Samstag, 18. Februar 2012

Kritik: Surrogates - Mein zweites Ich



Irgendwie muss es wohl Ironie, erst neulich sprach ich wieder davon, dass das heutige Science-Fiction-Genre nur noch wenig biete, so wohl in Hinsicht der Ideen als auch der Qualität. Ein guter Film wird somit fast vermeintlich zum Meisterwerk. Und nun hat man hier vor sich das exakte Gegenbeispiel eines solchen Films. Der Quell der heutigen Unoriginalität des Genres, auch wenn das etwas hart zum jeweiligen Film gesagt ist. Doch kann ich und will ich nicht leugnen, dass "Surrogates" von Jonathan Mostow aus dem Jahre 2009, basierend auf einer Comicvorlage von Robert Venditti und Brett Weldele - seltsam, meinerseits doch als eine typische Fließband-Kost wahrgenommen wurde.



 Ehrlich gesagt die Idee fand ich damals, als jener Film im Kino anlief ganz interessant, ich fand darin eine gewisse Faszination. Aber seien wir nun nochmal ehrlich (ich bin wohl der ehrlichste Mensch der Welt) die Idee ist nun heutzutage wirklich nichts mehr besonderes, nichts neues, nichts innovatives. Wieder einmal stark bekannt und ich denke insofern nochmal an "I, Robot", der sich ja thematisch einem ähnlichem Problem an nahm und dem ich hier übrigens auch jeder Zeit bevorzugen würde. Die Story eh irgendwie etwas zusammengeklaut, aus verschiedenen Versatzteilen anderer Filme: Die Idee der zweiten Identität, in Form eines Roboters. Der zugleich schützt bei Unfällen und einen auch durchaus verschönern kann, dennoch bleibt er eine Maschine. Eine Maschine, die der Mensch kontrolliert und isoliert sich doch dabei selbst von der Außenwelt (hätte gut werden können). In einer Welt, in der man von jenen Surrogates abhänging ist, immerhin der perfekte Stellvertreter, passiert es dennoch zwei Surrogates werden auf offener Straße erschossen - und ihre »Operator« sterben gleich mit. Eine Unmöglichkeit der Technik. FBI-Agent Greer ermittelt und stößt auf eine gigantische Verschwörung (wie originell...kennt eh jeder). So sei gesagt das Potenzial für eine interessante Idee wäre da gewesen am Anfang, doch man bleibt hinter den Möglichkeiten und so mutiert das Ganze eher zur mäßigen angelegten und teilweise doch vorhersehbaren Storyline.


Bruce Willis ist wie immer Bruce Willis und ich mag Bruce Willis, da komme was wolle. Dieses Mal eben unter Pseudonym, Tom Greer. Wenigstens steht der man zu seinem Alter. Zunächst noch mit schicken Jugendlook (fand ich trotz mimischer Abwesenheit ganz schick) und einer interessant gewählten Frisur, aber später dann wieder wunderbar bärbeißig in Stil und Ausstattung, etwas bärtig, aber knallhart wie man Willis liebt. Auch wenn dies sicherlich keine seiner großen Leistungen ist, dennoch empfand ich ich sie immer noch als ganz passabel, auch wenn man meinen könnte Brucy agiere eh im Off-Modus, aber selbst da ist er mir doch irgendwie sympathisch. Dagegen wirkt Radha Mitchell als Partnerin und Gehilfin beim Fall recht blass und doch recht ausdrucklos wie selbst einer dieser Surrogates. Vielleicht war dies auch beabsichtigt, empfand ich aber nicht so. Ebenso auch Rosamund Pike als Tom´s Ehefrau, welche nur noch von ihrem Surrogate ihr Glück findet und nicht mehr ohne ihn vor die Leute treten will, hier wäre auch Potenzial wie auch einige Beziehungen der Hauptcharaktere zu beleuchten gewesen, schade, man nutzt es nur nicht. Und zum Schluss wird der Cast dann noch verziert mit stets souveränen Namen wie Ving Rhames oder auch James Cromwell (mh warum musste ich gleich noch an diesen anderen Film denken, die Rollen sind fast identisch), welche versuchen das Beste aus ihren Rollen zu machen...


 Mostow, den Mann mochte ich mal. Hat "Breakdown" gedreht. Der hatte noch Klasse. Dieser Film wohl leider nicht. Gut, einen gewissen Unterhaltungsgrad hatte das ganze schon und doch war ich letztlich enttäuscht vom Werk, denn mehr als ein paar kleine positive Passagen und dem Wort »unterhaltsam« kann ich dem Film wirklich größtenteils nicht abgewinnen. Alles wirkt zu bemüht, zu konstruiert und einfach zu altbekannt: Es gibt immerhin noch genug bessere Alternativen...was bleibt ist eine ambitionierte Story ohne Nutzen und somit pures Unterhaltungskino, mehr kann man da nicht erkennen. Größtenteils sonst in Hinsicht der Thematik oberflächlich gehalten. Wenigstens sind die recht wohl dosierten Actioneinlagen recht nett gemacht und in jenen Momenten temporeich inszeniert, wenn auch hier für einen Willis-Film etwas enttäuschend. Naja man kann halt nicht alles haben, was ich dazu aber noch bekam waren ein paar hübsch-kühle Bildchen im modernen Stile, sehr sauber gefilmt, ganz ansehnlich wie auch die Effekte, auch wenn ich mir bei Gottes Wunden nicht vorstellen kann wie man da wirklich 80 Millionen Dollar rauswerfen kann. Das grenzt schon an Wahnsinn.  



Abzüge gibts aber wieder für das mäßig ausgearbeitete Drehbuch, mit allen möglichen Fehlern, über die ich wie immer liebend gern erst gar nicht nachdenke. Die Charaktere eher ungenügend gezeichnet. Bruce verleiht dennoch (selbst im Off-Modus) irgendwie bärigen Charme. Der Rest leider nicht. Kurzum es bleibt größtenteils alles zu oberflächlich.



Also bleibt mir letztendlich dann nur noch zu sagen, dass "Surrogates" für mich eigentlich nichts weiter war als mäßig zu genießende Durchschnittskost, vielleicht dabei noch recht kurzweilig und mit akzeptablen Bruce Willis. Die Idee ist gut, doch das Potenzial leider vollkommen ungenutzt. Da gibts bessere Filme mit ähnlichen Ansatz. Das ist ist ein typisch glatt poliertes Hollywood-Sci-Fi-Filmchen, wenigstens mit hübscher Optik.



5.0 / 10

Autor: Hoffman

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