Ich befürchte, „Green Zone“ möchte aufrütteln, bewegen und mir einen spannungsreichen Polit-Thrill im Irak-Krieg bieten, der beweist, dass gekonnt angewandtes Suspense-Kino über absurde Action triumphiert und dass das letzte Drittel nur zur Verdeutlichung des kriegerischen Wahnsinns dient. Der Film belügt sich damit aber selbst, wenn er denn überhaupt je so dachte.
Sobald Matt Damon als zweiter Jason Bourne nach angeblichen atomaren Massenvernichtungswaffen sucht, dabei jedoch zunehmend in einen Konflikt mit der Politik seines Landes gerät, dann hat das einen gewissen Grundreiz, welcher vernehmbare Anspannung ansprechend vermittelt, nicht aber dafür entschädigt, was noch kommen mag. Sich der üblichen Massenkompatibilität beugend, gibt’s danach nämlich nur noch schnelle Schnitte, hanebüchene und altbekannte Klischees mit Hau-Drauf-Schwein und Hau-Drauf-Engel. Und natürlich mit dem versierten Bösewicht im piekfeinen Anzug, der über all dem steht, was der Held der Geschichte zu verhindern versucht. Und wie geht das Spiel aus? Ein Tipp: Es ist nicht schwer zu erraten.
Der Weg zu eben jenem Ziel ist aber nur qualvoll möglich, da willkürlich aneinandergereihte Schnitte sämtlichen Sehgenuss zerstören. „Green Zone“ erinnerte mich auszugsweise an eine sehr viel schlimmere Version des letzten Filmes von James Bond, der Intensität durch Hektik und fehlende Übersicht erschaffen wollte – wie dieser auch. Zu der knallend-überforderten Bildaufnahme in den finalen Minuten, deren Dauer weit über das Erträgliche hinausgeht, gesellen sich noch die passenden Sound-Effekte, die (unter anderem) hören lassen, warum der Streifen gute 130 Millionen Dollar an Produktionskosten verschlang. Für eine vernünftige Qualität von Blu-Ray und DVD, hierzulande lief das teure Stück an Finanzierungsgeschichte nie im Kino, haben die Moneten dann aber wohl nicht mehr ganz gereicht: Das Bild ist bei nächtlichen Szenen sowie einigen Nahaufnahmen unter aller Sau, sodass die ohnehin schon rasend-hysterischen Aufnahmen noch weniger zu vernehmen sind – meist hilft nur schwaches Deuten des gerade Geschehenen. Das kann einfach nicht sein.
In seiner nun vorhandenen Endfassung ist „Green Zone“ weder spannend noch dramatisch, nicht einmal interessant. Es wäre sowohl für den Thriller als auch den Anti-Kriegsfilm eine Beleidung, würde man Paul Greengrass‘ sich exorbitant wichtig vorkommenden Film zu einem der jeweiligen Genannten dazu zählen, denn ist er nichts als dumme, für alles und jeden leicht zu fressende Action, die aus ihrer eigenen bemitleidenswerten Blödheit Raffinesse zaubern will.
3 / 10
Autor: Iso
Bildqualität: Wie angesprochen ist die DVD und die Blu-Ray eine absolute Katastrophe, das Bild ist stark verauscht, eine grobe Körnung sorgt dafür, dass einzelne Personen in dunklen Abschnitten kaum zu erkennen sind. Eine bodenlose Frechheit, bei einem Film aus dem Jahr 2010.
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