Samstag, 28. April 2012

Dekonstruktive Halbgötter-Camps und mythologisch abwegige Idotien - Kritik: Percy Jackson - Diebe im Olymp



»Geld regiert die Welt« und »Der Jugend gehört die Zukunft«, zwei Aussprüche, die kontextloser nicht sein könnten und doch dabei so vieles bindet. Denn auch Hollywood beginnt zu verstehen, wie man großes Geld macht, mit Franchisen nach bekannter Vorlage, so lockt man Fans und sogar neue Interessenten, die sich daraufhin auch wiederum für die Vorlage interessieren dürften, wobei hiervon jeder seinen Profit schlägt. Ein einfacher Plan, funktioniert demnach noch besser bei Teenie-bzw. Jugend-Franchisen. Immer noch die beste Geldquelle und weit verbreitet derzeit was sich Anhand von filmischen Produkten wie »Harry Potter« und »Twilight«, was weiß ich was es da noch gibt oder dem neusten Modell dabei, »Hunger Games« eindeutig widerspiegelt, ohne jetzt in irgendeiner Hinsicht über die Qualität jener Filme zu entscheiden, solle jeder selber sehen. Mir ging es hierbei um ein anderes Werk solches Produkt-Marketings: Percy Jackson - Diebe im Olymp nach Rick Riordan. Ein Negativbeispiel im übrigen, bei dem der Kapitalismus über allem, wie auch der Qualität, siegte. Das hätte man eigentlich schon ahnen können, wenn Chris "Family Friend" Columbus als Regisseur geschrieben stand, der ja auch bekanntlich schon die Harry Potter-Reihe zur guten Investition machte. Das war nicht mehr postmodern, sondern höchst prävisionär und außerdem aus dem Jahre 2010.


Mein erster Gedanke, der meinen Körper während der ersten Minuten durchdrang war ein innerer Hilferuf, jene Sekunden, Minuten grenzten an filmischen »Sadismus«, das ich es kaum glauben möchte, das fing schon bei dem soapmäßigen Dilemma des rüpelhaften Freundes der Mutter an, welches ich beileibe zunächst für eine Parodie hielt, bis ich selbst feststellte, dass die Emotionen und Konflikte ernst gemeint waren, das verblüffte mich. Dieser Fremdschämentanz besserte sich zwar im immer noch recht schmäligen Handlungsverlauf, doch findet durch schnell vergessene Aktionspassagen wenigstens irgendwo Ruhe. Nur um das kurz festzuhalten, es geht darum, dass des Zeuses Herrscherblitz gestohlen wurde, dem Schein nach von Poseidons Sohn Percy Jackson, der nie etwas von dem ganzen gehört hat und bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich ein ganz normal-klischeehafter Teenager war. Und nun will dieser Jugendliche den wahren Dieb finden, klar. Super. Ganz ehrlich wer denkt sich so etwas aus? Da wird die griechische Mythologie wird mal schnell zum albernen Kasperletheater der prominenten Götter. Mit lustigen-bescheuerten Einfällen wie »Halbgötter-Camp« und anderen Logiklücken, die sich keinesfalls mit der griechischen Mythologie in einen Kontext bringen lassen würden. Insofern sind die blödsinnigen Ideen dabei nicht mal selbstironisch gepflastert. An diesem Punkt seien auch nochmal die aufgesetzten Jugendsphären erwähnt, Mamis neuer Freund ist ein böser Bub´. Aber naja das ist immerhin ein Fonds der Prävision. Natürlich sei hierbei noch die Frage erlaubt, warum ich mir dann so etwas anschaue, wenn die Banalität schon Flügel schlägt?


Im Grunde ja eigentlich wegen Pierce Brosnan und Sean Bean, wobei besonders zweiterer eher unterfordert bleibt, naja immerhin wurden ihm insgesamt überhaupt 5 Minuten zugesprochen für die Rolle des Gottes Zeus und wenigstens sind das gute Minuten des Films. Währenddessen will Brosnan ein Pferd sein oder ein Halbpferd oder wie man diese lebenden Dinger - Zentaur - jedenfalls nennt. Ist wenigstens noch im versteckten nett anzuschauen, aber Brosnan bleibt in seiner Darstellung, vielleicht auch hervorgerufen durch fettigen Bart, eher mäßig. Jener gefällt mir dennoch immer noch besser als das, was die Produzenten hier als Hauptdarsteller abstempeln mit Namen Logan Lerman, scheinbar hierbei unmotiviert und regelrecht nervig für mich, maßgeschneidert nach diesem langweiligen Teenage-Muster, das hätte mich auch nicht motiviert. Naja Uma Thurman kriegt dazu wenigstens wahrscheinlich noch den ansehnlichsten Part der Medusa welcher geschätzt auch nur drei Minuten des Films beansprucht. Und Steve Coogan ist als Hades auch schnell vergessen wie auch Catherine Keener, wenn man sie denn als Mutter des Percy überhaupt registriert. Der Cast ist weitläufig, aber bleibt ungenutzt, so als Fazit dazu zu sagen. Columbus richtet dies selbstredend alles auf Teenie-Fun-Unterhaltung aus, also überhaupt nicht für mich bestimmt. Voll mit den Teenieproblemen und voll mit sozialen Verknüpfungen wie auch einer inkonsequenten Teenieromanze und einem Handlungseinbruch zwischendrin, hatte ich in der Form in letzter Zeit selten gesehen. Ein paar nett ausgewählte, aber unplausible Schauplätze. Olymp gleich Empire State Building, sonst noch was? Statistische Lücken! Schlecht ausgearbeitete Charaktere, das heißt Tiefgang? Nö. Dazu hatte man wohl keine Lust. Ich hatte dabei eigentlich auch keine Lust mehr. Aber was ist hier dran nun doch eigentlich positiv, was nun neben meiner herzlichen Art die Punkte rechtfertigt. Ehrlich gesagt: Schwere Frage. Immerhin sind die Effekte durchaus nett anzuschauen sind und das Wort Klischees gewinnt irgendwie fast einen positiven Anhang. Kurzum munter erzählt von Columbus, wenn auch infantil, es geht ohne große Einführung zur Sache, bei Teenie-Filmen solcher Methode ist dies meiner Schätzung nach auf jeden Fall positiv zu benennen. Außerdem sind die Bilder doch hoch poliert, auch wenn das wieder irgendwo zwischen den jeweiligen Faktoren liegt.



Faszinierend. Ich war mit diesem Stück Teenie-Franchise nicht sehr zufrieden, das klingt vielleicht lächerlich und konstruiert wie der Film selbst. Und wenn ich richtig hörte, kommt es noch besser: Es wird fortgesetzt. Das heißt ich werde nun gleichauf in meinen physischen Gedanken »Kein Interesse« drücken. Letztlich bin ich aber ein viel zu freundlicher Mensch oder ich bin einfach nur alt und inkonsequent. "Diebe im Olymp" ist demnach aber ein an Banalität kaum zu toppendes wie auch teils einseitiges Popcornkinderkino, da spürt man richtig das Desinteresse der Produzenten, welch freudiger Tag, welch uninteressanter Film.



3.0 / 10

Autor: Hoffman

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