Sonntag, 18. Dezember 2011

Kritik: The Eye

Und wieder ein wahrscheinlich unnötiges Remake geschaut. Hurra, das verstreut positive Energie. Natürlich war mir bewusst, dass ein Original existiert, die Fernsehzeitung informiert und naja manchmal habe ich auch nichts anderes zu tun, als den Gedanken zu äußern, warum viele Remakes so schlecht sind, hier kann ich deshalb nur mutmaßen, wie gesagt den Originalfilm aus Hongkong und dem Jahre 2002 namens "Gin Gwai"(hier auch unter selbigen Titel geführt, wie wunderbar, "The Eye") ist mir nur schwerlich bekannt, also gar nicht. Das Remake verziert mit dem einfachen Titel "The Eye", wie erwähnt, und aus dem Jahre 2008 von Regieduo David Moreau und Xavier Palud.

Die Story des Originals gleich mit eingefügt, mit noch ein paar Recycling-Elementen angereichert. Das Konzept für mich eigentlich interessant, ich mag Geistergeschichten, doch wird diese jedoch in abgekauter und fast schon 08/15-Manier präsentiert, sodass einerseits Logik keine große Rolle mehr spielt und die ein oder andere Wendung sogar irgendwie ärgerlich, auf das Konzept bezogen, eigentlich ein Film über das Sehen. Über die menschliche Einbildung, schade leider nur, dass man davon selbst wenig bemerkt: Seit einem Unfall in ihrer Kindheit ist Konzertviolistin Sydney blind. Doch es gibt Hilfe, in Form einer Hornhauttransplantation, in der ihr die Augen einer Toten eingepflanzt werden. Nach der Operation hat Sydney aber schreckliche Visionen und sieht anscheinend Geister, nebenbei kein positives Zeichen ihrer Meinung nach.

So entpuppt sich auch die Hauptrolle als absolute Fehlbesetzung, da überzeugendes Schauspiel verlangt wird, so sollte also schnell klar sein, dass Jessica Alba dafür die Falsche ist, denn leider Gottes ist ihr Talent in der Hinsicht doch recht begrenzt, sie kann allein mit ihrem Aussehen prallen, auch wenn das wiederum an sich nichts besser macht, denn Schauspieler sollten spielen können und keine mimischen Steine sein. Auch wenn ich zugeben muss, dass in ihrer Gestik und Mimik in der Hinsicht schon einige Bewegungen zu erkennen sind, ihr Spiel ist trotzdem mehr als hölzern und platt. Und so kann man schnell behaupten, dass sie nicht in der Rolle der verstörten Sydney zu überzeugen weiß, sie wirkt geradezu aufgesetzt, schade. Denn genau hier hätte man eine starke Hauptdarstellerin gebraucht, nebenbei erwähnt sollte erst Reneé Zellweger die Rolle übernehmen, man nahm aber Alba, da diese so fein Violine spielen lernte, machts auch nicht besser. Da diese (starke Hauptdarstellerin) nunmal irgendwie fehlt, liegt es an den Nebenrollen großeres zu liefern, aber auch hier entschied man sich anscheinend blass zu bleiben, von Alessandro Nivola bis Parker Posey, alle spielen ohne besonders aufzufallen, da wirkt Newcomerin Chloë Moretz (in Minirolle) sogar noch ganz passabel.

Die Arbeit des Regieduos weiß dabei aber auch nicht zu begeistern, absoluter Durschnitt eigentlich, wenn ich sogar einige Stufen darunter, mit altbekannten Elementen wird hantiert, wirkt geradezu ermüdend, obwohl ich eingestehen muss, dass das Ganze einen kleinen Unterhaltungsgrat hatte, aber so sind die Schockmomente mehr als vorhersehbar und wie gesagt altbekannt, typische Geisterelemente in einer recycelten Story über diese Geister, aus Asien, wenn das nicht alles sagt. Hier wird also wieder einmal mehr auf große Inszenierungs-Effekten gesetzt, als auf eine plausible Story und alles andere.
Zudem noch ein paar nett anzuschauende Bildchen, untertont von einer fast schon nervig-penetranten musikalischen Untermalung, um die Spannung zu fördern, dieser Effekt trat leider Gottes bei mir nicht ein. Wenigstens waren diese kleinen Bildchen hochqualitativ, auch wenn ich zugeben muss, dass in der Hinsicht der Trailer des Originals wesentlich ästhetischer und visuell interessanter wirkte, als das hier und auch die Kamerafahrten wirkten eher künstlich, als dass sie irgendeine besondere Wirkung erzielen könnten, aber ganz schick war es dann doch irgendwie.

Und auch die Charaktere bleiben leider eher mittelmäßig bis so gut wie fast gar nicht gezeichnet (ich neige zu übertreiben), das erschwert natürlich noch die Arbeit der werten Akteure und so bleibt alles irgendwie blass, fast farblos. Aber die Dialoge gehen hierbei noch durchaus in Ordnung.

Unterm Strich bleibt dann nur noch zu sagen, dass "The Eye", trotz meiner Unwissenheit des Originals, für mich irgendwie doch misslungen ist, dass mag vielerlei Gründe haben, liegt wahrscheinlich größtenteils an Jessica Alba und meiner Antisympathie ihr gegenüber, das Filmchen selbst zwar stellenweise ganz unterhaltsam bzw. interessant, trotzdem für mich insgesamt schwach.



                        3.0 / 10

Autor: Hoffman

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