Montag, 2. Januar 2012

Kritik: My Bloody Valentine (3D)



                                                       »Be mine forever«

Der Valentinstag, ach ja ein Tag für jedermann. Der Tag der sich Liebenden. Eh ein Tag im Sinne der Liebe. Ein schöner Tag könnte man glauben, einige treffen sich, manche vermählen sich, die Gefühle schwanken über. Und es fliegen überall Herzen, Liebe ist in der Luft. Da kommt de ein oder andere Drehbuchautor/Regisseur/Produzent schon mal auf blutige Ideen, mit einem Horrorfilm über diesen Tag, immerhin gutes Marketing und so kam es dann 1981 (im Rausch der Slasher-Welle dieser Jahre) zu "Blutiger Valentinstag" einem von der Kritik zerissenen Horror-Schocker, als plump gehandelt und ich nehme an auch extrem blutig, da ich mich nur in der Hinsicht an den Film erinnere, dass ich irgendwie noch die TV-Werbung von damals im Gedächtnis habe, finde diese heute noch recht ansprechend bzw. ich kann mich kaum an sie erinnern, aber irgendwie würde ich dieses Original schon gerne sehen. Aber genug davon es geht hier nämlich um das Remake des Originals "My Bloody Valentine 3D(!)", man beachte das 3D im Titel und langsam kommt mir das so vor wie eine Invasion von diesen Remakes, aus dem Jahre 2009 von Patrick Lussier.



Das die Story nun nicht gerade eine Ausgeburt der Intelligenz ist sollte man von Anfang an wissen, eigentlich vorhersehbar, aber letztlich doch konsequenter als ich es gedacht hätte und für mich rein statistisch zu berechnen unmöglich, das hat aber andere Gründe, immerhin muss ich zugeben, dass ich der Grundidee etwas abgewinnen kann, irgendwie interessant, aber sehr dünn (ausreichend für einen Slasher): Es geschah am Valentinstag, als ein Bergarbeiter Amok lief und ein echtes Blutbad in Harmony verursachte. Nach 10 Jahren kehrt Tom, der sich verantwortlich für den Beginn dieser Katastrophe fühlt, dorthin zurück, um die Mine seinen Vaters doch zu verkaufen und begegnet vielen Anfeindungen. Das Schlimmste ist jedoch, die Mordserie des totgeglaubten Bergarbeiters geht vom neuen los und Tom wird als Hauptverdächtiger gehandelt, so versucht er seine Unschuld zu beweisen und den Killer zu stoppen mit Hilfe seiner damaligen Freundin Sarah.



Der Cast wäre an sich nicht wirklich erwähnenswert, größtenteils alles hölzern gespielt, sodass man denkt man bekäme es hier mit Laien zu tun, was am Ende auch stimmen könnte. Nun kommen wir aber zum Punkt, den man schon erwarten könnte wenn man die Besetzungsliste lesen sollte: Jensen Ackles, ich glaube das mit dem Fanboy-Zeug schon mal erwähnt (jetzt geht das wieder los), Ackles ist mir zudem lieber als Padalecki bzw. cooler (das ist nicht dein Ernst?) bzw. auch er hatte eine extrem schicke Jacke und Jensen holt wirklich das Beste aus seiner interessanten (nein das ist sie nicht!), aber nicht minder gestrickten einfach Rolle heraus, so oder so schaffte er es, dass ich dem Film mehr abgewinnen konnte als anderweitig und Ackles ist eh immer toll (der Alte dreht wieder durch) und so sympathisch (kann man das behandeln lassen?) und so überzeugte er mich wie immer (bitte zu beachten die Ich-Perspektive). Ackles zu sehen als eigenwilliger und ja sogar etwas arroganter Tom Hanniger, selbstsicher halt. Aber auch Tom Atkins weiß noch eine durchaus solide Leistung als Sheriff abzuliefern, hatte dann glatt was typisch 80er-Jahre-mäßiges. Jedenfalls stachen die Beiden für mich aus dem Rest eindeutig hervor. Und wie gesagt besonders für Jensen Ackles hege ich große Sympathien, wenn man will, bitte ich mich zu entschuldigen....




