Montag, 6. August 2012

Media Monday #57 & #58

 Media Monday #57

So heute gleich im systematischen Doppelpackung und der ambivalenten Ideologie meinerseits, während im Hintergrund »The Alan Parsons Project« läuft. Es heißt nun also Altes nachholen - ich weiß ich bin da sehr zahm und freundlich, wenn es nach dem Streben von perfektionistischer Kleinarbeit, in Hinsicht von kühler Präzision und Archivierung geht. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle schreiben, dass ich es dennoch nicht schaffe #58 zu beantworten. Doch das Glück kommt in Dosen und so darf ich das Highlight aller bisherigen Media Mondays verkünden: Sowohl seven, als auch Iso wie auch meine Wenigkeit. Werden diesen 58sten Media Monday ausfüllen. Wunder gibt es immer wieder. Manchmal findet alles zusammen. Ich hoffe es gelingt. That´s Entertainment! Bitte links halten zur Erkenntnis:

#57

1. Pierce Brosnan gefiel mir am besten (etwa) in Mord mit Margeritas oder in Burtons Mars Attacks. Beide porträtieren wunderbar Brosnans selbstironische Ader auf sein Image, ersten zumindest dem Bondimage. Obgleich ich die Bondfilme mit Brosnan auch immer mochte. Bei Mamma Mia schied er aus, weil dort Colin Firth der große männliche Star ist. Sein Gesang hatte zumindest etwas markant-raues .

2. Peter Greenaway hat mit Der Bauch des Architekten seine beste Regiearbeit abgelegt, weil dieser wohl sei zurückhaltenster Film sein möge, ist schon wieder eine Weile her seit der letzten Sichtung und doch vom Aufbau so kunstvoll und faszinierend in seiner eindrucksvollen Visualisierung mit fantastischen Brian Dennehy.

3. Vera Farmiga gefiel mir am besten in Departed oder Up in the Air. Zweiteren würde ich wegen der Ausgeglichenheit ihrer Darstellung bevorzugen. wesentlich nuancierteres Spiel. .

4. Der Zeichentrick-/Animationsfilm, der mich am meisten berührt hat wirft die Frage auf. Hat mich mal ein solcher Film berührt? Mal überlegen. Was mir auf Anhieb einfällt: Der Mann, der Bäume pflanzte. Der war berührend, ja. Ein Anfang..

5. Die FSK-Freigabe von (da gäbe es so vieles, aber zur richtigen Zeit fällt es einem nie ein, außer) Phantasm von Don Coscarelli  ist mir völlig unverständlich, weil in diesem Fall ist es ja eher die Beschlagnahmung. Insgesamt, weil es da überhaupt nichts zu beschlagnahmen gibt. Überhaupt nichts. An sich im Vergleich zu manch anderen harmlos. Man könnte dazu noch Cronenbergs Videodrome ansprechen und auch noch viele andere. Naja.

6. Wie ist das bei euch: Ertappt ihr euch dabei, Filme im TV zu schauen, obwohl sie bei euch im Regal stehen oder seid ihr so geistesgegenwärtig die Scheibe hervorzukramen oder gar, den Film bewusst nicht zu gucken?
Das verwirrt mich. Aber wieso sollte ich Filme im TV schauen (der Großteil mit Werbung) wenn ich sie zu Hause ungeschnitten und geradlinig hätte. So meine Logik, was die auch immer über mich aussagt. 

7. Meine zuletzt gesehener Film ist A Nightmare on Elm Street und der war [hier bitte Superlative negativer Attribute einsetzten] [Zur Not: unterirdisch] , weil  sich vollkommen dem Geist von wes Cravens Original entbehrt. Der bisherige Tiefpunkt von Bays Remakesucht und auch der mitunter missratenste Film der Reihe, falls man diesen überhaupt dazu zählen kann, was ich stark bezweifle..


Media Monday #58


#58


1. Channing Tatum gefiel mir am besten in (Hoffman) habe leider noch keinen seiner sperrlich auftretenden guten Filme, die bisher einzig spekulativ für mich sind, gesehen. Nur die, wo er die Gegenphrase eintrat. .

Iso: Channing Tatum gefiel mir am besten in "Das Leuchten der Stille", das jetzt aber bitte nicht falsch verstehen, der Film, oh Gott, nie mehr, und ihr wisst, ich wurde gezwungen, aber leider leider kenne ich nix anderes von dem, was sich mit "Haywire" die nächsten Tage ändern wird.

Seven: Channing Tatum gefiel mir am besten in "Stop-Loss", wo er neben anderen ambitionierten jungen Wilden wie Joseph-Gordon Levitt und vor allem Ryan Phillipe eine beeindruckende Figur machte. Überhaupt, der Film, ist zu unbekannt. ANSCHAUEN!


