Mittwoch, 21. September 2011

Kritik: "In & Out - Rosa wie die Liebe"

Es gibt so Filme, die nennt man Komödien, ein für mich recht unbekanntes Genre oder besser gesagt Terrain. Immer sehr fremd was dort immer auf mich zu kommt, manche nennen es Witz, wiederum andere Humor und der alte und reaktionär veranlagte Hoffman hat Angst vor so was, meistens. Und dies besonders in Hinsicht auf neuere Filme (ich werde den Namen der gemeinten Komödien sicherlich nicht aufschreiben, da es mein Herz kaum verkraften würde). Jedenfalls gibt es solche Filme, die ich wie die Pest hasse und dann gibt es Filme beziehungsweise Komödien wie diese hier. Wie "In & Out" von Frank Oz aus dem Jahre 1997. Frank Oz ein echter Könner im Genre meiner Meinung nach man schaue auf dann doch etwas neuere Werke wie "Sterben für Anfänger".

Erstmal eine wunderbare Geschichte, eine Story um Toleranz könnte man sagen gegenüber Homosexuellen, schönerweise nicht so abgehoben, aber doch einfach klasse ausgedacht, herrlich wie hier auf die dicken und üblichen Klischees eingegangen wird und diese gekonnt aufs Korn genommen werden, nebenbei inspieriert von Tom Hanks, der bei seinem Oscar für "Phildadelphia"(der eigentliche Gegenpol zu "In & Out" könnte man fast sagen) seinen e´hemaligen Sportlehrer outete, so die Geschichte: Als der Oscar-Gewinner Drake behauptet, dass sein einstiger Lehrer Brackett schwul sei und das drei Tage vor seiner Hochzeit, so bricht bei Brackett das Chaos aus. Natürlich leugnet er zunächst alles, doch dann zweifelt er selbst.

Dazu noch eine tolle Besetzung, im Rampenlicht des ganzen Spektakel als Lehrer Brackett ein grandioser Kevin Kline, wieder einmal endlos sympathisch spielt er die Rolle, alle meine 10 Herzen für diesen Mann und seine Leistung, so macht der Film erst richtig Spaß. Neben ihm gäbe es noch eine exzellente Joan Cusack als seine Verlobte und Kollegin Emily, auch ihr bemerkt man den Spaß am Spiel an, als ihr ehemaliger Schüler und frischgebackener Oscar-Preisträger darf auch Matt Dillon (ungewöhnlich blond) glänzen, erstaunlich da Cusack gerade 16 Monate älter ist als ihr Schüler, sehr seltsam, aber solls. Das Highlight der ganzen Besetzung bildet für mich dann noch ganz klar Tom "Magnum" Selleck (ohne Schnurrbart und ich wiederhole OHNE Schnurrbart), auf jeden Fall köstlich wie er seinen Charakter mimt, keinesfalls übertrieben oder over-the-top, nein liebevoll und in dem Sinne sehr schön zurückhaltend in Bezug auf die Homosexualität seiner Rolle, die des Reporter Malloys, da dürften uns in der Hinsicht bereits einige absolut platte Figuren im Kopf rumschweben. Selleck bleibt aber glaubwürdig und trotzdem sehr amüsant, muss man erstmal schaffen.

Frank Oz trägt seinen Film dazu federleicht bis zum Ende, tolle Unterhaltung, sehr humorvoll erzählt. Ein feiner Mix eine bisschen hier von, ein bisschen davon, satirisch, witzig-harmlos und dann herrlich übertrieben melodramatisch, hier wieder sei erwähnt das Spiel mit den Klischees, mit Fahrt und viel Tempo, so machen Filme erst richtig Spaß und der richtigen Stimmung bzw. diese schlägt auch öfters um, natürlich stets leise-humorvoll oder auch einfach köstlich, denn Gags zünden genug, besonders hervorheben möchte ich da "Die Oscar-Verleihung", himmlisch gehandhabt, ganz klasse die Anspielungen auf verschiedene Filme bzw. Schauspieler und deren Rollen und mein besonderer Favorit (ACHTUNG GAG-SPOILER, WENN ES DAS ÜBERHAUPT GIBT, ICH WARNE LIEBER MAL): Steven Seagal bei den Oscars nominiert für seinen Film "Ein Schneeball in der Hölle", alle Steven Seagal Fans wissen auf was das eine Anspielung ist....korrekt auf den Müll-Film-Trash-Klassiker(denke ich mal, hab den nie gesehen oder doch?) "Auf brennendem Eis" oder alternativ "Steven Seagal gegen die Robben" (oder war es für?). Nun gut hier sind auch die Kurzauftritte von Stars wie Glenn Close und Whoopi Goldberg gelungen. Auch schön Clint Easwood nominiert bei den Oscars nominiert für "Der Kauz" finde ich sehr charmant(KLEINER GAG-SPOILER-ENDE, FALLS ES EINER WAR)
Charmant ist natürlich auch der Ganze Film, eben stets sympathisch erzählt. Hat mich sogar fast irgendwie an die Filme von Frank Capra erinnert. Mit kleinen Seitenhieben und sogar teilweise etwas nachdenklich.
Nun noch kurz zu der Kamera macht auch eine gute Arbeit, liefert saubere und durchaus kann man sagen bezaubernde Bilder ab, schöne Aufnahmen gibt es immerhin genug.

Weiterhin finde ich die Charaktere auch gelungen, mit kleinen Ansätzen von Tiefgang und super sympathisch gestaltet, wie gesagt, so fängt die Unterhaltung erst richtig an, einfach klasse. Dazu wurde selbstredend auch der passende Soundtrack nicht vergessen, wenn der nicht famos gewählt ist dann weiß ich selbst nicht, ein kleines Beispiel: "Macho Man" von The Village People, hab heute noch einen Ohrwurm, kann man als positiv beurteilen, wie auch als negativ.

So was ich nun noch zum Schluss sagen will ist, dass "In & Out" einfach toll ist, tut niemanden weh, unterhält erstklassig, etwas kurzweilig, aber sonst die perfekte und Mischung für eine liebevoll gemachte Komödie, die auf sanfte Ironie setzt und so mit den Klischees spielt.


7,5 / 10

                           
Autor: Hoffman

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