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Freitag, 14. Dezember 2012

Die Legende des Kinos - Klassiker der Extraklasse: Citizen Kane




Achtung dieser Text stammt aus einer gefährlichen Experimentalphase, ihn zu lesen ist gefahrenvoll, ihn zu verstehen ist dabei noch lebensgefährlich: »Rosebud.« - Es ist dieses kleine Wort, dass den Anlass zu einem der möglicherweise größten Filmrätsel der Filmgeschichte einleitet. Vielleicht sogar ironisch reflektiert Orson Welles damit den Leitgedanken - zumindest die Wahrnehmung eines Carl Theodor Dreyer, der auch dieses auch stets mit Achtung bedachte. »Citzien Kane«, Orson Welles Wille nach Perfektion, auch er wollte sie. Nach technischer Neuordnung des Kinos. Und das gerade mal mit 24 Jahren, wie die Wahrheit 24 mal pro Sekunde . Der Film? Einer davon. Aber was lässt sich über einen Film sagen, über den wahrscheinlich bereits alles gesagt wurde? Vielleicht nicht viel, aber ich höre mich gerne reden (Synonym: Schreiben). Das verlangt der innere Narzissmus. Für Welles seine frühe Definition seines Kinos, bereits im Jahre 1941 - und seine Abrechnung. Sein ewiger Gegner? William Randolph Hearst. Ein Medienzar, wie es Charles Foster Kane einer ist. Bewiesen die Theorie, durch den tobenden Hearst selbst und dessen Kampf gegen Welles. Am Rande. Ansonsten: Das moderne Kino in sagenhafter technischer Umsetzung.



Zunächst muss gesagt werden: Ein architektonisch, schöner Film. Zweifelsfrei die Gestaltung von Kane´s edlen Schloss »Xanadu«, zwischen prachtvoller Größe und innerer Seele. Schon Kane´s Schloss kann dabei vielleicht baldig als spätere Reflexion von dem Charaker Kane gelten. In seiner Struktur und Fülle. Spekulativ. Die erste Einstellung fokussiert das Mysterium - und das Schloss. Mit detaillierter Ausstattung - wie der Film an sich. Der  Anfang einer Legenbildung, samt Märchen- wie auch kafkaesken Motiven von Welles. Zwischendrin (im Vergleich) das Ideal eines Shakespeare.»The King is Dead«. A Great Movie. Das Wort folgt. Ein Licht, das erlischt. Eine Schneekugel, die zerbricht. Eine unterschwellige Sehnsucht offenbart sich. Die Frage wird gestellt: Wer war Charles Foster Kane? Ein weiterer Beginn für eine Analyse.



Vorher das möglicherweise verzerrte Bild der Medien des Mannes aufgezeigt durch eine Dokumentation des Schaffens. Der Schnitt begeistert. Übrigens: Editing: Ein junger Robert Wise, der der uns das Blut (später) gefrieren ließ. Fein! Allein die Innovation der Kombination solcher Stilmittel mag verblüffen. Präzise Antwort auf die Frage dafür: Ein niedergehender Medien-Tycoon. Danach wird geforscht in tiefen Schatten unbekannter und trüber Gesichter, Reporter mit expressionistischen Anleihen. Heutzutage oft zitiert, wenngleich diese nicht so herausragt wie andere Motive, eine zeitliche Idee ist der Reportage aber nicht abzusprechen. Die Nachforschung nach der Erkenntnis wird in Angriff genommen. Eher defensiv - durch Zeitzeugen. Ab diesen Punkt beginnt für mich der wahrscheinlich interessanteste Punkt an »Citizen Kane«. Welles Spiel mit dem Schein und Sein. Gerade dieser Aspekt an Welles Film begeisterte mich, neben seiner technischen Umsetzungen mit ihren innovativen Perspektivenwechsel und einer Prise von Spiegelmotiven oder eben nun Welles geliebte Plansequenzen und die Darbietung von Licht und Schatten im Schimmern seines glänzenden Filmes, am meisten. Um insofern weiterzufahren: Auch faszinierend, dass hier bereits Welles stilistisch den Film noir fast vorweg nahm in seiner technischen Gestaltung, wie auch Technik samt reflektierenden Rückblenden, die für Welles Werk unumgänglich scheinen.


