Montag, 28. November 2011

Kritik: The Lost Boys

Ich glaub, ich hatte dies bereits vor kurzem mal irgendwie erwähnt, aber in den 80er bzw. 90er Jahren war noch vieles besser bzw. auch vieles aus heutiger Sicht geschmacklos und wie würde die heutige Jugend sagen: uncool, jedenfalls würde das wohl die heutige Generation sagen. Ich würde das nicht so sehen, aber wenn interessiert schon die Meinung eines alten Mannes. Davon habe ich leider keine Ahnung, doch eins weiß ich eindeutig und betone es nur zu gern: damals beziehungsweise, um das auf den jetzigen Kontext zu beziehen, in den 80ern waren Vampire noch cool, irgendwie, dafür gäbe es für mich genug Beispiele, eines dieser Beispiel wäre "The Lost Boys" aus dem Jahre 1986 von Joel Schuhmacher, das Ganze produziert vom großen Richard Donner, der ja die Regie selbst eher ablehnte.

Die Story an sich naja zwar relativ schlicht gemacht, dennoch nett ausgedacht und irgendwie voll die 80er Jahre, wie man so schön sagt, immerhin irgendwie originell fand ich sie damals, wie heute immer, mal was anderes besonders in Hinsicht auf die Figuren der jungen Teen-Vampire, auch gut: Aber zunächst geht es dabei um Michael, der mit samt seinem Bruder und seiner Mutter in ein idyllisches Örtchen Santa Carla zieht, dieses ist aber gar nicht so schön und idyllisch wie gedacht. Überall Vermisstenmeldungen. Bald gerät Michael zudem in den Bann einer Motorradgang, angeführt von David, doch diese tanken statt Benzin oder Dieselöl, lieber frisches Blut, weitaus billiger...vermute ich.

Die Besetzung wurde weiterhin auch recht fein ausgewählt, damals noch der junge Sohn des großen Donald Sutherland, und schon ein Markenzeichen an sich, bekannt durch Bauer (Jack Bauer, keine falschen Vermutungen bitte) Kiefer Sutherland als Anführer dieser rockigen, finsteren und Blut trinkenden Motorradbande genannt "The Lost Boys", David, ausgestattet mit einer rockigen Haarmähne, so weiß Sutherland schon in jungen Jahren auf zu trumpfen.
Und auch Jason Patric weiß, trotz dieses meiner Meinung schrecklichen Modeaccessoires namens Ohrring, zu glänzen in der Hauptrolle des Neuankömmlings Michael. Auch wenn für mich damals eher die wahren Helden des Films, einmal dieser coole Hund waren, und die beiden Frog-Brüder (Edgar und Alan) ideal verkörpert von Corey Feldman und Jamison Newlander, obwohl ich Feldman ehrlich gesagt da immer noch ein Stück mehr mochte, ach ja Kindheitserinnerungen, fand ich damals schon cool. Trotzdem sollten natürlich einmal noch Corey Haim als Michael´s Bruder Sam und Dianne West erwähnt werden, beide überzeugten mich stets. So weit so gut.

Und weiter zu Joel Schuhmacher Regie, der hier beweist, das er es auch mal drauf hatte, sauber erzählt, flüssig gemacht, spannend gehandhabt und so erschafft er doch einen unterhaltsamen, kleinen Mix aus Horror, Vampiren, Humor, Klamauk und vielem mehr. Das kann man mögen, ich jedenfalls mochte es. Dabei teilweise etwas reißerisch inszeniert und an sich mit genug kleinen Fehlern,  aber irgendwie auch minimalistisch von Schuhmacher gehalten, solide und immerhin ironisch angehaucht, besonders begeistern konnte mich insgesamt im Ganzen noch das großartige Finale, absolut mitreißend und sagen wir es so einfach toll, macht immer wieder aufs neue Spaß.
Die Kamera zwar recht simpel geführt, jedoch erschafft sie eine schöne Gruselatmosphäre und die Bilder an sich eh die puren 80er Jahre, nostalgisch-schön und charmant, auch wenn so jedem schnell klar werde sollte, der Film ist keinesfalls zeitlos, so staubt auch dieses Filmchen immer weiter, aber in guter Erinnerung an die 80er Jahre. Und wer braucht schon zeitlos? Das Andere ist mindestens genauso charmant, wenn auch nicht perfekt.

Außerdem noch nett gemachte Charaktere, auf die Idee mit Jugend-Rocker-Vampiren muss man auch erstmal kommen, immerhin einige sympathisch (die Frogs) und andere dämonisch-cool (David), dass das somit nicht sehr tiefgründig ist, sollte logisch sein. Dennoch muss ich noch hinzufügen, dass doch mit meinen immer und immer mehr weiter steigenden Alter sich nun doch eine gewisse Distanz zwischen mir und den Teenager-Charakteren entwickelte, sodass ich mit ihnen nicht mehr so mitfiebern konnte wie damals, unterhalten wurde ich trotzdem. Dazu noch ein sehr guter und cooler bzw. meiner Meinung nach stillvoller (im Hinsicht auf die Zeit) Soundtrack.

Letztlich bleibt mir dann nur noch zu sagen, dass "The Lost Boys" trotz seines sichtlichen Alters und seiner Schwächen, ein kurzweiliges und effektvolles, ja und somit für mich immer noch sehenswertes Vampirfilmchen ist, aus der Zeit als die noch cool waren.



                              7.5 / 10

Autor: Hoffman

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