Mittwoch, 11. Februar 2015

Erst stört er sie, dann küsst sie ihn - Alte Schinken Edition: Liebe mit 16 (1974)



Ein DEFA-Jugendfilm über die erste (junge und naive) Liebe: Die erste Begegnung von Matti (eigentlich Matthias: Heinz-Peter Linse) und Ina (Simone von Zglinicki) findet in der Bahn statt. Er bietet ihr seinen Sitzplatz an, doch sie verneint das Angebot dieses großen, schüchternden und blondhaarigen Jungen, der für sein Alter recht unbeholfen wirkt. Beide haben sie dasselbe Ziel - ohne es vorher zu wissen: Einen Tanzunterrichtskurs für Jugendliche, in welchem zunächst einmal die Manieren und dann der Tango gelehrt werden. Dort versucht sich Matti Ina zu näheren und sie als Tanzpärtnerin zu bekommen. Doch auch hier verneint sie, der Tanzlehrer aber packt sie zusammen. Denn sie passen zusammen - zumindest als Tanzpartner. Ina fragt sich: Was will dieser Junge bloß von mir? Sie will ihn zumindest nicht. Und dann will er sie auch noch nach Hause begleiten, ganz gentlemanlike, was ist das bloß für ein penetranter Kerl! Zunächst ist Ina abweisend, doch mit der Zeit sehen sie sich öfters, erkennen einander an und lernen sich verstehen. Bei einem Spaziergang im Park kommt es dann nach den häufigen Treffen zum ersten Kuss.

Das, was Herrmann Zschoche hier entwickelt ist einfach nur eine kleine Romanze zwischen zwei Jugendlichen, die ihre erste Liebe erleben, die still und ruhig erzählt ist, dabei auch recht fröhlich daherkommt. Den Film zeichnen eine gewisse Heiterkeit und Biederkeit aus. Zschoche zeigt die Familien und auch das sonstige alltägliche Leben der Beiden (dabei bietet er nebenbei einen interessanten, wenn auch unpolitischen, Einblick in das Leben in der DDR). Die Eltern der Beiden machen sich aber Sorgen um ihre jeweiligen Kinder. Die eine Mutter hält ihre Tochter für zu jung für eine Beziehung und will nicht, dass etwas passiert. Sie hat Angst um ihre Tochter. Die andere Mutter fragt, ob ihr Junge über alles aufgeklärt ist und bittet um Vorsicht. Die Eltern fragen sich, ob ihre Kinder schon reif genug sind? Da bleibt einem nur noch der Fahrstuhl, der auf und ab fahren gelassen wird, um ungestört sein zu können. Mit der Schlichtheit, mit der Zschoche diese Geschichte inszeniert, dümpelt er meist aber auch nur an der Oberfläche des Ganzen. Probleme bleiben demnach eher Behauptung. Dafür gibt es hier aber einen Herbert Köfer als Tanzlehrer, der überaus munter wirkt und mit seinen kurzen Auftritten vergnügt.


5.5 / 10

Autor: Hoffman 

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