Obwohl die Regie nun so genommen (im Sinne des Slashers) auch nicht allzu schlecht ist, zwar ist "My Bloody Valentine" ein erneutes Blitzgewitter an anscheinend unsterblichen Klischees des Genres, die Teenies werden anscheinend nicht schlauer und auch die Intelligenz anderer Figuren lässt sich bezweifeln, insofern alles etwas plump gehalten und die emotionale Dramatik erinnert dann auch eher an eine Soap oder ähnliches, aber das ist meines Wissens nach auch nicht der ausschlaggebende Punkt des Genres. Die Dramaturgie ist immerhin auch nicht die Beste. Denn wie man mir sagte es zählt der Bodycount, diesen würde ich als hochangesiedelt betrachten und die Art der Morde ist wenigstens teilweise durchaus interessant. Der Titel hält was er verspricht, blutig gehts daher. Jedenfalls mit Herz gemacht, wenn auch meinerseits etwas unfreiwillig komisch, doch dadurch gewinnt dieser Film durchaus seinen Unterhaltungswert (so fragwürdig das ist), denn so seltsam das klingt unterhalten fühlte ich mich (teilweise wahrscheinlich auch durch die Anwesenheit von Ackles) schon. Wirklich gruselig ist das Ganze hierbei nur selten, aber unterhaltsam. Nun noch ein paar Worte zum 3D-Effekt, der im Kino wahrscheinlich ganz nett wirkte, dies kann ich aber nur schlecht beurteilen, da ich leider Gottes ohne diesen 3D-Wirkungseffekt auskommen musste, und ohne 3D sind die Szenen sogar sichtbar wo anscheinend diese spezielle Technik zum Einsatz gebraucht wurden, doch so wirkten diese Szenen (wie gesagt ohne Effekt, aber erkennbar) etwas zwanghaft, aber irgendwie schon interessant zu betrachten. Die Kamera liefert hochqualitative Bilderchen mit einer Optik, die an sich in Ordnung geht. Leider wirklich Atmosphäre kommt dabei nicht auf, was ich mir sehr gewünscht hätte, immerhin bietet ein Bergwerk durchaus viel Potenzial, das wird verschenkt. Trotzdem konnte ich diesem doch etwas abgewinnen, durch eigene Erfahrung wenn man selbst mal in solch dunklen Schächten war weiß man was ich meine, finde solche Bergwerke ja an sich unheimlich faszinierend, im Film kommt diesen aber dann auch insgesamt überrascht selten zum Einsatz, aber schick war das Bergwerk ja schon irgendwie.


Weiterhin reiht sich noch eine passende musikalische Untermalung ein, die an sich zwar weder großartig stört, noch irgendwie große Spannung hervorruft, wenn man dann diese überhaupt wahrnimmt, einzig herausstechend und recht hübsch bleibt der schicke Song über Harry Walden, der gehörte jedoch dem an Original.



Abschließend möchte ich doch dann nur sagen, dass ich mit "My Bloody Valentinsday" recht zufrieden bin, ohne Ansprüche wirklich ganz okay, wenn man sich bewusst ist, dass das hier alles recht einfach gestrickt und plump bleibt, aber das muss eh jeder für sich selbst sehen. Betrachten wir es so, in der Zeit, in der ich mich nun doch dem Slasher nähere so bildet dieser Film doch einen absolut annehmbaren, modernen Vertreter des Genres. Pures und einfaches bzw. blutiges Unterhaltungskino, so sehr ich das auch eigentlich hassen mag. Ich würde vielleicht sogar höher gehen mit der Wertung doch ist mir bewusst, dass ich dies vielleicht wieder in folgenden Monaten bereuen könnte, ich könnte jetzt ja auch im Rausch des Films sein. Nichts besonderes, bin aber zufrieden, könnte auch an Ackles liegen und so stellt "My Bloody Valentine 3D" gleichzeitig den bisher geglückttesten Vertreter meiner persönlichen Fanboy-Horror-Reihe dar und das ist doch schon mal was.



5,0 / 10

Autor: Hoffman

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