Donnerstag, 23. Februar 2012

Kurzkritik: "The Town - Stadt ohne Gnade"



Ich bin unentschlossen. Möchte ich Ben Affleck einerseits gutheißende Worte für seine überaus gelungene zweite Regiearbeit zukommen lassen, will und muss ich andererseits knallhart sagen, dass er die Hauptrolle bemerkenswert ungünstig besetzt hat; nämlich mit sich selbst. Seine Dickköpfigkeit wäre fast schon einer Huldigung wert, würde sie einem Film nicht sämtliche Dramatik entziehen. Afflecks Darstellung als aussichtsloser und kriminell verstrickter Bostoner Doug MacRay ist hölzern, emotional abgeflacht und fast schon unfreiwillig komisch, als er sich zwischen dem, was er liebt und dem, was er sich verschrieben hat, entscheiden muss. Und das wirkt sich merklich auf den Film aus. 

Dennoch: „The Town“ ist ein spannender, gut-aussehender und tadellos inszenierter Gangster-Thriller, der neben Schauspiel-Lapsus Affleck und ebenfalls sehr einschläfernd-gelangweilten Jon Hamm einen richtig gut aufgelegten Cast bietet. Besonders erwähnenswert bleibt Jeremy Renner, der als hitzköpfig-übermütiger Jem auftrumpfen kann.
Affleck verschrieb sich keiner neuen Denkanstöße, bietet er doch mit diesem Film das, was ein jeder schon einmal in ähnlicher Form (denke man nur einmal an „Heat“) gesehen hat. Ändert aber nichts daran, dass sein „The Town“ sozial-intime Bilder liefert, bei denen man spürt, dass er sich mit dem beschäftigt hat, was er uns vorführt. Und nicht zuletzt ist der Film eines: verdammt cool gefilmt.


7 / 10

Autor: Iso

Kommentare:

  1. Affleck ist hier grauenhaft, weiß nicht wie du dem Film noch 7 Punkte geben konntest, klar Renner ist großartig, aber der Rest...ich weiß nicht ^^.

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  2. Das stimmt. Andererseits isser aber halt aufm Regiestuhl nicht schlecht. Deswegen ist das mit ihm hier auch so'n kleiner Teufelskreis, bei dem ich immer noch noch unentschlossen bin. :D
    Aber ansonsten wurde ich prima unterhalten und hab' mich auch zu keiner Zeit gelangweilt, gutes Popcorn-Kino. :-)

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