2. Sofia Coppola hat mit (Hoffman) Lost in Translation ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil ich nach der ersten Sichtung zunächst archetypisch ohne Worte war. Berauscht von der feinfühligen Regie Coppolas und eingenommen von dem fantastischen Spiel von Bill Murray, wie auch dessen Chemie zu Scarlett Johansson. Dazu noch dieser Sog zur japanischen Kultur. Ein wunderbar, melancholischer und doch zu meist auch so ironischer Trip zweier Seelen in einem fremdartigen Welt einer eigenen Kultur, die bindet und nährt. Als Flucht aus der sinnbildlichen Einsamkeit. Wie gesagt ein schöner Film.

Iso: Sofia Coppola hat mit "Lost in Translation" ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil sie mit diesem Film eine zarte, aber sinnliche Hingabe zum Leben filmte. "Lost in Translation" ist die Bitterkeit des Alleinseins, ist der Verlust zueinander, jedoch auch der Mut sich des Alleinseins zu entziehen und sich des Findens anzunehmen. Ein wunderbarer Film, ehrlich, konsequent und rundum natürlich mit einer der schönsten Schlussszenen des letzten Jahrzehnts.

Seven: Sofia Coppola hat mit "The Virgin Suicides" ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil sie in grandiosen Bildern ein wunderbar stimmiges Sittenportrait hingezaubert hat, welches das schwermütige Thema mit einer Symbiose aus lockerer Unbeschwertheit, Witz und plötzlich eintretender Erschütterung behandelt.



3. Mary Elizabeth Winstead gefiel mir am besten in (Hoffman) wenn ich diesen Manen in meinem Kopf schon höre, kenne ich insofern wirklich nur eine einzige Antwort, Tarantinos »Death Proof« . Verhandlungen ausgeschlossen. Das kann der Quentin halt doch. Sonst ist da ja nichts, was überhaupt irgendwie gefallen dürfte. Umkehrschluss. Kurt Russell war trotzdem besser. Der Film nicht mein Freund, aber trashige Hommage.

Iso: Mary Elizabeth Winstead gefiel mir am besten in wohl oder übel Tarantinos beschissenem "Death Proof", den Film selbst nie beendet, glaube ich zu wissen, dass Winstead hier wohl ihre beste Rolle hatte, irgendwie zumindest, schätze ich mal ... bei der Filmographie.

Seven: Mary Elizabeth Winstead gefiel mir am besten in dings... Muss man die kennen? 


4. Als Sommerlektüre sind mir Bücher (seven) ein angenehmer Zeitvertreib.

Iso: Als Sommerlektüre sind mir Bücher ganz lieb, wenn ich mal Zeit & Lust habe. Komische Frage, ganz nebenbei...

Hoffman: Zustimmung! Also zu Iso´s Worten.



5. Mein liebster französischer Film ist (Hoffman) rein statistisch Alain Resnais »Letzes Jahr im Marienbad«, für alle die, die wissen wollten warum Nolans »Inception« akademisch-einfältig ist und wie man wahres Traumebenenspiel inszeniert. Mir ist bewusst das der Vergleich fragwürdig ist. Wie jeder Resnais an sich aber ein Wunderwerk. Sonst tendiere ich noch zu Melvilles »Vier im roten Kreis«, wie andere Filme jener Regisseure oder zu Werken von Godard (»Alphaville«, »Le Mépris«) oder Truffaut (»Geraubte Küsse«)

Iso: Mein liebster französischer Film ist neben sehr empfehlenswerten Slashern Gaspar Noés "Menschenfeind" mit fulminantem Philippe Nahon als menschenhassenden Metzger. Widerwärtige Menschsein-Destruktion, Szenen, auf die man Spucken möchte, ekelhafte, abstoßende Gedankenzüge eines sich aufgegebenen Menschen, sozial und intim, verwirrend, nicht verständlich, aber menschlich und ethisch. Seine Monologe sind von Hass, von Wut, von einem ungeheuren Aufschrei geprägt, er will fliehen, nichts weiter als entkommen aus dem ihn fickenden menschlichen Moloch. Schwer verständlich, ganz sicher auch schwer verdaulich, aber einer der besten Filme, die ich kenne.

Seven: Mein liebster französischer Film ist evtl. Martyrs. Vielleicht auch nicht. Fällt mir jetzt grad nix ein. Kommt bissl billig rüber, 'nen Torture Porn zu nennen und ich sehe vor meinem geistigen Auge auch schon abfällig schnaubende Filmkenner, die mich fragen, ob ich denn nicht diesen oder jenen Klassiker kenne. Äh nein. Ich bleib dabei. Martyrs. Oder wie ich ihn heimlich nenne: Das tödliche Baguette. Warum? Ja, halt so.



