Donnerstag, 17. November 2011

Kritik: Blood Diamond





Nun ein paar kurze Worte aus Hoffmans-Lexikon der schlechten Infos und Pseudoweisheiten. Dabei bin ich nicht gewollt gleich den Begriff des "Diamanten" zu erläutern bzw. somit hoffe ich inständig dieser sollte allseits mehr als bekannt sein. Sodass wir beim eigentlichen Thema wären: Blutdiamanten.
Was sind nun Blutdiamanten?
Blutdiamanten bzw. anderweitig auch genannt "Konfliktdiamanten" sind eine solche Art von Diamanten, mit kriminellen Hintergrund. Da deren Erlöse für solche Zwecke missbraucht werden bzw. als Beispiel um Waffen zu finanzieren. Das stelle ich hier natürlich vielleicht etwas plump da, man verzeihe mir das. Diese werden in jedem Fall in bestimmten Gebieten der Welt (meines Wissens nach größtenteils: Afrika) zunächst illegal geschürft und auch illegal verkauft. Um Rebellen oder ähnliches zu finanzieren. Also ein Top-Aktuelles Thema. Und genau mit der eben genannten Thematik beschäftigt der Film "Blood Diamond" von Edward Zwick aus dem Jahre 2006.



 
Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich Zwicks-Film mit der Top-aktuellen wie auch brisanten Thema Blutdiamanten, verpackt diese in einen interessantes Gewand, gut entwickelt, mit einer aufrüttelnden Botschaft, eine Story um Moral und Leid, die aufklären möchte und durchaus recht realistisch angefertigt wurde: Wir befinden uns im Sierra Leone der 90er Jahre: Der Fischer Solomon findet bei der Zwangsarbeit in einer Diamantenmine einen Rohdiamanten und versteckt ihn bald darauf. Davon hört auch der Söldner Danny Archer und wird hellhörig, versucht Solomon aufzuspüren, zudem lernt er die die US-Journalistin Maddy kennen, die ihn bei der Suche im Rebellengebiet helfen will.

Dazu noch ein schön ausgewählter Cast, angeführt vom heutigen Top-Star Leonardo Dicaprio als Danny Archer, Dicaprio hier zunächst als skrupelloser Söldner, den nur der Profit interessiert, aber doch steckt auch in ihm noch ein Funken Menschlichkeit. Dicaprio weiß dabei seine Rolle hervorragend zu meistern, zeigt sich in Top-Form und überzeugt so. Tolle Leistung. Noch wesentlich stärker kann dann meiner Meinung nach aber Djimon Hounsou als verzweifelter Fischer Solomon auftrumpfen, absolut atemberaubend die Energie und Stärke, die er beim Schauspiel ausstrahlt, man spürt diese Tragik und Dramatik in jeder Minute. Ganz große Klasse seinerseits, seine Kraft gleicht der eines Vulkans. Ergänzt wird die Besetzung zudem noch von einer überzeugenden Jennifer Connelly in der (Klischee-)Rolle der Reporterin Maddy. Connelly macht so nun mal das Beste aus ihrer Rolle und verleiht so ihrer Figur durchaus Glaubwürdigkeit, sofern das möglich ist.


 
Zwicks Regie ist dabei ausgezeichnet, nimmt sich seinem brisanten Thema wirklich an, nimmt eine politische und kritische Stellung dazu ein, möchte so gesagt aufklären. Andererseits verzichtet er dabei auch nicht auf bestimmte Attribute eines Action-bzw. Unterhaltungskino, das könnte man kritisieren, ich sage dazu: Warum nicht, wenn wir bedecken, dass es ein Hollywood-Filmchen ist? Verpackt seinen Film actionreich, aufwendig gemacht, furios inszeniert und mit einem ordentlichen Tempo angereichert und weiß so zu packen und so fesseln, mich jedenfalls.  Auch wenn ich dabei noch kleine Längen (hin und wieder) erwähnen möchte, nur zur Vollständigkeit. Aber doch zum Schluss nochmal konsequent von Zwick eingefädelt.
Und auch die Kamera liefert eine starke Arbeit ab, liefert bedrückende und realistische Bilder, stark geführt und sauber gehandhabt, knallhart und schonungslos gefilmt, von einer unglaublichen Direktheit.


 
Die Charaktere weiterhin relativ gut gezeichnet, besonders die beiden Hauptfiguren des Danny Archer, der harte und profitgierige Söldner, in dem innerlich (irgendwo) auch noch ein Herz versteckt ist oder eben der Figur des Solomon, sehr fein gestaltet, wenn auch nicht perfekt. In anderen Rollen sieht da es da schon wesentlich schlechter aus, als Beispiel hier mal die Klischeefigur der idealistischen-(naiven) Reporterin, bisschen stereotypisch das Ganze in der Hinsicht. Und auch das Werk an sich mag so seine kleinen Schnitzer haben, besonders in Form von Klischees und so weiter, aber trotzdem gut sein.
Des weiteren immerhin noch eine hervorragend komponierte musikalische Untermalung von James Newton Howard, die sich perfekt in das Werk eingliedert. Dramatisch, tragisch, mitreißend, passend und stark komponiert.

Schlussendlich möchte ich dann nur noch sagen, dass "Blood Diamond"  Hollywood-Actionkino mit Anspruch ist, durchaus lobenswert, dabei verbindet Zwick pures Unterhaltungskino mit politischer bzw. moralischer Aussage, im Hintergrund eines brisantes Themas. Natürlich nicht perfekt, durch verschiedenes, doch für mich immer noch mehr als sehenswert.



 8 / 10

Autor: Hoffman

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