Freitag, 30. März 2012

Kurzkritik: Das Phantom-Kommando


                            »Ich komme wieder, Bennett.«

Einige würden wohl sagen »Old school«. Sicher ist, dass Arnold Schwarzenegger (kurz und prägnant:.»Arnie«) einen Teil des 80er-Kinos mit den meisten seiner Filme jener Jahre prägte und man kann sowohl auch behaupten definierte. Zu diesen Vertreter der großen Arnie-Action-Revolution kann man so gut auch Mark L. Lesters "Phantom-Kommando" aus dem Jahre 1985 zählen, welcher zu seiner Zeit heftige Kontroverse auslöste wegen seiner drastischen Gewaltdarstellung. Insofern zeigte man sich geschickt, denn so kann man meinen das dieser Film eigentlich den idealen Prototypen für das damals neudefinierte und geformte .»Testosteron-Kino« ist. Unter dem Beispiel: Einer der Ikonen dieses bestimmten Kinos: Schwarzenegger.


Die Grundessenz ist sicherlich schnell erkannt: Ein Actionheld, der es krachen lässt. Mehr braucht es dazu nicht, insofern bildet man um diese Konstellation dann ein allzu plumpes und doch stets geehrtes Szenario Ex-Offizier einer Spezialeinheit (John Matrix) will nur noch der Tochter beistehen, doch als diese von bösen Terroristen entführt wird, die Matrix mit jener erpressen, mutiert er zur lebenden Kampfmaschine und lässt es nochmal einmal krachen, denn »die Uhr läuft ab«. Faszinierend ist dabei mit welcher Simplizität man doch Unterhaltung erzeugt, denn daraus ist "Phantom-Kommando" wohl größtenteils ausgerichtet. Stets präsent mit liebenswerter Selbstironie und knallharten Sprüchen dazu immer im großen Maße Action. Denn hierbei rappelts in der Kiste, wenn Arnie zuschlägt. Es kracht es knallt. Sogar in den verschiedensten Formen und mitunter auch Farben. Schwarzenegger absolut in seinem Element, darüber muss man nicht diskutieren. Außerdem in Nebenrollen gut eingesetzt Dan Hedaya (mit viel Charisma) und Bill Duke im üblichen Maße sogar trotz minimal gehaltenen Gegenspieler harmonierend mit Arnie. Zugleich auch Vernon Wells als machohaft-brutaler Schläger und finaler Gegenspielers Schwarzeneggers. Lester hantiert kompakt mit seinen Hauptprotagonisten (setzt neben seinen Helden noch Flugbegleiterin Cindy zum tieferen Sinn) und lässt gleichauf alles zerstören, explodieren und zerschießen was gerade so in der Gegend rumsteht. Charmant! Und sicherlich massig unterhaltsam, selbstredend veranlasst dies auch der beileibe hübsche 80er-Look. Da vergisst man glatt, dass "Phantom-Kommando" vom Grundgehalt her absolut stumpfsinnig, platt, einseitig und leidlich unplausibel zusammengefügt wurde. Dennoch gerade aus jenem reaktionären Ton entsteht die Reaktion der Unterhaltung und wo wäre, dass Actionkino ohne Kontroverse und bitte schön ohne fragwürdige Ansätzen, damals sicherlich unvorstellbar.


Einfaches Prinzip: Es muss krachen. Und das tut es beileibe oft genug in "Phantom Kommando", dabei wird es knallhart, kompromisslos und ordentlich rasant. Das grande Finale bringt das ganze dann zum konsequenten Höhepunkt bei dem man Explosions-technisch als zündet was man dem Schein nach noch an Vorrat da hatte. Krawummkino der alten Schule, was sich gewaschen hat. Aber man kann es auch übertreiben, immerhin einer der Rekordhalter im Sinne des »Bodycounts« . Die Logik so vom Beginn an selbstverständlich eliminiert - damit lebt es sich auch bekanntlich besser. Vergessen wird aber unter diesem vielen Testosteron glücklicherweise nicht, eine professionelle und energiegeladene musikalische Untermalung von James Horner, welche verfeinert. Abschließend ist "Phantom-Kommando" zwar reaktionär, aber dabei alles in allem ein gelungener wie auch unterhaltsamer Vertreter des großen »Testosteronkinos«, mit Arnie in Hochform und liebenswert ist das Werk allemal.


                                               6.5 / 10

Autor: Hoffman

Keine Kommentare:

Kommentar posten