Montag, 26. September 2011

Kurzkritik: "Dead End" - Roadmovie mal anders

Schwarzer Humor kann ja so schön sein. Dazu kommt noch eine creepy Autofahrt auf einer nicht enden wollenden Straße mitten durch die Pampa. Im Auto sitzt eine ziemlich merkwürdige Familie, die sich gegenseitig mit amüsantesten Konversationen auf den Wecker gehen.

"Mutter mag es nicht, wenn wir zu spät sind."-"Tja, ich wollte ja schon früher los fahren. Es ist jedes Jahr das gleiche. Jedesmal: "Wo sind meine blauen Schuhe, Schatz." Oder: "Dad, wo ist meine Marilyn Bronson CD"-"Äh, Marilyn Manson!"-"Egal wie sie heißt!"-"Äh, SIE ist ein Kerl!"-"Marilyn? Ein Kerl? Was ist aus der Welt geworden?"
Plötzlich taucht dann die seltsame Lady in White samt Baby auf und es folgt ein abgefahrener Albtraum, in dem ein paar denkwürdig verstümmelte Leichen und eine scheinbare Endlosschleife ihren Anteil beisteuern. Was schnell langweilig werden könnte, nämlich fast ausnahmelos auf der gleichen Szenerie zu verweilen, wird einerseits durch die Spielzeit von nur 80 Minuten kompensiert, andererseits dank toller Wortwitzgefechte, einem selbstironisch aufspielendem Cast und einigen netten Einfällen in puncto Drehbuch zum witzigsten und originellsten Horrortrip der letzten Jahre, der am Ende gar noch mit einem netten Twist aufwartet.

"Oh Frank, weißt du, du bist ein wunderbarer Vater und ein wunderbarer Ehemann. Und ich will, dass du weißt, dass ich das mit dir und Sally Schmidt verstehe."-"Was?"-"Oh, ich weiß über alles Bescheid. Ich weiß, dass ihr euch im Motel Six getroffen und in eurer Mittagspause rumgevögelt habt. Nein, das ist in Ordnung, ich habe vollstes Verständnis. Ich weiß, ich war nie in der Lage, deine sexuellen Fantasien zu befriedigen. Und ich verspreche dir, sobald wir das hier hinter uns gebracht haben, darfst du ALLES mit mir tun, Schatz. Und ich meine ALLES. Wie auch immer, das wichtigste ist, dass wir alle aus der Sache etwas lernen. Was haltet ihr davon?"-"Nicht viel."-"Gut, also: Da gibt es etwas, das mich wundert, seit ich aufgewacht bin."-"Was?"-"Wer sind die Menschen in den Wäldern?"
Dialoge zum Ans-Hirn-Greifen, aber dabei so urkomisch, dass ich mehr als nur einmal drohte, an den Popcorn zu ersticken.
Auch erwähnenswert ist der Soundtrack von Greg De Belles, "Bloody Road" ist der perfekte Einstieg und trifft auch vom Titel genauestens den Grundtenor, denn mit unschönen Szenen wird auch nicht gegeizt.
Fazit: Witzig und sympathisch, ich bin mehr als positiv überrascht worden! 


  7,5 / 10

Autor: seven

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