Sonntag, 11. Dezember 2011

Kritik: 500 Days of Summer

Es kam wie es kommen musste, ich hatte es schon immer gewusst, ehrlich. Wie könnte ich anders? Mein erster Gedanke als ich diesen Film (endlich) abschloss, der einzige Gedanke, der mir nach der Sichtung im Kopf rumspukte, das Einzige woran ich denken konnte: Verdammte -beliebiges vulgäres Wort einsetzen -. Verdammt! Wochen oder sogar Monate lang von jungen Buddys angesprochen:"Schau ihn, schau ihn! Schaust du ihn jetzt? Und jetzt? Hast du jetzt endlich Zeit? Komm schon schau ihn!" - Bis sich der alte Mann (das bin ich), dann schließlich doch ein Herz nahm und in die weite Welt losging um sich "500 Days of Summer" zu besorgen von Marc Webb aus dem Jahre 2009, der weg dahin nicht schwer, aber langwierig.
Doch auch ich hatte irgendwann diesen Film in meinen Händen. Von mir immer noch liebevoll als kleines überhypedes Filmchen bezeichnet.

Marc Webb geht dabei gar nicht so dumm vor. Ein gewitzter Mann, der weiß wie man es anpackt. Immerhin hat der Mann es geschafft seine Zielgruppe anzusprechen und in dieser gibt es so gut wie niemanden, der mit diesem Streifen nichts anfangen konnte, gute Ausnahmen gibts immer. Zielgruppe hierbei zwischen 14-20 Jahren. Die Jugend nun mal. Die leicht beeinflussbare Jugend und ja so geht Webb an sein Werk heran, baut in der Hinsicht auf die geächteten Gefühle seiner jungen Zuschauer, will ihnen Liebe vermitteln. Aber auf Grund meiner weitläufigen Forschungen, fiel Hoffman nicht auf diesen Taschenspielertrick von Marc Webb hinein. Er und sein manipulatives....ach halt doch mal endlich deine verdammte Fresse! Der Film ist einfach schön! Und damit hat sichs.

Webb erzählt die einfach Geschichte von zwei Menschen, zunächst. Von einem Jungen und einem Mädchen. Von Tom und Summer Ihre Beziehung, wenn man das hier überhaupt sagen kann, ihr Auf-und ab, zwischendrin die Liebe. Ein wahrer Rausch der Gefühle. Zwischen Trauer, Glücksgefühlen, Euphorie und Melancholie. Irgendwie wunderbar und irgendwie auch unbeschreiblich.

Webb verwebt dabei intelligent und clever die verschiedenen Zeitebenen miteinander, visuell interessant, und sogar irgendwie recht originell für modernes Kino gemacht, leicht und phantasievoll erzählt mit Witz und Liebe, einfach zuckerig bzw. süß mit anzuschauen. Das es sogar einem Menschen wie Hoffman an seine Jugend erinnert, irgendwie. Mit vielen kleinen stilistischen Mitteln angereichert, und einfallsreich überdacht, hierbei wäre die putzige und sehr liebevolle Musical-Einlage zu bedenken, schon die Szene an sich eroberte mein steinerndes Herz. Dennoch gebe ich zu bedenken, dass das Ganze natürlich prävisionäres Kino in Perfektion ist. Das aber nur am Rande. Alles recht stimmig und bittersüß bzw. schmackhaft und locker-leicht von Webb erzählt, vermischt mit sympathisch ausgearbeiteten Charakteren. Und so verfliegen die Minuten wie die Sekunden einer Liebe. Wirklich sehr charmant und durchaus ansprechend, obwohl ich sicherlich nicht mehr zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, aber das sind nur Ausreden meinerseits. Außerdem noch schön und sauber bebildert. Da spürt man förmlich die Liebe, die in der Luft liegt.

Zudem noch ein tolles Filmpaar, mit einem einerseits tollen Joseph Gordon-Levitt (mir eh stets sympathisch), der wieder ein mal zeigen kann was er drauf hat. Einfach die perfekte Besetzung, ohne jetzt hier zu übertreiben, der Junge ist einfach klasse. Und anderseits noch Zooey Deschanel, die auch zu überzeugen weiß. Gemeinsam bilden beide, ein wunderbares Gespann. Schön dabei auch ihre Harmonie, toll, um es einfach zu sagen.
Des weiteren noch ein passend ausgewählter Soundtrack, eigentlich perfekt für den Film und eigentlich auch wundervoll. Seltsam, dass ich so einfühlsam werde.

Abschließend kann ich nur noch sagen, dass "500 Days of Summer" ein wirklich bezaubernder Film ist, der mich sogar teilweise an die eigene Jugend erinnerte, irgendwie jedenfalls. Ein Film, der gute Laune verbreitet und verzaubert. Irgendwie etwas besonderes. Schade eigentlich, ich wollte ihn doch so gern hassen. Halt doch einfach mal den Mund! Der Film ist einfach schön.



8 / 10

Autor: Hoffman

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