Mittwoch, 9. November 2016

»Das Haus ist böse, Mommy« - Kritik: Amityville Horror - Eine wahre Geschichte (2005)


Wenn ein Original schon nicht sehr gut ist, was soll dann erst aus dessen Remake werden? Wie ist es dieses Mal um diese »wahre Geschichte« bestellt? Zu Anfang gibt es eine mysteriöse Rückblende, die über alles aufklärt, was benötigt wird. Mit Blitz, Donner und zwischendrin einigen Schwarzbildern wird dann die Vergangenheit des Hauses offen gelegt, in dem ein Psychopath seine ganze Familie tötete. Fernsehen und Zeitungen berichteten darüber. Nichts neues. Erst recht nicht in Bezug auf das Original. Ryan Reynolds hat sich zudem einen Bart wachsen lassen, um wie James Brolin zu wirken. Kurz darauf bemerkte ich an der Kleidung von Reynolds, dass der Film dann auch noch getreu der »wahren Ereignisse« (oder des Originals) in den 70er Jahren spielt, was aber vergessenswert ist. Reynolds ist der neue Mann in der Familie, die Kinder haben noch mit dem Verlust ihres anderen Vaters zu kämpfen und die Mutter möchte ein (altes) Haus kaufen, das aber böse Kräfte in sich birgt. Der Mann dreht am Rad, hackt böses Holz und hört in seinem Keller Stimmen (von Missionaren, die Indianer folterten), die ihm Befehle geben.


 Dieser von Michael Bay produzierte Film hat - wie seine vielen anderen (geistlosen) Remakes - rein gar nichts interessantes zu erzählen. Er wirkt recycelt und mager zusammengemischt. Es ist ein absoluter austauschbares und temperamentlos abspulendes Ding von Film. Steve Jablonsky drückt emsig auf die musikalischen Knöpfchen für Unheil und trägt dick auf. Damit jeder Bescheid weiß, was da jetzt vor sich geht. Mehr kann er dann auch nicht. Mehr kann der Film (traurigerweise) auch nicht. Mehr fällt Regisseur Andrew Douglas nicht ein, außer auf den großen Buh-Zug mit Jump-Scares aufzuspringen. Das macht diesen sowieso laut veranlagten Film noch plumper. Dazu sind seine Figuren lästig und nichtssagend. Das Original mag zwar krude gewesen sein, war aber durch das Abseitige oder gar Blödsinnige, was er präsentierte, zumindest noch ansatzweise interessant. Dieser Film ist dagegen schlichtweg langweilig. Das Einzige, was man da noch als Blödsinn einigermaßen erwähnen könnte, das wären ein erhängtes Kind beim Geschlechtsverkehr, Waschbecken, die Blut ausspucken, wenn kleine Jungen nachts auf die Toilette müssen, ein Reynolds, der am liebsten mit nacktem Oberkörper durch die Nacht rennt oder Geister, die nuttige Kindermädchen ihre Finger in ihre Kopfschusswunde stecken lassen. Aber auch das lockt keinen mehr hinter dem Ofen hervor, denn dieser Film ist einfach nur ein sterbenslangweiliges und bemüht lärmiges Klischee, dem man nicht zuhören sollte. Das heißt mit anderen Worten gesagt: Darauf kann man eigentlich gut und gern verzichten.


3.5 / 10

Autor: Hoffman 

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