Mittwoch, 19. Oktober 2011

Kritik: "Shakespeare in Love"

 



So endlich wieder so einen typischen Mega-Oscar-Filmfutter gesehen, immerhin bekam "Shakespaeare in Love" 7 Oscars, aber naja wir kennen ja bereits die geläufige Oscar-These. in dem Fall stammt das Werk von John Madden aus dem Jahre 1998, produziert von Edward Zwick der zunächst die Regie übernehmen wollte und Jahre lang um den Stoff gekämpft hatte, die Story wollte bloß kein Studio finanzieren.


 
Ich muss zugeben, dass mir die Story als kleiner Shakespeare-Fan, ich besuchte neulich erst sein Geburtshaus in Stratford-Upon-Avon, schönes Städtchen nebenbei erwähnt, sehr gefiel. Sie hatte für mich was originelles und ja durchaus auch innovatives, faszinierte mich dann doch irgendwie, die Story zwar geschichtlich gesehen absoluter Humbug, aber doch mit einigen netten gestalteten Momenten: Was erzählt man uns also? Eine Romanze. Eine Liebeskomödie. Die unwahre Geschichte von William Shakespeare, lebt ungefähr im Jahre 1593, er ist ein Barde und erhält den Auftrag ein Stück mit dem Namen "Romeo und Ethel, die Tochter des Piraten" zu schreiben, doch schwupps weg ist sie die Inspiration. Und der gute William leidet an einer Schreibblockade. Hoffnung gibt es aber in Form von der Liebe bzw. Edelfräulein Viola, die sich als Mann verkleidet um in seine Theatergruppe zu kommen. Und die Liebe zwischen ihnen blüht bald auf...


 
Dazu noch einen Megacast der Extraklasse, darunter erstmal Joseph Fiennes als Shakespeare insgesamt recht gut, war schon okay auch wenn ich mir an der Stelle doch mehr den guten Daniel-Day-Lewis gewünscht hätte, aber was solls, ist halt so. Andererseits sollte ich wohl sehr glücklich über die Besetzung von Viola sein, denn die sollte ursprünglich Julia Roberts übernehmen, da freut man sich richtig über die sehr gut aufspielende Gwyneth Paltrow, weiß immerhin zu glänzen und harmoniert mit Fiennes(Oscar trotzdem naja). Zudem gäbe einen wie immer eigentlich exzellenten Geoffrey Rush, herrlich mitanzusehen als Theatermanager, dann noch Tom Wilkinson, ist bei mir eh stets gern gesehen und sein Schauspiel ist auch nicht von minderer Qualität und natürlich Judi Dench als majestätische Königin Elizabeth, schön ironisch, Judi Dench ist eh immer erstklassig, der würde ich fast alles abkaufen, ob  nun für den fast 8-Minuten-Auftritt( ich berufe mich hier auf einige Quellen, da meine Stoppuhr zum Zeitpunkt der Sichtung leider streikte, deshalb kann ich leider auch keine genaueren Auskünfte geben) ein Oscar von Nöten war ist hingegen eine andere Frage. Auch schön: Colin Firth, eh ein unterschätzter Schauspieler wie ich meine als Lord Wessex, hatte irgendwie auch was. Zuletzt noch kurz erwähnt: Ben Affleck, ist für 91%(Schätzung) aller seiner gemachten Filme keine Bereicherung, dasselbe gilt auch hier für Shakespeare in Love, einfach gesagt strebt er hier das absolute Overacting an und wirkt dann doch deplatziert.


 
Dann noch eine, naja nennen wir es mal, gute Regiearbeit. Unterhaltsam ist das Ganze ja, teilweise recht amüsant, aber an einigen Stellen das Gegenteil von unterhaltsam, aber doch über die ganze Laufzeit nett anzuschauen, mit den üblichen typischen Zutaten einer Liebeskomödie, das kann auch die schicke Handlung nicht verhindern.Aber die Kamera auch recht gut, immerhin liefert hübsch anzuschauende Bilderchen, nette Optik, schicke Verzierung, eben alles auf Hochglanz poliert.
Wirklich herausragend sind dann meiner Meinung nach nur die glaubwürdigen Kulissen, war dann auch bei mir teilweise der Aspekt der den Film am laufen hielt und natürlich die prachtvollen Kostüme, in der Hinsicht waren die Oscars schon gerechtfertigt. Brillante Ausstattung.

 

Das Drehbuch hingegen fand ich dann wieder stark überschätzt (auch hier Oscar und ja mein ganzer Kommentar ist sehr Oscar-basiert), ein paar lyrische Einschiebungen bei den Dialogen und noch insgesamt durchaus intelligent geschrieben, zwar schon beschwingt und nett, aber herausstechend keinesfalls, wenigstens kein Melodram der epischen Fraktion, da dann lieber dieser das hier. Und sonst gibts noch ein paar sympathische Charaktere, recht interessant und humorvoll gestaltet. Alles in allem, kann ich mir die unzähligen Oscars bei "Shakespeare in Love" nicht erklären, für mich einfach nur eine locker, leichte, nette und durchaus unterhaltsame Romanze, mit einer tollen Ausgangsidee.



7 / 10

Autor: Hoffman

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