Wer bringt Musik? Der große Bernard Herrmann auch noch! Welcher agil, dabei aber auch fast zurückhaltend untermalt. Ironisch dabei auch der Gedanke, dass Welles jene Person war welcher als einer der ersten diesen amerikanischen Film Noir Einfluss sähte mit »Citizien Kane« zugleich aber auch später auf diesen absang mit seinem »Touch of Evil« (1958), als einer der Letzten seiner Gattung, darin liegt in gewisser Weise die Ironie der definierten Angelegenheiten und offenbart so auch Welles Bestehen in der Filmgeschichte über die Jahre. Wiederum hierbei reflektiert Welles das Äußere und dringt in das Innere ein, die Seele seines Protagonisten, vom einstigen Idealisten und späterem Großverleger Charles Foster Kane (lebenecht: Welles höchstpersönlich) und seine Geschichte, gestützt vom heutzutage nahezu archetypischen Aufstieg- und Fallmotiv. Welles ist wie sein Charakter ambitioniert, die Szenen und Stationen eines Lebens werden geschildert. Hantiert wird zwischen Wahrheit, Lüge und Trügnis. Welles berichtet aus der subjektiven Sicht von Fosters Freunden und Bekannten und spekuliert, sodass Welles sogar mehrfach sich wie auch seinen Film beziehungsweise die Aussagen der berichtenden Protagonisten - unterschwellig - in Frage stellt. Es wäre zumindest naheliegend. Raffiniert inszeniert er die Rekonstruktion von Fosters Lebensabschnitten und verleiht nicht nur wegen der subjektiven Erzählung somit seinen Charakteren Authenzität, sondern versteht es diese damit auch faszinierend zu studieren, nicht umsonst eine Charakterstudie.





Denn die Frage bleibt hintergründig neben dem ewigen Rätsel von »Rosebud.«, wie wahr sind ihre Worte und inwiefern verläuft dabei der Grad zwischen Fosters Charakter und ihren? Dies deutet Welles jedoch oftmals nur an. Wie gesagt es bleibt Fiktion. Nebenher entlarvt Welles noch die Manipulation der Medien, aber bewahrt  stets die Fokussierung auf sein Porträt. Ein durchaus ambivalenter Grundzug des Films, wie ich finde. Am Ende des Puzzles, nach gemachten Kompromissen, verratenen Idealen, die weichen mussten, der Gewinn schließlich zum Verlust wurde, bis Freundschaften zerbrachen (u.a.: Joseph Cotten) und die Liebe nur eine Lüge war, steht er nun wieder der Reporter. Die Medien spekulieren nur und rätseln nur, durch die Worte der anderen. No Trespassing. Für sie bleibt das Geheimnis wohl ewig verborgen. Verloren. Symbolischer Rausch steigt auf. Die einzige Wahrheit nun doch also, die eigene und die einzige Erinnerung als letzter Quell der Wahrheit. Eben ein echter Film.



8.5 / 10

Autor: Hoffman

Montag, 5. März 2012

Klassiker der Extraklasse: Im Schatten des Zweifels


Der Schatten, der verbirgt, er schützt und er vernebelt die Sicht eines jeden. Die Wahrheit schreit nach Erlösung und doch wollen wir nicht hören, sehen oder fühlen, wir wollen die Wahrheit nicht erkennen. Und doch existiert er, der Verdacht und irgendwann erkennen wir... Uns befallen Zweifel und gerade darin liegt die Ironie, denn man befindet sich im Schatten des Zweifels. Irgendwann muss ich meinen pseudospirituellen Geist wieder freien Lauf lassen und Hitchcock zeigt uns:»The world's a hell.« Und begibt man sich mit ihm auf auf die Spuren und man möge sich "Im Schatten des Zweifels" wiederfinden, aus dem Jahre 1943 und sogar beruhend auf einer Geschichte von Gordon McDonell.


