Dienstag, 27. September 2011

Kurzkritik: "Bin-jip"

"Ich drehe Filme über Dinge, die ich nicht verstehe" - sagte der Regisseur Kim Ki-duk. Genau der Regisseur der sich für solche Filme verantwortlich zeichnet wie hochverehrte bzw. vielfach von der Kritik gelobte Filme wie "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ... Frühling", "Seom - Die Insel" oder eben dieses Werk hier "Bin-jip"(zu dt. "Leere Häuser") bzw. auch bekannt unter dem Titel "Der Schattenmann" aus dem Jahre 2004.

Ein beim besten Willen erstaunliches Werk, etwas besonderes in jeder Hinsicht, ich kann diesen Film wirklich nur mit wenigen Worten beschreiben, es gibt Dinge, die scheinen somit unbeschreiblich....unbeschreiblich schön?


Dann dazu noch eine Story, auch hier etwas besonders, originell und durchaus innovativ verpackt, als hätte ich so was noch nie zuvor gesehen oder gehört: Ein Film über einen Einbrecher, der nicht stiehlt, nur ein Herumtreiber namens Tae-Suk, der sich in fremden Häusern einnistet, während die Besitzer verreist sind. Faszinierend. Doch eines Tages lernt er bei seinen Streifzügen die schüchternde Sun-hwa kennen, die misshandelt wird von ihrem Mann. Bald darauf befreit er sie und nimmt sie mit und sie begleitet ihn. In jedem Fall wie bereits mehrfach erwähnt etwas besonders, daran gibt es für mich keinen Zweifel.
Und auch in der Hinsicht von den beiden Hauptdarstellern Seung-Yeon Lee und Hee Jae überzeugend gespielt und besonders die Chemie stimmt zwischen ihnen, perfekt. Und das alles ohne große Worte, ohne ein überflüssiges Wort, allein Gestik und Mimik bestimmen hier den Takt. Die Ruhe regiert. So intensiv wie nie.


Erstaunlich ist wie immer auch Kim Ki-duk´s Regie wenn wir das oben bereits Erwähnte bedenken. Er schafft es tatsächlich eine unglaubliche Schönheit in seinen Film miteinzubauen. Stets sanft, aber auch brutal, ob nun brutal ehrlich oder anderweitig brutal. Er schildert die tiefen, inneren Gefühle seiner Protagonisten sehr eindrücklich und unheimlich still, eine durchaus skurrile Romanze. Eine einfühlsame Romanze. Mir fehlen die Worte für diesen Film. Eine Faszination, die an sich...nicht begreifbar ist. Und auch die Gesellschaftskritik wird geäußert, mit viel Symbolik experimentiert, melancholische Töne angeschlagen, anspruchsvoll erzählt, die Erzählweise eh herausragend wie ein einziger Traum mit viel Poesie verziert. Selten habe ich so etwas gesehen, wunderbar.


Des weiteren noch die Bilder. Bilder, die eine fast schon hypnotische Wirkung auf mich auswirkten so schön, so unerahnbar, so liebevoll, in sich so tiefgreifend und doch irgendwie tragisch waren. Etwas seltsam, aber faszinierend.


Abschließend kann ich dann nur noch sagen, dass mir um "Bin-jip" richtig zu beschreiben die Worte fehlen. Was ich nur sagen kann ist, dass er mich faszinierte und mich mitriss, meisterlich gemacht. Einfach herausragend...ganz große Klasse!


  8,5 / 10

Autor: Hoffman 

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