6. Am liebsten ist mir, wenn Filme musikalisch (Hoffman) subtil (nur um auf das Gegenbeispiel hinzuweisen) und förderlich für den Film selbst untermalt werden, zum (Gegen-)Beispiel: Das derzeitige Schaffen von Hansi Zimmer(mann). Positiv: Wenn Musik als Komposition in den Film integriert wird und ihren eigenen Stellenwert besitzt, das heißt meist die Stimmung des Film reflektieren können oder die Intention des Regisseurs verdeutlichen. Beispiel: Oftmals bei früheren Werken von Dario Argento wie »Suspiria«. Oder Romeros »Dawn of the Dead«. Ja langsam wirds einfallslos. Ich bin aber nun mal Goblin-Fan. Auch gut der beschwingte Stil eines Nino Rota in Fellini-Filmen, die so seine humoristische Note der Werke des Maestro hervorheben. 

Iso: Am liebsten ist mir, wenn Filme musikalisch … naja, eben harmonieren. Soll heißen: die richtigen Sounds zum richtigen Stoff. Ganz große Soundtracks sind selten, weil viele Komponisten heutzutage sich mehr auf die großen Klänge, als aufs große Einfühlungsvermögen stürzen.

Seven: Am liebsten ist mir, wenn Filme musikalisch überzeugen, lach.  Was für eine Frage. In erster Linie ist es mir egal, ob's ein klassisch komponiertes Orchesterdenkmal oder ein rockiger Soundtrack von Various Artists ist. Solange sich Film und Musik gegenseitig dienlich sind! Und manchmal braucht's auch gar kein Gedudel und Gesinge. Nebenbei begrüße ich den Trend, der sich in den letzten zwei Jahren entwickelt hat. Quasi eine moderne Variation, die zur Abwechslung mal was bringt. Ich spreche von Filmen wie "The Social Network", "Hanna" oder "Tron: Legacy", wo sich manifestierte Größen abseits von Geige und Piano die Ehre geben, um dem Film peppig zu untermalen. Bisher absolut cool.



7. Meine zuletzt gelesenes Buch ist (seven) "Die Menschenleserin" und das war schmierig und selbstverliebt, weil es permanent perfide wirken wollte, abgesehen von einer uninteressanten Ermittlerin ("Sie liest die Menschen wie ein offenes Buch." | Kam mir vor wie die witzlose Schmalspurversion von "Lie to Me") und den üblichen Trittbrettfahrermomenten gab's hier wenig. Natürlich ist der gejagte Mörder hochgradig gestört, hochgradig nervig, hält sich offenbar für die Reinkarnation von Dr. Lecter, Jesus Christus und besonders Charles Manson, sprich der A-Liga der Gehirnwäsche. Kurz und knapp: Einerseits berühmte Vorgänger in Cleverness und Vollmeisenstatus überbieten zu wollen, gleichzeitig aber mit der amateurhaften Umsetzung immer noch verbissen ernst wirken zu wollen, obwohl diese BESTSELLER spätestens ab Zeile 3 von Seite 2 reine Lachnummern sind. Immerhin: Solange sich die Teile so gut verkaufen, ist der globale Verdummungstrend gesichert. Vielleicht gibt das in so ungewissen Zeiten wie diesen Hoffnung, nach dem Motto, immerhin haben wir ja eine Konstante, auf die wir bauen können, die Menschen werden immer blöder. 


Ich blicke nun hier rauf und weiß, dass meine Ambition gelungen ist. Geschafft. Die Symbiose der überraschen Vielfältigkeit unserer differierenden Antworten. Ehrlich? Mich macht das sehr glücklich. Geht doch. Geht sogar äußerst gut. Da freut sich das Herz. Das ist großes, kommentarischen Entertainment. Das kriegt ein Extraherzchen in meinen Gedanken, nicht in meinem Herzen. Das ist der Unterschied und so möchte ich mit jenen Worten abschließen mit den ich einst beginnen wollte, wir werden sehen, was drauß wird und ob solche Kooperationen auch demnächst möglich sein werden. Es ist die Zeit. Zeit für Wissen. An Überfluss sogar! Und das dort oben unsere Antworten. Wer nach logischer Dramaturgie in meinen Worten fragt - dem sei gesagt - die gibts nicht. Ich halte nur immer meine einstweiligen Versprechen.


Autor: Hoffman / Tatkräftige Co-Autoren: Iso und Seven / Plenum: Die drei Cineasten

Kommentare:

  1. http://mwj2.wordpress.com/2012/08/06/media-monday-58/

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    1. http://data5.blog.de/media/452/2859452_b36fc1ab27_o.jpeg

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