Hitchcock greift hierbei wieder auf ein ihm recht bekanntes Motiv zurück, das Motiv des unheilvollen »Verdachts« und dem Moment der schleichendes Zweifel, welches er als bestes Beispiel bereits in "Suspicion" mit Cary Grant Aus dem Jahre 1941 verwendete, für Hitchcock selbstredend erstklassiger Stoff für »Suspense« und um gekonnt mit dem Zuschauer und seinen Erwartungen zu spielen, insofern mag die Story zwar simpel erdacht sein, aber immer noch clever variiert, zudem wie erwähnt perfekter Stoff: »In einer kleinen Stadt« - Santa Rosa. Eine idyllische Stadt, Familie Newton ist erfreut, denn Onkel Charlie kommt zu Besucht, der allseits beliebte Onkel, besonders die junge Charlie begeistert das, da sie diesen als großes Idol sieht. Es wird von Witwenmördern berichtet, doch dies scheint unwichtig. Die Welt scheint ein Platz voller Geborgenheit und Loyalität, doch der liebe Onkel verhält sich merkwürdig. Und langsam keimt in der jungen Charlie ein grauenhafter Verdacht (bzw. Gedanke)auf...


Besonders interessant bleibt dabei die Tatsache, dass Hitchcock jene Dreharbeiten beileibe wirklich liebte, obwohl gerade "Im Schatten des Zweifels" jenseits der Grenzen eines typischen Hitchcock Films steht, gerade dadurch, dass er sich hier auf seine Charaktere konzentriert und sie sorgfältig studiert, möglichst um Glaubwürdigkeit und Faszination zu erzeugen, meinerseits gelang dies. Er ist nicht umsonst »The Master of Suspense«. Ungewöhnlich dann auch, dass dass dieser Film sogar als Hitchcocks Lieblingsfilm unter seinen Werken bekannt ist, verständlich, da er selbst zudem meinte, dass es wahrscheinlich auch sein persönlichster Film wäre, insofern sind besonders einige kleine, feine Aspekte interessant. Dazu nimmt sich Hitchcock gleichauf Joseph Cotten an seine Seite und jener spielt wieder bravourös, zwischen freundlichem Onkel Charles und abgründiger und düsterer Bestie, dies stets voller Eleganz und mit einem Hauch Stil, brillant. Neben ihm aber genauso überzeugend Teresa Wright als junge Charlie, welchen zur ihr immer sehr aufgeschlossenen Onkel förmlich vergöttert und ihm jeden Wunsch erfüllen will, doch auch sie wird die schmerzhafte Wahrheit erkennen müssen, Wright glänzt einmal in Hinsicht ihres anfangs hoffnungsvollen Art, später aber doch behutsame und durch ein gewisses Misstrauen im Spiel. So wirkte der Aspekt, dser beiden Charlies genau genommen fast irgendwie ironisch und sehr schlau eingefädelt von Hitchcock, denn beide bilden so gesagt zwei verschiedene Seite, ähnlich einer Münze, Kopf oder Zahl? Oder gar den zwei Seiten einer Medaille. gut und böse. Himmel und Hölle, ein interssantes Detail, worauf Hitchcock eingeht. Welcher wiederum genau weiß was er will, sehr detailliert und subtil erzählt, gemächlies Tempo und doch weiß Hitchcock wie man dabei ein hohes Maß an Spannung erzeugt. Dies sogar mit einen leichten Prise an ironischen Einschüben. Wie erwähnt spielt der Gute mit den Erwartungen und Vorstellungen bzw. genauso gut auch den Erwartungen der Zuschauer, wiegt sie/uns/mich in Sicherheit und verkündet doch baldiges Unheil, was insgesamt auch einen mysteriösen Charme gewinnt. Es stellt sie die Frage wie reagiert ein unbescholtener Bürger auf Verbrechen, auf das Eindringen des Bösen in sein Heim. In ein bürgerliches Ambiente? Stets von der herausragenden Präsenz des großen Joseph Cotten getragen. Auch im Verlauf und des Ausgangs jenes Konflikts bleibt Hitchcocks Film letztlich mehr als vielseitig und außerdem außerordentlich gelungen. Kann man ein solches Geheimnis bewahren?


