Willem Dafoe als Max Shreck, der uns in Nosferatu einen Riesenschreck (das hatte ich bereits erwähnt oder?) einjagt. Dafoe dabei wirklich fantastisch, geht bei seiner Rolle (man könnte fast sagen) über Leichen, auch hier noch ein großes Lob an die Maske, Dafoe wirklich kaum wiederzuerkennen. Sein Schauspiel fasziniert, mich jedenfalls, sodass es eine Freude ist ihm beim spielen zu beobachten. eben ihn noch ein gut spielender John Malkovich als großer Murnau, hier gezeigt als Mann zwischen Genie und Wahnsinn, dem jedes Mittel recht ist, für seinen perfekten Film. Teilweise etwas übertrieben gespielt von Malkovich, aber an sich doch noch überzeugend. Und auch der Rest des Castes kann mit Udo Kier, Cary Elwes und Catherine McCormack auftrumpfen.

Die Regie kann man wohl auch als sehr gut bezeichnen, da sie es doch immerhin schafft einen kurzweiliges und feines Grusel-Vergnügen zu kreieren, insofern empfand ich das Ganze mehr als unterhaltsam auch dank seiner recht kurzen Laufzeit eben, auch wenn es zwischendurch auch kleine Hänger gab, die ich dem Werk aber gerne verzeihe. Außerdem eh noch angereichert mit durchaus satirischen Elementen und wie gesagt die Spannung war da und eigentlich auch ein Film über das Filmemachen und deren Vampire bzw. Blutsauger, so wunderbar doppeldeutig.
Des weiteren auch noch eine exzellente Kamera, in ein sehr stilvolles Gewand gepackte Bilder, hübsch auch die Kulisse und hierbei besonders schön gehandhabt der Wechsel zwischen den Farbbildern und den Schwarz-Weiß-Bildern, was dem Film für mich noch ein Stück weit atmosphärischer machte. Mit einem recht düsteren und unheimlichen Touch verziert.

Als kleinen Schwachpunkt hingegen empfand ich die Charaktere, die Hauptcharaktere(Murnau, Shreck) recht solide gezeichnet, doch der Rest kann sich so meiner Meinung nach nicht wirklich entfalten, sodass sie stellenweise etwas blass bleiben, so gesagt, dass sie im Schatten des Vampirs stehen bzw. auch dem des Regisseur, da hätte man meiner Meinung nach noch etwas mehr rausholen können, denn so wurden sie doch eigentlich recht faszinierend bzw. interessant gestaltet. Zusätzlich sollte man aber ach die Dialoge gelobt werden, die mit einer feinen Prise schwarzem Humor veredelt wurden.

Schlussendlich bleibt mir dann nur noch zu sagen, dass "Shadow of the Vampire" äußerst stimmig für mich geraten ist. Für mich als Fan des Klassikers bzw. Originals. So ist das Werk doch eine schaurig-schön-faszinierend gemachte Hommage an "Nosferatu", mit einem überzeugenden Ensemble, aus dem besonders Dafoe als Shreck heraussticht, somit auch mehr als sehenswert.



                   7.5 / 10

Autor: Hoffman

Kommentare:

  1. Toller Film. Tolle Stimmung. Malkovich und Daffoe. Was braucht man mehr um glücklich zu sein. Wer Elias Merhige allerdings aufgrund seines Erstlings BEGOTTEN Geld gab um einen größeren Studiofilm zu produzieren ist mir immer noch schleierhaft. Sein Debütfilm ist nämlich das genaue Gegenteil einer "kommerziellen Sache"....very, very disturbing das Ganze.

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  2. Leider fand ich den Film sehr enttäuschend. Große Erwartungen und dann konnte der Film sich nicht entscheiden, ob er Kunstfilm oder Horrorfilm sein wollte.

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