Joseph A. Valentine erneut nach "Saboteure" wieder als Kamera, so bietet er stets exzellent gefilmte Bilder, selbstredend auch sehr atmosphärisch angehaucht und sehr passend eingefangen in Hinsicht der Atmosphäre einer kleinen, behutsamen Stadt, wirklich ordentlich gehandhabt. Nicht zu vergessen, dass meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitete Drehbuch, mit interessanten und durchaus hintergründigen Aspekten, gerade in Hinsicht der typischen Familienkonventionen faszinierend gestaltet, das gekonnte Spiel mit den Klischees einer solchen Familie und die Dialoge an sich eh gelungen.


Letztlich bleibt mir dann nur noch zu sagen, dass "Im Schatten des Zweifels" erstklassig, schlau erdachtes und somit auch ausgezeichnetes »Suspense-Kino« vom Meister Hitchcock selbst, stimmig inszeniert und hervorragend gespielt, besonders seitens Joseph Cotten. wenn auch ungewöhnlich in Hitchcocks Filmographie, da er hier doch eher auf eine faszinierende und vielseitige Charakterstudie setzt.



                                       8.0 / 10

Autor: Hoffman

Freitag, 23. Dezember 2011

Klassiker der Extraklasse: Der dritte Mann





"Arbeiten sie zur Zeit an einem neuen Werk?" - "Ja, es heißt ´Der dritte Mann´." -"Ah, ein Roman, Mr. Martins." - "Eine Mordgeschichte, ich fange gerade an, ein Tatsachenbericht."-"Sind sie ein langsamer Arbeiter?" - "Nicht wenn es mich interessiert." - "Ist es nicht ein etwas gefährliches Unterfangen?" - "Ja." -"Eine Mischung aus Wahrheit und Dichtung."

Einer dieser Filme, die man nie vergessen wird. Meilensteine der Filmgeschichte. Als großes Kino gefeiert und bis heute regelrecht einzigartig. So gesagt Klassiker der Extraklasse. Für mich ist "Der dritte Mann" von Carol Reed aus dem Jahre 1949 nach einer Erzählung von Graham Greene, der wiederum gemeinsam mit Reed am Drehbuch mitbeteiligt war, nach dessen Stoff Greene auch noch einen weiteren Roman verfasste, ein solcher Film.

Die Story weiß so natürlich anfangs zu faszinieren, Schauplatz hierbei: Wien. 1948, in der Nachkriegszeit, ein zerbombtes Wien. Die Handlung an sich sonst clever gestrickt, schlau erdacht und auch im zeitlichen Kontext interessant gehandhabt, um Freundschaft, Loyalität, Verrat und die gesellschaftlichen Zuständen bzw. Umstände dieser Zeit und die Frage nach Moral und Vertrauen: US-Autor Martins reist nach Wien, um dort seinen alten Freund Harry Lime ausfindet zu machen, der ihn eingeladen hatte. Doch der soll anscheinend tot sei, so bleibt nur noch das Begräbnis, und in kriminelle Machenschaften verstrickt worden sein. Doch Martins will sich damit nicht zufrieden geben, forscht nach und lüftet so das dunkle Geheimnis seines Freundes...



Mit einer Besetzung ausgestattet, bei der wohl von vorne bis hinten alles stimmt, so zunächst auch Joseph Cotton, als amerikanischer Autor Holly Martins, in echter Hochform. Somit vielleicht sogar eine seiner besten Performances, präzise gespielt und sogar sympathisch dabei. So sucht er nach dem Licht, das seinen Weg erleuchtet, auf der Suche nach der gefährlichen Wahrheit, damit sich der Nebel lichtet. Um es endlich zu wissen, was geschah. Cotton dabei stets präsent und überzeugend, neben ihm noch Alida Valli als Lime´s Freundin Anna, die Martins bei der Suche nach ihm behilflich ist, emotional und auch hier mit aller Energie gespielt. Und auch Trevor Howard weiß mit souveränen Spiel als Major Calloway der Militärpolizei zu glänzen, der versucht Martins davon zu überzeugen, dass hinter Lime doch ein Verbrecher steckte, doch der Schriftsteller bleibt sich lieber selbst treu und forscht so lieber vorher selbst nach der Wahrheit, so kann man den Gegensatz beider Figuren fast als Rivalen sehen, somit es fast als ein Duell zwischen Howard und Cotton bezeichnen. Im Gegensatz dazu kann man die Beziehung zwischen Lime und Anna sehen, als Liebende bzw. das Liebespaar. Und so ergänzt sich zum Rest der Besetzung (sonst auch fein ausgewählt) als Harry Lime der einzigartige Orson Welles alias der dritte Mann, trotz geringer Screentime, stets so präsent wie nie, sein Auftritt wohl mitunter das Highlight des Ganzen und gerade seine seltenes Auftreten im Film, macht es doch gerade genau diese Auftritte so außergewöhnlich und seine Figur anfangs mysteriös, man denke hierbei allein  die gerade zu perfekt inszenierte Szene am Riesenrad,  wieder nahe bei hintersinnigen Ansätzen, doch bleiben gerade diese Minuten besonders im Gedächtnis, somit unvergesslich und Welles wie sonst auch genial.

"Überlassen sie das den Fachleuten, hinter allem lauert der Tod." - "Ich werde sie in meinem Buch zitieren."

Hinter der Kamera, auf dem Regiestuhl Carol Reed. Seine Inszenierung lässt sich wohl am besten mit dem Wort grandios betiteln, gemächlich, trotzdem über die vollständige packend wie auch hochspannend bzw. faszinierend erzählt, mit sehr viel Liebe zum Detail, sehr exakte Arbeit somit fast schon perfektionistisch angelegt und auch in Hinsicht der zeitlichen Umstände interessant und tiefgründig gestaltet, die Ausweglosigkeit der Menschen, deren Situation, denn Wien war am Ende. Er steigert die Spannung seines Werkes konsequent bis zur abschließenden und fantastisch gemachten Verfolgung in den kalten und finsteren Abwässerkanälen Wiens, was dem Werk selbstredend noch die Krone aufsetzt, ich würde hier wohl das Wort perfekt, erneut, gebrauchen. Und auch mit Symbolik wird hantiert, ob das nun einzelne Verweise in bestimmten Dialogen sein mögen, diese dazu ausgezeichnet niedergeschrieben wurden sogar teilweise mit zynischem und hintersinnigen Grundton, oder anderweitig, alles sehr stimmig und fasziniert, ungemein. Die Kamera selbst liefert dabei hervorragend gefilmte Bilder ab,  im Stile des deutschen Expressionismus, atmosphärisch dicht wie auch düster gehalten, auch hier fließt die Symbolik mit ein bzw. das Spiel mit den Schatten und der Beleuchtung, stilvoll und sonst natürlich wieder präzise gehandhabt und zudem noch größtenteils an Originalschauplätzen gedreht, welche selbstredend die großartige und fast unheimliche Atmosphäre noch unterstützen.



"Wer war ´der dritte Mann?" - "Mh, das sollte ich gar nicht trinken, ich mit meinem Magen."

Vergessen werden sollte dabei natürlich nicht ein weiteres Detail, welches vielleicht einer der Gründe ist, weshalb dieser Film (mal vom Klassikerstatus und allem Anderen, wie Welles abgesehen) noch heute als so unheimlich populär gilt, fast wie ein Mythos. Die Rede ist hierbei  selbstverständlich von Anton Karas und unvergessenen und einmaligen ´Harry-Lime-Thema´, auf der Zither komponiert, eingängig, aber nicht minder genial. So gesagt ein echter Ohrwurm und ein weiteres bedeutendes Highlight des Films. Eine Melodie, die Filmgeschichte schrieb.

Letztlich möchte ich dann nur noch sagen, dass "Der dritte Mann" wohl zurecht, zu den großen Meilensteinen der Filmkunst zählt, somit in der Hinsicht ein absoluter Höhepunkt, denn hier stimmt alles, für mich jedenfalls, von der ersten Sekunden an Hochspannung, Atmosphäre, eine unverkennbare Melodie und exzellentes Schauspiel, gewürzt mit hintergründigen zeitlichen Aspekten. Eindeutig ein bedeutender und wie auch herausragender Vertreter des Film noir, trotz der Tatsache, dass er aus Großbritanien stammt. Einfach ein Meisterstück.

"Denk daran, was Mussolini gesagt hat: In den dreißig Jahren unter den Borgias hat es nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut, aber es gab Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, fünfhundert Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? ... Die Kuckucksuhr!"



                                                  
10 / 10

Autor: Hoffman